Vor ca. 2 Jahren habe ich einen Artikel gelesen, in dem es ungefähr hieß: "Das amerikanische Jahrhundert ist vorbei. Jetzt beginnt das europäische Jahrhundert." Es ging dabei vor allem um wirtschaftliche Stärke.
Ich konnte mich nur wundern, denn wieso sollte Europa trotz seiner Lethargie und seines leistungsfeindlichen Steuerrechts eine Chance haben, die USA einzuholen (von überholen ganz zu schweigen)? Offensichtlich war dieser Artikel durch Interessen geprägt, ähnlich der Euro-Manie: Angeblich soll der Euro deutlich mehr wert sein als 1 US-Dollar. Diese Einstellung wird aber meist von Politikern und Interessenvertretern geäußert, weniger von Wirtschaftsfachleuten.
Wer ist es denn, der für eine kommenden Wirtschaftsaufschwung die Voraussetzungen schafft? Offensichtlich sind es die USA (Steuersenkungen, Zinssenkungen, Investitionen, Forschung, Innovation). Daher halte ich mal dagegen: Es ist richtig: Das amerikanische Jahrhundert endete vor 2 Jahren. - Aber dafür hat das amerikanische Jahrtausend begonnen.
Als kleines Argument für einen kommenden Aufschwung in den USA möchte ich noch ein beliebtes Argument der Leute heranziehen, die nicht an einen Aufschwung glauben: Die US-Sparquote.
Wenn man Skeptikern glaubt, liegt die US-Sparquote bei 0 Prozent (in Deutschland etwa 15%). Die Skeptiker behaupten, der amerikanische Konsument habe kaum noch Reserven. Da aber 2 Drittel der Ausgaben in den USA von den Verbrauchern stammen, könne es keinen Aufschwung geben.
Ich halte dagegen! Ist die Statistik aussagekräftig? ("Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.") Ich denke, es werden Äpfel mit Birnen verglichen, denn nach meinen Informationen wird die US-Sparquote auf einer anderen Basis ermittelt als die deutsche.
Die Sparquote bemisst sich in Deutschland an den verfügbaren Einkommen (Arbeitseinkommen, Zinseinkünfte, Dividenden, Mieteinnahmen ...). Daraus wird dann die Sparquote ermittelt.
In den USA aber wird die lediglich das Arbeitseinkommen als Basis herangezogen. Alle anderen Einkünfte bleiben - soweit ich informiert bin - unberücksichtigt.
Das hat doch was, oder? Man kann immerhin das Argument der Aufschwung-Skeptiker direkt in die Mülltonne werfen.
Ich muss allerdings zugeben, dass ich mir - was die Berechnung des verfügbaren Einkommens betrifft - nicht sicher bin. Daher die Bitte an alle, die nähere Kenntnisse haben: Stellt Eure Informationen hier hinein.
Noch etwas zu den Kursverlusten an den Börsen: Angeblich sind die Leute davon ungeheuer betroffen, denn sie haben fürchterliche Verluste gemacht. Das mag für viele Deutsche zutreffen. Ich glaube aber nicht, dass dies auch für die USA gilt.
Denn es ist bekannt, dass der Aktienbesitz in den USA schon seit langem wesentlich stärker verbreitet ist als in Deutschland. Und glaubt jemand im ernst, dass die meisten Amerikaner gerade beim Höchststand der Indizes eingestiegen ist? Viele Amerikaner haben vor der Baisse hohe Gewinne erzielt, als der typische Deutsche an Aktien noch nicht mal gedacht hat. Darüber hinaus sind die US-Indizes wesentlich stabiler geblieben als die deutschen, vor allem der DOW.
Daher dürften die Kursverluste eines Durchschnitts-Amerikaners wesentlich geringer sein als die eines Deutschen (von Kursgewinnen vor der Baisse ganz zu schweigen). Also dürfte aus dieser Richtung in den USA viel weniger Verunsicherung für den Konsum kommen als in Deutschland.
Gruß
Kalle
Ich konnte mich nur wundern, denn wieso sollte Europa trotz seiner Lethargie und seines leistungsfeindlichen Steuerrechts eine Chance haben, die USA einzuholen (von überholen ganz zu schweigen)? Offensichtlich war dieser Artikel durch Interessen geprägt, ähnlich der Euro-Manie: Angeblich soll der Euro deutlich mehr wert sein als 1 US-Dollar. Diese Einstellung wird aber meist von Politikern und Interessenvertretern geäußert, weniger von Wirtschaftsfachleuten.
Wer ist es denn, der für eine kommenden Wirtschaftsaufschwung die Voraussetzungen schafft? Offensichtlich sind es die USA (Steuersenkungen, Zinssenkungen, Investitionen, Forschung, Innovation). Daher halte ich mal dagegen: Es ist richtig: Das amerikanische Jahrhundert endete vor 2 Jahren. - Aber dafür hat das amerikanische Jahrtausend begonnen.
Als kleines Argument für einen kommenden Aufschwung in den USA möchte ich noch ein beliebtes Argument der Leute heranziehen, die nicht an einen Aufschwung glauben: Die US-Sparquote.
Wenn man Skeptikern glaubt, liegt die US-Sparquote bei 0 Prozent (in Deutschland etwa 15%). Die Skeptiker behaupten, der amerikanische Konsument habe kaum noch Reserven. Da aber 2 Drittel der Ausgaben in den USA von den Verbrauchern stammen, könne es keinen Aufschwung geben.
Ich halte dagegen! Ist die Statistik aussagekräftig? ("Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.") Ich denke, es werden Äpfel mit Birnen verglichen, denn nach meinen Informationen wird die US-Sparquote auf einer anderen Basis ermittelt als die deutsche.
Die Sparquote bemisst sich in Deutschland an den verfügbaren Einkommen (Arbeitseinkommen, Zinseinkünfte, Dividenden, Mieteinnahmen ...). Daraus wird dann die Sparquote ermittelt.
In den USA aber wird die lediglich das Arbeitseinkommen als Basis herangezogen. Alle anderen Einkünfte bleiben - soweit ich informiert bin - unberücksichtigt.
Das hat doch was, oder? Man kann immerhin das Argument der Aufschwung-Skeptiker direkt in die Mülltonne werfen.
Ich muss allerdings zugeben, dass ich mir - was die Berechnung des verfügbaren Einkommens betrifft - nicht sicher bin. Daher die Bitte an alle, die nähere Kenntnisse haben: Stellt Eure Informationen hier hinein.
Noch etwas zu den Kursverlusten an den Börsen: Angeblich sind die Leute davon ungeheuer betroffen, denn sie haben fürchterliche Verluste gemacht. Das mag für viele Deutsche zutreffen. Ich glaube aber nicht, dass dies auch für die USA gilt.
Denn es ist bekannt, dass der Aktienbesitz in den USA schon seit langem wesentlich stärker verbreitet ist als in Deutschland. Und glaubt jemand im ernst, dass die meisten Amerikaner gerade beim Höchststand der Indizes eingestiegen ist? Viele Amerikaner haben vor der Baisse hohe Gewinne erzielt, als der typische Deutsche an Aktien noch nicht mal gedacht hat. Darüber hinaus sind die US-Indizes wesentlich stabiler geblieben als die deutschen, vor allem der DOW.
Daher dürften die Kursverluste eines Durchschnitts-Amerikaners wesentlich geringer sein als die eines Deutschen (von Kursgewinnen vor der Baisse ganz zu schweigen). Also dürfte aus dieser Richtung in den USA viel weniger Verunsicherung für den Konsum kommen als in Deutschland.
Gruß
Kalle