Bush will Börse mit Steuerpaket auf die Sprünge helfen
Inflation soll bei Kursgewinnen angerechnet werden. Es ist geplant, den Freibetrag für Verluste an der Börse von derzeit 3000 Dollar pro Jahr auf 6000 Dollar zu erhöhen
New York - US-Präsident George W. Bush erwägt ein neues Steuerpaket, mit dem Investitionen an der Börse erleichtert, das Vertrauen in die Wirtschaft wiederhergestellt und letztlich die amerikanische Konjunktur wieder angekurbelt werden soll. Das Maßnahmenbündel könnte noch vor den Kongresswahlen am 5. November Gesetz werden. Doch in den letzten Tagen sind Zweifel an einer schnellen Umsetzung der Pläne aufgekommen.
Derzeit wird in Washington diskutiert, ob das Steuerpaket nicht besser Teil eines größeren Gesetzeswerkes werden soll. Dieses Gesetz - das den Arbeitstitel "investor's bill" trägt - sieht unter anderem vor, dass Eigentum von Managern beschlagnahmt werden kann, falls es Hinweise auf Bilanzmanipulation oder Aktienbetrug gibt. Die Diskussion über diese Gesetzesinitiative befindet sich allerdings in einem frühen Stadium.
Konkreter ist, was das Weiße Haus plant, um der Börse auf die Sprünge zu helfen. So könnte künftig die Inflation in die Berechnung zu versteuernder Aktiengewinne einbezogen werden. Diese Indexierung der Kapitalertragsteuer soll sich auf Anlagen beziehen, die länger als ein Jahr gehalten wurden.
Beispiel: Wenn ein Investor 1992 für 10.000 Dollar Aktien gekauft hat und diese heute für 20.000 Dollar verkauft, muss er auf die 10.000 Dollar Gewinn 20 Prozent Steuern - also 2000 Dollar - zahlen. Wird hingegen die Preissteigerung im Verlauf der zehn Jahre eingerechnet, ergibt sich nur noch ein Gewinn in Höhe von 7790 Dollar. Bei einem gleichen Steuersatz kommt der Investor nun auf einen zu versteuernden Betrag von 1558 Dollar.
Weiterhin ist geplant, den Freibetrag für Verluste an der Börse von derzeit 3000 Dollar pro Jahr auf 6000 Dollar zu erhöhen. Außerdem wird die Reduzierung der Dividendenbesteuerung diskutiert. Verfechter dieser Änderung sagen, dass das Geld aus Dividenden zweimal versteuert werde - erstens als Unternehmensgewinn und zweitens als Steuerabzug für die Anleger.
Größter Batzen eines neuen Investorengesetzes dürfte eine Änderung der rechtlichen Grundlage für Rentensparpläne in den USA sein. So bringen die Steuerexperten des Weißen Hauses höhere steuerfreie Einzahlungsgrenzen in die persönlichen Rentenkonten - sie werden in den USA "IRA" oder "401k" genannt - ins Spiel. Schon jetzt ist für die Jahre 2006 und 2008 eine Erhöhung der Grenzen geplant, doch Bush erwägt das Vorziehen dieses Zeitplans.
Viele Teile der Gesetzesvorhaben sind allerdings quer durch die Parteien umstritten. So kritisiert der kalifornische Republikaner Bill Thomas die höheren Freibeträge für Verluste, weil der Staat dadurch falsche Investitionsentscheidungen steuerlich begünstige. Demokraten stellen die Steuersenkungspläne grundsätzlich in Frage: Erst vor einem Jahr habe Bush ein 1,4 Billionen Dollar schweres Zehn-Jahres-Paket aufgelegt, das nicht nur die Konjunktur, sondern auch die Zukunft der Sozialversicherung und der Gesundheitsversorgung der Senioren gefährde. Zudem komme der Plan vor allem wohlhabenden Amerikanern zugute.
Befürworter des Steuerinitiative sagen, dass dem Finanzminister durch das Paket zwar einerseits Millionen an Steuereinnahmen verloren gehen. Andererseits hätten die Verbraucher und Investoren aber wieder mehr Geld zur Verfügung, dass sie entweder an der Börse investieren oder in den Konsum stecken - von beidem profitiere die Wirtschaft.
Gerade Wall Street könnte die Impulse gut gebrauchen. Der Dow Jones Index dümpelt seit Monaten vor sich hin, nachdem die Börsenblase geplatzt ist und Skandale wie die bei Enron oder Worldcom das Vertrauen der Anleger weiter erschüttert haben. Hinzu kommen die Attentate des 11. September 2001 sowie die anhaltend schwache Konjunktur. Auch die Unternehmensgewinne haben bislang wenig Grund zu Optimismus gegeben, sodass die Aussichten Wall Streets für den weiteren Verlauf des Jahres derzeit eher düster sind.
Quelle: Die Welt
Inflation soll bei Kursgewinnen angerechnet werden. Es ist geplant, den Freibetrag für Verluste an der Börse von derzeit 3000 Dollar pro Jahr auf 6000 Dollar zu erhöhen
New York - US-Präsident George W. Bush erwägt ein neues Steuerpaket, mit dem Investitionen an der Börse erleichtert, das Vertrauen in die Wirtschaft wiederhergestellt und letztlich die amerikanische Konjunktur wieder angekurbelt werden soll. Das Maßnahmenbündel könnte noch vor den Kongresswahlen am 5. November Gesetz werden. Doch in den letzten Tagen sind Zweifel an einer schnellen Umsetzung der Pläne aufgekommen.
Derzeit wird in Washington diskutiert, ob das Steuerpaket nicht besser Teil eines größeren Gesetzeswerkes werden soll. Dieses Gesetz - das den Arbeitstitel "investor's bill" trägt - sieht unter anderem vor, dass Eigentum von Managern beschlagnahmt werden kann, falls es Hinweise auf Bilanzmanipulation oder Aktienbetrug gibt. Die Diskussion über diese Gesetzesinitiative befindet sich allerdings in einem frühen Stadium.
Konkreter ist, was das Weiße Haus plant, um der Börse auf die Sprünge zu helfen. So könnte künftig die Inflation in die Berechnung zu versteuernder Aktiengewinne einbezogen werden. Diese Indexierung der Kapitalertragsteuer soll sich auf Anlagen beziehen, die länger als ein Jahr gehalten wurden.
Beispiel: Wenn ein Investor 1992 für 10.000 Dollar Aktien gekauft hat und diese heute für 20.000 Dollar verkauft, muss er auf die 10.000 Dollar Gewinn 20 Prozent Steuern - also 2000 Dollar - zahlen. Wird hingegen die Preissteigerung im Verlauf der zehn Jahre eingerechnet, ergibt sich nur noch ein Gewinn in Höhe von 7790 Dollar. Bei einem gleichen Steuersatz kommt der Investor nun auf einen zu versteuernden Betrag von 1558 Dollar.
Weiterhin ist geplant, den Freibetrag für Verluste an der Börse von derzeit 3000 Dollar pro Jahr auf 6000 Dollar zu erhöhen. Außerdem wird die Reduzierung der Dividendenbesteuerung diskutiert. Verfechter dieser Änderung sagen, dass das Geld aus Dividenden zweimal versteuert werde - erstens als Unternehmensgewinn und zweitens als Steuerabzug für die Anleger.
Größter Batzen eines neuen Investorengesetzes dürfte eine Änderung der rechtlichen Grundlage für Rentensparpläne in den USA sein. So bringen die Steuerexperten des Weißen Hauses höhere steuerfreie Einzahlungsgrenzen in die persönlichen Rentenkonten - sie werden in den USA "IRA" oder "401k" genannt - ins Spiel. Schon jetzt ist für die Jahre 2006 und 2008 eine Erhöhung der Grenzen geplant, doch Bush erwägt das Vorziehen dieses Zeitplans.
Viele Teile der Gesetzesvorhaben sind allerdings quer durch die Parteien umstritten. So kritisiert der kalifornische Republikaner Bill Thomas die höheren Freibeträge für Verluste, weil der Staat dadurch falsche Investitionsentscheidungen steuerlich begünstige. Demokraten stellen die Steuersenkungspläne grundsätzlich in Frage: Erst vor einem Jahr habe Bush ein 1,4 Billionen Dollar schweres Zehn-Jahres-Paket aufgelegt, das nicht nur die Konjunktur, sondern auch die Zukunft der Sozialversicherung und der Gesundheitsversorgung der Senioren gefährde. Zudem komme der Plan vor allem wohlhabenden Amerikanern zugute.
Befürworter des Steuerinitiative sagen, dass dem Finanzminister durch das Paket zwar einerseits Millionen an Steuereinnahmen verloren gehen. Andererseits hätten die Verbraucher und Investoren aber wieder mehr Geld zur Verfügung, dass sie entweder an der Börse investieren oder in den Konsum stecken - von beidem profitiere die Wirtschaft.
Gerade Wall Street könnte die Impulse gut gebrauchen. Der Dow Jones Index dümpelt seit Monaten vor sich hin, nachdem die Börsenblase geplatzt ist und Skandale wie die bei Enron oder Worldcom das Vertrauen der Anleger weiter erschüttert haben. Hinzu kommen die Attentate des 11. September 2001 sowie die anhaltend schwache Konjunktur. Auch die Unternehmensgewinne haben bislang wenig Grund zu Optimismus gegeben, sodass die Aussichten Wall Streets für den weiteren Verlauf des Jahres derzeit eher düster sind.
Quelle: Die Welt