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Danke Bern-anke // Steffens


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moya:

Danke Bern-anke // Steffens

 
03.05.06 20:04

Danke Bern-anke

von Jochen Steffens

Normalerweise sind Notenbankchefs, insbesondere amerikanische, in den Augen der meisten Analysten komplette Vollidioten. So zumindest ist der Eindruck, wenn man sich die ewigen Abgesänge, besonders auch unserer amerikanischen Kollegen, zu Gemüte führt. Natürlich wird dabei geflissentlich vergessen, dass man nicht einfach so "Notenbankchef" wird, auch nicht in den USA. Obwohl dort schon eine abgeschlossen Berufserfahrung als Schauspieler ausreicht, um Präsident zu werden, oder Gouverneur. Bei Notenbankchefs ist das dann doch etwas anderes. Wie sich Ben Bernanke geben wird, muss sich allerdings noch zeigen, den ersten Fauxpas hat er schon hinter sich.

Preisdruck in der Eurozone

Im Moment muss sich Europa zumindest bei Bernanke bedanken. Heute morgen schickte neben dem Ölpreis auch die Veröffentlichung der Erzeugerpreise der Eurozone die Märkte in den Keller. Und zwar sind diese um 0,4 % angestiegen, das ist ein Anstieg im Jahresvergleich um 5,1 %! Gleichzeitig sank die Arbeitslosenquote in der Eurozone überraschend auf 8,1 %, prognostiziert waren 8,2 %. Das ließ die Sorge aufkommen, dass die EZB nun aufgrund der Inflation die Zinsen anheben werde und das auch angesichts derArbeitsmarktdaten kann.

Dabei vergessen die Markteilnehmer, dass der Euro gerade massiv angestiegen ist. Wenn der Euro steigt, dann erhalten Sie (theoretisch) mehr Waren für die gleiche Summe Geld. Das ist inflationsdämpfend. Wenn die EZB die Zinsen anhebt, hat Sie auch im Sinn, die Währung, also den Euro zu stärken. Ebenfalls um die Inflation zu bekämpfen.

Unbemerkte "Leitzinsanhebung"

Nun hat aber das große "Ben Bernanke Missverständnis" dazu geführt, dass der Euro bereits deutlich zugelegt hat. Dieser Anstieg entspricht in etwas (schätzungsweise) einer Zinserhöhung in der Eurozone um 0,25 Prozentpunkte. Mit anderen Worten – Bernanke sei Dank, die EZB hat etwas mehr Luft bekommen und könnte theoretisch noch etwas abwarten.

Um 12.00 Uhr dann meldete die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), dass die Teuerungsrate in den Mitgliedsstaaten weiter auf 2,6 % nach zuvor 2,8 % zurückgegangen ist. Haupteinflussfaktor hier, die Energiepreise: Diese zogen im Vergleich zum Vormonat um 12,7 % an. Ohne Lebensmittel und Energie betrug die Teuerungsrate wie im Vormonat moderate 1,8 %. Viel ist das nicht ...

Alles also kein Grund zur Sorge.

Die wirklichen Sorgen liegen hier

Aber der Ölpreis steigt wieder – Brent notiert erneut über 75 Dollar. Als Grund wird weiter die Zuspitzung im Iran-Konflikt genannt, aber auch die Verstaatlichung der Öl- und Gasinfrastruktur in Bolivien hat einen Einfluss. Hier wird allerdings mehr befürchtet, dass der Einflussverlust der USA in Südamerika weiter zunehmen könnte, insbesondere nachdem Bolivien, Venezuela und Kuba nun eine Art Freihandelsabkommen geschlossen haben. Gerade Venezuela macht zunehmend Front gegen die USA. Und Venezuela ist der fünftgrößte Öllieferant der Welt.

Inflation ist alles

In den USA wird der erneute Anstieg der Öl- und Energiepreise die Inflation (kurzfristig) wieder anziehen lassen. Da Ben Bernanke beim Dinner erneut betonte, dass die Fed sich hart an den US-Wirtschaftsdaten halten werde, kann es sein, dass steigende Inflationsraten die Fed veranlassen werde, die Zinsen doch weiter zu erhöhen. Vielleicht vergleichsweise schnell nach einer vorherigen Zinspause. Das muss abgewartet werden.

Die Märkte reagieren immer noch kaum

Immer noch reagieren die Märkte kaum auf den letzen Anstieg des Ölpreises. Wie gesagt, ein Zeichen der inneren Stärke. Ohne den Ölpreisanstieg hätte der Dow sicher schon sein Allzeithoch bei 11750 Punkten gesehen. Man hat das Gefühl, der Markt will einfach nicht runter. Doch auf der anderen Seite kann der S&P500 seit 33 Handelstagen oder 1 1/2 Monaten die 1310 Punkte Marke nicht nachhaltig überwinden. Irgendwann geht den Bullen die Luft aus. Ohne Wenn und Aber kann man festhalten, dass die 1310er Marke eine ganz schöne Bank ist. Mittlerweile müsste der S&P schon bei 1325 Punkten oder höher stehen, damit man von einem wirklichen Bruch reden kann.

Anzeichen von Schwäche abhängig von der Entwicklung in den USA

Der Dax näherte sich derweil meiner altbekannten Zielmarke, die bei 6250 Punkte liegt. Aber es zeigen sich auch zunehmend charttechnische Schwächezeichen. Diese müssen allerdings im Zusammenhang mit der 1310 Punkte Marke im S&P 500 gesehen werden. Fällt diese Marke, kann es im Dax auch wieder dynamisch werden und alle Schwächeanzeichen sind dahin. Die 1310 ist die Marke des Jahres 2006 bisher.

Mittwoch, 3. Mai 2006

US-Konjunkturdaten

von Jochen Steffens

16.00 Uhr:

Der ISM Dienstleistungsindex notiert bei 63,0 %. Erwartet wurde der ISM Service-Index bei 59,2 bis 59,4 % nach zuvor 60,5 %.

Wesentlich besser als erwartet und damit weiterer Spielraum für die FED die Zinsschraube noch nicht zu lockern.

Das gleiche Bild bei den Industrieaufträgen, diese sind um 4,2 % gestiegen. Erwartet wurde ein Anstieg von lediglich 3,5 bis 3,8 % nach zuvor +0,4 % (revidiert von +0,2 %).

16.30 Uhr

Die Rohölvorräte sind in der vorangegangenen Woche um 1,7 Mio. Barrel gestiegen, nach zuvor -200.000 Barrel.

Die Benzinvorräte vergrößerten sich ebenfalls um 2,1 Mio. Barrel, nach zuletzt Minus 1,9 Mio. Barrel.

Die Vorräte an Destillaten (u.a. Heizöl)sind gegenüber der Vorwoche um 1,1 Mio. Barrel geschrumpft, nach zuvor +1,0 Mio. Barrel.

Benzin und Rohölvorräte steigen, das ist beruhigend. Dass die Heizölvorräte sinken ist angesichts der nahenden Sommers wenig von Belang. Das sollte eigentlich den Ölpreis etwas fallen lassen – das wäre wiederum gut für die Märkte.

Wieder einmal zwei Signale in verschiedene Richtungen, da muss abgewartet werden, welches der Markt als entscheidender einstuft.

18.00 Rede von Ben Bernanke

Es wird erwartet, dass er zu dem "Ben Bernanke Missverständnis" etwas sagt. Also vor 18 Uhr werden die Märkte eher schwächer notieren, da sie fürchten, es könnte etwas in Richtung straffer Geldpolitik sein.

Gruß Moya Danke Bern-anke // Steffens 2535841

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