@St2023
Lass mal gut sein, ich bin auch kein Experte. Für mich ist Börse nur ein Hobby und gewisserweise auch ein notwendiges Übel. Du hast gestern nur mehrere Dinge gepostet, die einfach falsch sind. Ich wollte das nur richtigstellen. Tut mir leid, wenn Du dich da irgendwie persönlich angegriffen fühlst.
Es ist einfach Unsinn, zu unterstellen, daß ein Unternehmen mit 33€ Gewinn pro Aktie besser ist als ein anderes mit nur 13€ Gewinn pro Aktie. Man vergleicht ja auch keine Aktienkurse miteinander, ohne die Zahlen in einen gewissen Kontext zu setzen. Nicht nur die Aktienzahl gilt es zu berücksichtigen, sondern auch der nötige Aufwand um den Gewinn zu erzielen, z.B. den Umsatz oder die nötigen Resourcen wie Fabriken oder Personal. MBG ist mit ähnlich hohem Gewinn bei halb so großen Umsatz - nach meinem Verständnis - etwa doppelt so profitabel wie VW. Das kannst Du auch direkt beim Vergleich von Rentabilitätskennzahlen wie Return on Equity oder Return on Assets ablesen.
https://de.marketscreener.com/kurs/aktie/...P-AG-436541/fundamentals/https://de.marketscreener.com/kurs/aktie/...N-AG-436737/fundamentals/Behauptungen, wie Kurse von 90€ sind unerreichbar (MBG) oder bei 180€ ist der Höchstfall (VW) halte ich nicht für sinnvoll. Auf kurze Frist mag das zutreffen, aber langfristig sehe ich mehr Potential auch wenn die hohen Dividenden den Kurs drücken werden. Eine hohe Ausschüttungsquote ergibt einen entsprechend hohen Dividendenabschlag. Das ist klar.
Ich orientiere mich aber am aktuellen und den zukünftig prognostizierten Buchwerten. Der Buchwert sinkt ja mit den Dividenden auch, aber nur kurzfristig über ein oder zwei Quartale. Es wird ja nur ein Teil der Gewinne ausgeschüttet. Auf Jahressicht steigen die Prognosen weiter deutlich. Daher mein Optimismus.
Ich hatte das Prinzip ja schonmal
2019 und 2020 für Daimler vorgestellt.
Bei meiner Theorie gehe ich einfach davon aus, daß der Aktienkurs langfristig gesehen mit dem Buchwert steigt und fällt. Bei Daimler waren Kurse vom 1,5fachen Buchwert in Hochphasen erreichbar. Die Volkswagenaktie schaffte immerhin den 1,0fachen Buchwert. Das Ganze ist eher eine langfristige Strategie und dient nur der groben Orientierung. Ich habe die Zeit und auch gute Einstiegskurse. Mir reichen die Dividenden während der längeren Haltezeit völlig aus.
Die Bewertungen spielen für mich aber schon eine große Rolle. Besonders bei den langfristigen Investments versuche ich Aktien zu kaufen, wenn sie günstig sind. Ich horche ja nicht auf Empfehlungen einzelner Analyten. Als Maßstab dienen vielmehr die bekannten Kennzahlen und die auf den Unternehmensausblicken basierenden Prognosen. Für das Timing der Käufe und Verkäufe reicht mir ein kurzer Blick auf den Kurschart. Ich handle wenig, sondern verbringe die meiste Zeit mit Warten und Beobachten... oder anderen Dingen. ;) Der Gewinn kommt dann früher oder später automatisch.
Welche Ereignisse letztendlich für zukünftige Übertreibungen sorgen werden, kann heute niemand sagen. Zwei der drei letzten Übertreibungen bei Volkswagen (2008 und 2021) liefen recht überraschend innerhalb weniger Tage bzw. Wochen ab. Bei MBG setze ich eher auf einem solides Geschäft, als auf ein "Kurswunder".
P.S.: Ja die Telekom- und Gazprom-Annekdoten sind toll. Das nennt man dann entsprechend (frei nach Kohl) die
Gnade der früheren Geburt. ;) Den Hype um die T-Aktie hatte ich mitbekommen. Mir blieb der "Ärger" mit dem Neuen Markt komplett erspart. Meine Kommilitonen und Arbeitskollegen hatten damals weniger Glück.
P.P.S.: Die Sonderdividende gab es für die VW-Aktionäre beim IPO der Porsche AG. Ich habe meine Aktien vorher verkauft und später nach dem Abschlag wieder günstig gekauft. Das war für mich steuerlich besser. Beim Daimler-Split gab es Gratisaktien. Der Aktienkurs und der Kaufkurs wurden entsprechend splitbereinigt. Das Hoch lag kurz vorher bei 91,60€. Das war wohl mit 92€ gemeint.