Daimler sollte sich von Chrysler trennen


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vega2000:

Daimler sollte sich von Chrysler trennen

 
25.10.01 18:01
Das Kapital: Daimler sollte sich von Chrysler trennen

Dieter Zetsche leistet vorzügliche Arbeit. Der operative Verlust bei Chrysler ist deutlich stärker zurück gegangen als erwartet, und das trotz des Absatzrückgangs, des erheblichen Verlustes von Marktanteilen und der Gewährung von hohen Rabatten gegen Ende des Quartals.

Auch bei den anderen Sorgenkindern, Mitsubishi und Freightliner, gibt es Hoffnungsschimmer - zumindest auf der Kostenseite. Japan-Chef Rolf Eckrodt scheint über dem Plan zu liegen. Die Frage ist, ob die Kosten in den kommenden Quartalen so schnell gestutzt werden können, wie sich das Marktumfeld verschlechtert. Im Oktober sieht es beim US-Absatz nicht schlecht aus. Aber die Kaufanreize sind riesig, die gewährt werden müssen, um "Amerika am rollen zu halten". Sie werden auf rund 3000 $ pro Fahrzeug geschätzt. Die jetzigen Käufe sind nur vorgezogen, nicht zusätzlich.

Die Hersteller wären besser beraten, die Geschäfte später zu ordentlichen Preisen abzuschließen. Massenentlassungen und Haushaltsbilanzen sprechen jedenfalls nicht für eine schnelle Belebung des Automarktes. Auch in Europa sinkt das Verbrauchervertrauen zusehends. Bei Chrysler macht zudem der rapide Verlust von Marktanteilen Sorge. Im Sepember ist er auf 11,8 Prozent gefallen, von 14,9 Prozent im Vorjahr. Neue Modelle sind nicht so zahlreich vorgesehen, dass man von einer baldigen Umkehr ausgehen kann.


Die Aktie ist vorderhand billig. Würde Chrysler wie in besseren Zeiten verdienen, notierte sie etwa mit dem sechsfachen Gewinn. Doch die Probleme in den USA dürften sich noch eine Weile hinziehen. Geld- und Fiskalpolitik könnten im Verlaufe des nächsten Jahres einen merklichen Aufschwung auch am Automarkt bewirken. Aber ungleichgewichtig wie die US-Wirtschaft ist, könnte der hoch umkämpfte amerikanische Automarkt - von Ausreißern abgesehen - noch Jahre dümpeln und schwierig bleiben.


Es kein Geheimnis, dass Daimler ohne Chrysler höher notierte als jetzt. So abgedroschen es klingen mag: Bei Daimler sollte man sich ernsthaft überlegen, Chrysler wieder los zu werden. Nicht jetzt. Dieter Zetsche soll seinen Job zu Ende führen. Unterdessen kann man auf bessere Marktbedingungen hoffen. Doch dann sollte Daimler den Schritt erwägen, den BMW im kleineren Rahmen vorgemacht hat. Es geht nicht darum, wie vorzüglich Daimler heute ohne Chrysler dastehen würde. Es geht darum, dass der US-Massenhersteller in unregelmäßigen Abständen immer wieder für Ungemach sorgen wird - siehe Opel und Ford Europa. BMW und Porsche zeigen, dass es für Daimler keine unternehmerische Notwendigkeit gibt, an Chrysler festzuhalten. Im Gegenteil.

Quelle:ftd

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vega2000:

Analysteneinstufung

 
25.10.01 18:05
Empfehlung: Analysten bewerten DaimlerChrysler unterschiedlich

Nachdem DaimlerChrysler neue Zahlen vorgelegt hat, stuft Merck, Finck & Co. die Aktie auf "Marketperformer" hoch. ABN Amro bewertet das Unternehmen weiter mit "Reduce".

Merck Finck & Co. hat die Bewertung der DaimlerChrysler-Aktie auf "Marketperformer" angehoben. Nach Ansicht der Analysten wird sich die Aktie im kommenden halben Jahr bei einer Schwankung von fünf Prozent im Gleichklang mit dem Dax entwickeln. DaimlerChrysler hatte am Dienstag für das dritte Quartal einen bereinigten operativen Gewinn von 666 Mio. Euro verkündet.

In einer Studie vom Mittwoch schreiben die Analysten, die bisherige Einstufung als "Underperformer" sei angesichts der Ertragsentwicklung nicht mehr gerechtfertigt. Vor allem bei Chrysler sei sie besser als erwartet ausgefallen. Allerdings würde die konservative Prognose für den Gewinn je Aktie im Gesamtjahr beibehalten.

LBBW: "Outperformer"

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) bleibt bei ihrem "Outperformer"-Rating für die Aktie. Als Gründe für die positive Entwicklung nennt Analyst Wolfgang Albrecht in einer Studie vom Mittwoch die Mercedes PKW-Sparte und eine bessere Entwicklung des Ergebnisses bei Chrysler. Außerdem halte der Konzern trotz der Terroranschläge in den USA weiter an seinen Ertragszielen für 2001 fest. Diese sind für das Jahr 2002 nach Meinung von Albrecht jedoch noch von "großer Unsicherheit" geprägt. Den operativen Gewinn für 2001 schätzt der Analyst auf 1,2 bis 1,7 Mrd. Euro.

Auch die WGZ-Bank sieht ihre Erwartungen für DaimlerChrysler nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen übertroffen. Der geringere Verlust bei Chrysler konnte wohl durch Maßnahmen zur Reduzierung der Kosten und Steigerung der Effizienz erreicht werden, schreibt Analyst Stephen Schneider in einer Studie vom Mittwoch. Dadurch seien negative Effekte kompensiert worden. Er meint, dass das Unternehmen sein Ergebnisziel für dieses Jahr erreichen wird.

WGZ-Bank: "Marketperformer"

Den Gewinn pro Aktie (EPS) hebt er von 0,20 Euro auf 0,69 Euro an. Aber auch Schneider geht davon aus, dass das Risiko für 2002 "extrem hoch" sei. Er erwartet eine Revision der bisherigen Prognose, da die jetzige zu optimistisch sei. Vor diesem Hintergrund müsse die Einstufung als "Marketperformer" trotz der guten Entwicklung bei Chrysler beibehalten werden.

ABN Amro lässt sich von den überraschend guten Unternehmenszahlen nicht beeindrucken. Wegen der schlechten Erwartungen für das vierte Quartal und das Jahr 2002 bewerten die Analysten die Aktie von DaimlerChrysler weiterhin mit "Reduce".

Quelle: ftd

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