Das Kapital: Daimler sollte sich von Chrysler trennen
Dieter Zetsche leistet vorzügliche Arbeit. Der operative Verlust bei Chrysler ist deutlich stärker zurück gegangen als erwartet, und das trotz des Absatzrückgangs, des erheblichen Verlustes von Marktanteilen und der Gewährung von hohen Rabatten gegen Ende des Quartals.
Auch bei den anderen Sorgenkindern, Mitsubishi und Freightliner, gibt es Hoffnungsschimmer - zumindest auf der Kostenseite. Japan-Chef Rolf Eckrodt scheint über dem Plan zu liegen. Die Frage ist, ob die Kosten in den kommenden Quartalen so schnell gestutzt werden können, wie sich das Marktumfeld verschlechtert. Im Oktober sieht es beim US-Absatz nicht schlecht aus. Aber die Kaufanreize sind riesig, die gewährt werden müssen, um "Amerika am rollen zu halten". Sie werden auf rund 3000 $ pro Fahrzeug geschätzt. Die jetzigen Käufe sind nur vorgezogen, nicht zusätzlich.
Die Hersteller wären besser beraten, die Geschäfte später zu ordentlichen Preisen abzuschließen. Massenentlassungen und Haushaltsbilanzen sprechen jedenfalls nicht für eine schnelle Belebung des Automarktes. Auch in Europa sinkt das Verbrauchervertrauen zusehends. Bei Chrysler macht zudem der rapide Verlust von Marktanteilen Sorge. Im Sepember ist er auf 11,8 Prozent gefallen, von 14,9 Prozent im Vorjahr. Neue Modelle sind nicht so zahlreich vorgesehen, dass man von einer baldigen Umkehr ausgehen kann.
Die Aktie ist vorderhand billig. Würde Chrysler wie in besseren Zeiten verdienen, notierte sie etwa mit dem sechsfachen Gewinn. Doch die Probleme in den USA dürften sich noch eine Weile hinziehen. Geld- und Fiskalpolitik könnten im Verlaufe des nächsten Jahres einen merklichen Aufschwung auch am Automarkt bewirken. Aber ungleichgewichtig wie die US-Wirtschaft ist, könnte der hoch umkämpfte amerikanische Automarkt - von Ausreißern abgesehen - noch Jahre dümpeln und schwierig bleiben.
Es kein Geheimnis, dass Daimler ohne Chrysler höher notierte als jetzt. So abgedroschen es klingen mag: Bei Daimler sollte man sich ernsthaft überlegen, Chrysler wieder los zu werden. Nicht jetzt. Dieter Zetsche soll seinen Job zu Ende führen. Unterdessen kann man auf bessere Marktbedingungen hoffen. Doch dann sollte Daimler den Schritt erwägen, den BMW im kleineren Rahmen vorgemacht hat. Es geht nicht darum, wie vorzüglich Daimler heute ohne Chrysler dastehen würde. Es geht darum, dass der US-Massenhersteller in unregelmäßigen Abständen immer wieder für Ungemach sorgen wird - siehe Opel und Ford Europa. BMW und Porsche zeigen, dass es für Daimler keine unternehmerische Notwendigkeit gibt, an Chrysler festzuhalten. Im Gegenteil.
Quelle:ftd
Dieter Zetsche leistet vorzügliche Arbeit. Der operative Verlust bei Chrysler ist deutlich stärker zurück gegangen als erwartet, und das trotz des Absatzrückgangs, des erheblichen Verlustes von Marktanteilen und der Gewährung von hohen Rabatten gegen Ende des Quartals.
Auch bei den anderen Sorgenkindern, Mitsubishi und Freightliner, gibt es Hoffnungsschimmer - zumindest auf der Kostenseite. Japan-Chef Rolf Eckrodt scheint über dem Plan zu liegen. Die Frage ist, ob die Kosten in den kommenden Quartalen so schnell gestutzt werden können, wie sich das Marktumfeld verschlechtert. Im Oktober sieht es beim US-Absatz nicht schlecht aus. Aber die Kaufanreize sind riesig, die gewährt werden müssen, um "Amerika am rollen zu halten". Sie werden auf rund 3000 $ pro Fahrzeug geschätzt. Die jetzigen Käufe sind nur vorgezogen, nicht zusätzlich.
Die Hersteller wären besser beraten, die Geschäfte später zu ordentlichen Preisen abzuschließen. Massenentlassungen und Haushaltsbilanzen sprechen jedenfalls nicht für eine schnelle Belebung des Automarktes. Auch in Europa sinkt das Verbrauchervertrauen zusehends. Bei Chrysler macht zudem der rapide Verlust von Marktanteilen Sorge. Im Sepember ist er auf 11,8 Prozent gefallen, von 14,9 Prozent im Vorjahr. Neue Modelle sind nicht so zahlreich vorgesehen, dass man von einer baldigen Umkehr ausgehen kann.
Die Aktie ist vorderhand billig. Würde Chrysler wie in besseren Zeiten verdienen, notierte sie etwa mit dem sechsfachen Gewinn. Doch die Probleme in den USA dürften sich noch eine Weile hinziehen. Geld- und Fiskalpolitik könnten im Verlaufe des nächsten Jahres einen merklichen Aufschwung auch am Automarkt bewirken. Aber ungleichgewichtig wie die US-Wirtschaft ist, könnte der hoch umkämpfte amerikanische Automarkt - von Ausreißern abgesehen - noch Jahre dümpeln und schwierig bleiben.
Es kein Geheimnis, dass Daimler ohne Chrysler höher notierte als jetzt. So abgedroschen es klingen mag: Bei Daimler sollte man sich ernsthaft überlegen, Chrysler wieder los zu werden. Nicht jetzt. Dieter Zetsche soll seinen Job zu Ende führen. Unterdessen kann man auf bessere Marktbedingungen hoffen. Doch dann sollte Daimler den Schritt erwägen, den BMW im kleineren Rahmen vorgemacht hat. Es geht nicht darum, wie vorzüglich Daimler heute ohne Chrysler dastehen würde. Es geht darum, dass der US-Massenhersteller in unregelmäßigen Abständen immer wieder für Ungemach sorgen wird - siehe Opel und Ford Europa. BMW und Porsche zeigen, dass es für Daimler keine unternehmerische Notwendigkeit gibt, an Chrysler festzuhalten. Im Gegenteil.
Quelle:ftd