Cybernet vor Trendwende?

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Cybernet vor Trendwende? Pichel

Cybernet vor Trendwende?

 
#1
Cybernet vor Trendwende?
  ++ Millionen für Millionen ++
(Instock) Cybernet will seine Daten-Center an deren bisherigen Mieter Telehouse verkaufen. 30 Millionen Euro wollen die Münchener so einnehmen. Instock sprach mit dem Vorstandschef Andreas Eder über den Verkauf des Tafelsilbers.

Instock:
Sie haben de facto ihr Tafelsilber verkauft. Wieso?
Eder:
Nein, das sehe ich anders. Das sind nicht betriebsnotwendige Anlagen, die für uns einfach Kapital binden. Das ist für uns tot und bringt uns nichts. Wir haben ja bereits vor einem Jahr mit der Telehouse einen Vertrag geschlossen, wonach Telehouse die ganzen Daten-Center managt. Wir mieten nur bestimmte Flächen zurück, in denen wir unseren Service anbieten. Ob die Daten-Center nun uns gehören oder nicht, ist völlig unwichtig.

Instock:
Sie haben mit den Daten-Centern also kein Geld verdient?
Eder:
Doch, haben wir schon. Die waren hoch profitabel.

Instock:
Demnach lag hier nicht Kapital brach, sondern hat Gewinne eingebracht. Im Sommer 2001 sprachen Sie noch von einer 80-prozentigen Marge.
Eder:
Das ist richtig. Wir haben pro Jahr mit den Daten-Centern insgesamt netto 5,5 bis 6 Millionen Euro verdient. Wenn man diesen Cash-flow für die nächsten Jahre weiterführt, ist das sicher ein hoher Wert. Auf der anderen Seite ist es für uns viel wichtiger, jetzt Kapital zur Verfügung zu haben, mit dem wir unsere Restrukturierung anpacken können. Es ist zwar richtig, dass wir aus den Centern bisher einen Einkommensstrom hatten. Doch das nutzt uns nichts, wenn wir unsere Restrukturierung nicht hinbekommen.

Instock:
Sie wollen also mit dem Geld nicht Ihre Anleihen zurückkaufen?
Eder:

Das meinte ich mit Restrukturierung. Mit diesen 30 Millionen Euro hätten wir sowohl Kapital für die Weiterführung des Geschäftes bis zum Erreichen des Break-even als auch Geld für den Rückkauf der Bonds, um uns so zu entschulden.

Instock:
Reichen die 30 Millionen dafür aus?
Eder:
Die Bonds werden ja zu einem erheblichen Discount gehandelt. Wir haben Angebote am Markt, die Junior-Bonds mit einem Volumen von 100 Millionen Dollar für 1 Prozent zurückzukaufen. Es kann sein, dass aufgrund der Pressemeldung der Preis ein wenig ansteigt, aber die Marktpreise sind extrem niedrig. Uns wurde zugetragen, dass Senior-Bonds zu 6 Prozent gehandelt wurden.

Instock:
Sie haben ja bereits Bonds im größeren Stil zurückgekauft. Wie viele Senior-Bonds sind noch am Markt?
Eder:
Es sind derzeit noch Senior-Bonds für 67 Millionen US-Dollar draußen. Wenn wir die für 10 Prozent kaufen können, würde uns das 6,7 Millionen Dollar kosten.

Instock:
Sie sprachen vom Erreichen des Break-even. Wann soll das soweit sein?
Eder:
Es ist ja so, dass die Mieteinnahmen - sollte der Deal über die Bühne gehen - ab dem zweiten Quartal 2002 wegfallen. Wir hätten andererseits einen einmaligen hohen Umsatz, der im ersten Quartal 2002 verbucht wird. Das wird zu einem kurzfristigen, außerordentlichen Ertrag führen. Damit werden wir kurzfristig im ersten Quartal einen Gewinn ausweisen. In der Folgequartalen werden uns aber die Mieteinnahmen fehlen. Dadurch wird sich unser Break-even um zirka ein Jahr verschieben.

Instock:
Das heißt 2003 oder 2004?
Eder:
Das heißt 2003.

Instock:
Sie mussten ja für die Bonds auch Zinsen zahlen. Wie ist das Verhältnis zwischen den bisher gezahlten Zinsen und den Mietausfällen?
Eder:
Die Zinsen für die Senior-Bonds haben wir auf einem Treuhand-Konto zurückgelegt. Da erste Zahlung, die wir sozusagen aus dem Unternehmen leisten müssten, wäre im Januar 2003 fällig. Wenn wir die Bonds vorher eliminieren, müssten wir auch diese Zahlung nicht leisten.

Instock:
Ist denn noch Geld auf diesem Treuhand-Konto?
Eder:
Ja, da ist noch Geld drauf. Insgesamt sind das noch 7 Prozent der 67 Millionen Dollar. Wenn wir beispielsweise die Bonds für 10 Prozent kaufen würden, benötigten wir von den 30 Millionen nur rund 3 Prozent für den Erwerb der Bonds.

Instock:
Sie sprachen davon, von den 30 Millionen Euro möglicher Einnahme auch das laufende Geschäft finanzieren zu wollen. Wie viel Geld verbrennen Sie derzeit pro Quartal?
Eder:
Wir liegen jetzt bei 2,5 bis 3 Millionen Euro Verlust im Quartal. Der Wert nimmt von Quartal zu Quartal stark ab. Wir sparen Kosten, wo es geht.

Instock:
Wofür wollen Sie den Rest des Geldes einsetzen.
Eder:
In den heutigen Zeiten sollte man lieber vorsichtig sein und sich etwas Geld auf die Seite legen.

Instock:
Es war von einem sogenannten Weißen Ritter, der MFC-Bank, die Rede. Was ist aus dem Nothelfer geworden?
Eder:
Die MFC-Bank wurde von den Großaktionären Ventegis und Holger Timm ins Spiel gebracht. Die haben der MFC-Bank ihre Stimmrechte – insgesamt 26 Prozent - überschrieben. MFC ist mit dem Restrukturierungsplan des Managements nicht einverstanden. Die hatten ihren eigenen Plan vorgeschlagen. Diesen Restrukturierungsplan haben sie jetzt aber wieder zurückgezogen. Die Gespräche mit der MFC–Bank sind jetzt eingestellt worden. Was die jetzt weiter vor haben, wird sich wahrscheinlich auf der nächsten Hauptversammlung zeigen.


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