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Der beliebteste Trick, Riesensummen dem Blick der Öffentlichkeit zu entziehen, ist die "Bad Bank". Das sind Geldinstitute, die all die faulen Kredite und "Wert"-Papiere sammeln und auf bessere Zeiten hoffen. Es ist die Hoffnung von Schrotthändlern: Vielleicht kommt ja einer, braucht ein Einzelteil, kauft etwas ab. Allein Deutschland hat fünf solcher Bad Banks, die all den Kehricht früherer Jahre verwalten. Und der macht insgesamt 430 Milliarden Euro aus.
Die Banken Europas sitzen auf einer Billion fauler Kredite. Dumm nur, dass diese Lasten in offiziellen Rechnungen überhaupt nicht erfasst sind, sondern in Bad Banks ausgelagert sind. Auch die Europäische Zentralbank muss aufpassen, dass sie nicht eines Tages eine Abwicklungstochter gründen muss - denn sie ist längst im Schattenschuldenreich angekommen.
Die Banken des Kontinents sitzen inzwischen auf einer Billion fauler Kredite, die Summe hat sich innerhalb von vier Jahren verdoppelt
Das Schattenschuldenreich ist in Wahrheit ja noch viel größer: Über das EZB-System der Notenbanken, über eine Art Kontokorrentkredit, werden seit einiger Zeit Gütergeschäfte klammer Südländer vorfinanziert, allein bei der Bundesbank haben sich hieraus Target-Forderungen von mehr als 700 Milliarden aufgebaut. Hinzu kommt die European Liquidity Assistance, die im Fall von Finanzengpässen spontan helfen soll. In Irland und Griechenland handelt es sich dabei um einen Dauereinsatz. Das Geld fließt über die jeweilige nationale Notenbank, in Athen sind es vier Milliarden Euro, mit denen sich der Schuldenstaat über Wasser hält.