Die Technologie vervierfacht die Geschwindigkeit von Wertpapiergeschäften am Telefon
Wenn dem Anleger der Zukunft auf dem abendlichen Heimweg einfällt, dass er noch ein paar BMW-Aktien kaufen möchte, dann geht er in die Telefonzelle, lässt sich den aktuellen Kurs nennen und teilt der mechanischen Stimme am anderen Ende dann mit, sie solle ein Paar BMW-Aktien für ihn erwerben. Das klingt ziemlich futuristisch. Wenn es nach der Citibank geht, dann ist dieses Szenario die längste Zeit Fantasie gewesen und wird in naher Zukunft elöektronische Finanzrealität.
Die weltweit größte Privatkundenbank, eine Tochter der Citigroup, führt ein neues Sprachdialogsystem für den Wertpapierhandel ein. Damit werden Anfragen nicht mehr durch einen Mitarbeiter am Telefon, sondern durch eine vollelektronisches „Interactive Voice System“ bearbeitet. Der Vorteil liegt in der Möglichkeit, rund um die Uhr gleichzeitig 3.800 eingehende Gespräche abzuarbeiten. Das entspräche einer Vervierfachung der bisherigen Kapazität.
Im einzelnen ist das System in der Lage, eine Order für die 3.000 meistgehandelten Papiere auch in natürlicher Sprache zu verstehen, für diese braucht quasi keine WKN mehr genannt zu werden. Unter der Nennung der WKN reagiert das System auf alle 42.150 in Deutschland zum Handel freigegebenen Titel und Optionsscheine. Ebenfalls neu eingeführt wird die Möglichkeit der Abfrage von Real-Time-Kursen.
Mit dem neuen System rüstet sich die Citibank strategisch für die Zukunft. In Deutschland ist die Bank mit dem Angebot des neuen Systems Vorreiter und geht davon aus, dass sich die Entwicklung in Zukunft in die genannte Richtung bewegen wird. Das würde der Citibank einen Marktvorteil verschaffen. Um das neue System für Anleger attraktiver zu machen verweist die Bank darauf, dass sich die Orderkosten durch die Neuerungen um 34 bis 75 Prozent, und die Mindestordergebühr um 68 Prozent senken werden.
aus WO