CHART-KOLUMNE:


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CHART-KOLUMNE:

 
03.06.01 10:55
DAX über die Pfingsttage im Winterschlaf  

FRANKFURT (dpa-AFX) - In den letzten Handelstagen vollzogen die wichtigsten internationalen Aktienindizes eine Kursabschwächung, womit die positive charttechnische Ausgangslage der Vorwoche nicht umgesetzt werden konnte. Sowohl die US Indizes, als auch die europäischen Standardwerte- und Wachstumswerteindizes legten den Rückwärtsgang ein, womit sich das allgemeine technische Umfeld erneut einzutrüben begann. Auch der deutsche Aktienindex DAX drängte in den letzten Handelstagen in den unmittelbaren Bereich der unteren charttechnischen Begrenzungsmarke der seit sechs Wochen gültigen Schiebezone, bevor er sich zum Wochenende hin wieder leicht erholte. Auffallend ist hierbei, dass dieser ganze Entwicklungsprozess bei einer extrem niedrigen, mittelfristigen Bewegungsdynamik erfolgt (ungeachtet der zum Teil heftigen Tagesbewegungen), welche über den ADX in seiner Standardeinstellung mit einem Stand unter 10 Punkten ausgewiesen wird. HAUPTAUGENMERK AUF DER MITTELFRISTIGEN UND KURZFRISTIGEN BEWEGUNGSDYNAMIK Nahe einer charttechnisch wichtigen Begrenzungsmarke, wie es auch aktuell immer wieder der Fall ist, stellt sich jedes Mal wieder die grundsätzliche Frage, mit welcher Wahrscheinlichkeit der DAX diese Marke nachhaltig überwinden bzw. unterschreiten wird. Betrachten wir den Index isoliert von den äußeren Faktoren, liegt unser Hauptaugenmerk auf der mittelfristigen und der kurzfristigen Bewegungsdynamik. Diese gibt uns einen doch recht konkreten Eindruck, inwieweit wir von einer gefestigten Bewegungsstabilität des Kursverlaufes ausgehen können, was wiederum konkreten Einfluss auf die Beurteilung der Zuverlässigkeit bzw. des Erfolges eines Kursverlaufes hat. Ist die mittelfristige Bewegungsdynamik vergleichsweise hoch und weist eine steigende Tendenz auf, so können wir eine recht stabile und somit auch zuverlässige Bewegungstendenz unterstellen und können uns somit unter praktischen Handelsüberlegungen darauf einstellen, was Positionsgröße und Stop Kurs Platzierung betrifft. Zur Orientierung: im DAX zeigten statistische Tests bezogen auf einen Zeitraum von etwa 9 Jahren, dass bei einem ADX in seiner Standardeinstellung von mehr als 20 Punkten und steigender Tendenz, eine recht hohe Zuverlässigkeit bei Trendbewegungen erwartet werden kann, die auch profitabel im Trendfolgeansatz gehandelt werden können. GESAMTANALYSE DES MARKTUMFELDES EHER WICHTIG Umgekehrt, ist die Bewegungsdynamik sehr niedrig bzw. fallend, nimmt der Zuverlässigkeitsgrad dramatisch ab, der Kursverlauf wird immer stärker abhängig von äußeren Einflüssen und verliert sein Eigenleben. In einem solchen Fall ist der isolierte Blick auf den Index mitunter wenig sinnvoll, hier ist eine Gesamtanalyse des Marktumfeldes eher wichtig. Hinzu kommt, dass auf Grund der sich daraus ableitenden geringen Bewegungsstabilität des Kursverlaufes, die Arbeit mit Kurszielen, engmaschig gesetzten Stop Kursen und kleinen Positionsgrößen zwingend ist. In Phasen wie diesen, sind in der Regel mehr Fehlsignale zu erwarten als in Phasen mit hoher mittelfristiger Bewegungsdynamik. INTERNATIONALES UMFELD In solch einer Phase befinden wir uns. Wie hoch ist somit die Wahrscheinlichkeit, dass der DAX in den nächsten Tagen unter die 6032 Indexpunkte fällt? Bezogen auf die sehr niedrige Bewegungsdynamik, ist die Wahrscheinlichkeit dafür nicht sehr hoch, eher kann ein erneuter false break erwartet werden. Dehnen wir die Untersuchung jedoch noch auf das internationale Umfeld aus, steigt die Wahrscheinlichkeit weiter fallender Kurse an. An erster Stelle der Argumentationskette steht Wall Street. Der DAX hängt im Zusammenhang mit seiner niedrigen Bewegungsdynamik im hohen Maße von der Entwicklung in den USA ab - mehr als in Phasen hoher Eigendynamik. Der Dow Jones rutschte nun unter die 11000 und liegt damit wieder unter der psychologisch wichtigen Marke, welche noch vor zwei Wochen als die "allgemein glücklich machende" charttechnische Hürde galt. Hier liegt uns nun ein kurzer, aber intakter tertiärer Abwärtstrend vor. Gleiches gilt für den S&P 500 Index. Auch hier istdie charttechnisch recht wichtige Unterstützung im Bereich um 1275 / 1265 unterschritten worden. Bei den Technologiewerten ist das noch nicht ganz so dramatisch, der NASDAQ 100 liegt noch über seiner unteren Begrenzung der aktuell gültigen Konsolidierungszone bei 1750 Indexpunkten. Können sich die US Indizes als Triebfedern der Märkte nicht kurzfristig erholen, droht ein Fall des DAX aus der aktuell noch gültigen Schiebezone. FAZIT Als Fazit können wir festhalten: zum aktuellen Zeitpunkt bleibt der DAX ein enger Trading Markt, der auf Grund seiner recht niedrigen mittelfristigen Bewegungsdynamik weiterhin kein stabiles Trendverhalten aufweist. Unser Augenmerk liegt auf der unteren Begrenzungsmarke der aktuell gültigen Konsolidierungs- / Schiebezone. Solange diese nicht nachhaltig nach unten hin per Schlusskurs durchbrochen wird, bleibt die strategisch neutrale Gesamteinschätzung unverändert gültig. Somit sind derzeit Positionierungen nur bedingt sinnvoll. Innerhalb der definierten Schiebezone sollte der Einsatz von Day-Trading Strategien jeder weiterführenden Positionierung vorgezogen werden, bzw. Positionierungen ganz zurückgestellt werden. Derzeit verpassen wir wohl nichts im DAX. ---Uwe Wagner, Deutsche Bank---  



Quelle: DPA
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