aber das was du siehst, ist eben das was der Markt oberflächlich sieht.
Das ist gar nicht als Vorwurf gemeint, zumal ja der Vorstand nichts dafür tut, ein paar Effekte auf Gewinn und Cashflow mal darzulegen. Hätte man in der Kapitalmarktpräsentation im Dezember tun können. Darauf haben viele gewartet.
Wieso erklärt man nicht, wo für halbwegs involvierte Aktionäre die ganz offensichtlichen Effekte liegen? Wenn ich alleine sehe, wie hoch im 1.Halbjahr 2020 allein die Corona-Effekte plus Sonderabschreibungen waren, und noch bedenken, dass im saisonal stärkeren 2.Halbjahr sich wegen Corona das Geschäft auch nicht voll entfalten konnte, dann ist doch eigentlich klar, dass schon 2020 unter normalen Umständen das Ebit durchaus hätte 15 Mio höher liegen können. Und das ist auch der Grund wieso ich 2022 bei leichtem Wachstum mindestens 20 Mio mehr Vorsteuergewinn erwarte als 2020. Dafür braucht es nur mal ein Jahr ohne Sonderabschreibung und ohne Corona. Ist ja nun kein Hexenwerk. Aber solange der Vorstand nicht in der Lage ist, mal eine entsprechende Prognose zu kommunizieren, klebt der Kurs halzt auf diesem Niveau fest. Und da gebe ich dir durchaus recht. Wenn man nur auf die aktuellen Zahlen schaut, ist man mit EV/Umsatz von 1,2 und Ebit-Marge von etwa 5,5% nun wirklich kein Kauf. Aber wie gesagt, die Marge lässt sich ohne weiteres auf 10% heben, und selbst das ist ausbaufähig. Und ganz schnell würde sich dann auch die verschuldung deutlich durch die Cashflows reduzieren. Wobei man das in diesen Niedrigzinszeiten gar nicht allzu stark tun sollte. Aber ich gehe davon aus, dass man die nettoverschuldung bis Ende 2023 auf das 3fache Ebit bzw. 3-4fachen FCF drücken könnte. Und dann würde man die Aktie auch ganz anders bewerten, wenn man diese Perspektive mal aufzeigen würde. Für 2022 erwarte ich bereits einen EV/Umsatz von 1,0 und KGV von 10,0. Sollte man 2022/23 jeweils 6-8% wachsen, würde man die Aktie auch zumindest langsam an die Peergroup anpassen. Einen Kurs von 43 €, wo die Verkaufshochs der letzten Jahre lagen, wäre dann das Mindests. Aber zugegeben, das sagen wir hier auch schon seit zwei Jahren. Teilweise muss man dem Vorstand da Vorwürfe machen, was die Kommunikation betrifft. teilweise muss man aber auch sagen, dass Corona zu einem denkbar blöden zeitpunkt für Cegedim kam, da man ja seit Ende 2018 durchaus Wachstum ausgewiesen hat. Ich denke, die 7-8% Rate hätte man auch 2020 ohne Corona beibehalten können. Und ohne die Sonderabschreibung UK wäre das EBit dann wohl schon bei 35-37 Mio € rausgekommen, trotz der hohen Anlaufverluste bei Maiia.
the harder we fight the higher the wall