2010 wird gutes Aktienjahr - Schwellenländer sind Favorit
24.11.2009 17:02
LONDON (dpa-AFX) - 2010 sollte laut ING ein insgesamt gutes Aktienjahr mit
einer abermals überdurchschnittlichen Entwicklung der Schwellenländer-Märkte
werden. Als Kurstreiber dürfte neben höheren Unternehmensumsätzen vor allem die
durch Kostensenkungen begünstige Entwicklung der Gewinne dienen, sagte
Aktienstratege Patrick Moonen am Dienstag bei einer Konferenz in London. Dort
stellte der niederländische Finanzkonzern seine Erwartungen für das kommende
Jahr vor.
MIT SCHWELLENLÄNDER-AKTIEN 25% ERTRAGSWACHSTUM
Das wichtigste Investmentthema sind laut Moonen die Schwellenländer. Die
dortigen Gesamterträge aus Aktieninvestments dürften im Vergleich zu 2009 um 25
Prozent steigen und damit stärker als irgendwo sonst auf der Welt. Er betrachte
Aktien aus diesen aufstrebenden Ländern "nicht mehr als bloße Spekulation auf
die globale Wachstumsentwicklung, sondern als Region, die ihre ganz eigenen
Chancen und Möglichkeiten bietet", so der Experte.
Starke volkswirtschaftliche Bilanzen, wozu Spar- und Schuldenquoten,
Leistungsbilanz und langfristige Wachstumsaussichten gehörten, versprächen ein
hohes Ertragswachstum und eine überragende Profitabilität. Die steigenden
Rohstoffpreise begünstigten die Schwellenländer ebenfalls, "könnten aber
gleichzeitig zu einer höheren Divergenz innerhalb dieser Länder führen". Ein
Ertragsplus von 23 Prozent prognostiziert der ING-Experte Anlegern in den
europäischen Aktienmärkten.
FOKUS RICHTET SICH STÄRKER AUF DIVIDENDEN
Einen weiteren Trend für 2010 sieht Moonen im stärkeren Fokus der Investoren
auf Zusatzrenditen, wobei vor allem die Bedeutung der Dividenden steige. Die
positive Entwicklung von Gewinnen und Ausschüttungsquoten deuteten auf ein
zweistelliges Dividendenwachstum hin, womit sich die Dividendenrenditen den
Zinsen für Unternehmensanleihen annähern dürften. Daneben erwartet der
Aktienstratege einen "Wandel bei der Sektorführerschaft". Da zyklische Aktien
sich bereits deutlich erholt hätten, gebe es nun mehr Aufwärtspotenzial für
stärker defensiv ausgerichtete Sektoren: "Der Gesundheitssektor und
Telekommunikation bieten die attraktivsten Bewertungen, während Anleger bei
Werten aus dem gehobenen Konsumgüterbereich vorsichtig sein sollten.
Rohstoffsektoren und benachbarte Branchen werden von steigenden Preisen
profitieren."/gl/wiz