Die Osterfeuer werden gegen 20 Uhr angezündet, und Mitternacht ist meist alles vorbei. Und die Zeiten, in denen wir Autoreifen mit verbrannten, sind ja schon lange Geschichte. Ich kenne auch noch Zeiten, in denen Stroh auf den Feldern verbrannt wurde. Das war schlimmer. Und was die Entwicklungsländer betrifft: Alles ist da wie bei uns inzwischen in Kunststoff verpackt. Und die fackeln das Zeug hinter ihren Hütten ab, wenn der Wind es noch nicht weggeweht hat. Arme Leute habenb eben andere Sorgen als Natur- oder Tierschutz. Doch das Bewußtsein ändert sich langsam, z.T. unter wirtschaftlichen Zwängen. Wenigstens gibt es einige Lichtblicke. Die Dominikaner haben z.B. erkannt, daß ein abgeholztes Land kein attraktives Urlaubsziel ist. Dort wird heute eher um Bäume herumgebaut statt sie zu fällen.
@Depothalbierer: Wenn ich aus meinem Bürofenster sehe, ist bis zum Horizont alles gelb. Nach der Wende hatten wir hier zehn Jahre Brachland. Die Grillen zirpten abends so laut, daß man manchmal ins Haus ging, um die Ohren zu schonen. Inzwischen ist die Geräuschkulisse überschaubar. Mir hat es schon in den 70er Jahren weh getan, als in DDR riesige Landwirtschaftsflächen geschaffen worden sind. Gräben, Wege und Hecken verschwanden und viele Tiere auch. Nördlich von uns gibt es die Uckermark, eine Endmoränenlandschaft mit Hügeln, Seen, Wäldern und sehr dünn besiedelt. Die ist heute Teil eines Nationalparks. (Die DDR hatte kurz vor ihrem endgültigen Ende noch einige Nationparks geschaffen.) Es ist echt eine Erholung für die Seele, dort spazierenzugehen. Aber man kann das ganze Land nicht in Nationalparks verwandeln. Und ich weiß nicht, wie man praktisch umsetzbar Naturschutz mit effizienter Landwirtschaft verbinden kann. Die polnische Variante mit kleinen Feldern und armen Bauern ist wohl keine Alternative. Statt mehr für Benzin auszugeben, sollten wir wohl eher bereit sein, mehr für gutes Essen zu zahlen. Genug essen wir sowieso schon.
R.