BTW 22.9.02/Juli-Umfrage: Was würdet ihr wählen?


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SchwarzerLor.:

BTW 22.9.02/Juli-Umfrage: Was würdet ihr wählen?

 
13.07.02 19:08
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SchwarzerLor.:

FTD: CATS von der BTW ausgeschlossen.

 
13.07.02 19:10
ftd.de, Fr, 12.7.2002, 14:30,
aktualisiert: Fr, 12.7.2002, 16:58  
CATS von der Bundestagswahl ausgeschlossen

Der Bundeswahlausschuss hat acht Parteien zur Bundestagswahl am 22. September zugelassen und 23 Vereinigungen als Parteien anerkannt. Bevor die zugelassenen Vereinigungen tatsächlich zur Wahl antreten können, müssen sie noch Unterschriften von Unterstützern sammeln.

Die Entscheidung über deren Zulassung zur Wahl fällt am 26. Juli. Insgesamt lagen den neun Mitgliedern des Wahlausschusses die Anträge von 47 Vereinigungen vor. Keine Unterschriften sammeln müssen die Parteien im Bundestag, SPD, CDU, CSU, Grüne, FDP und PDS. Das trifft auch auf die im Landtag von Brandenburg vertretene DVU und die in der Hamburger Bürgerschaft vertretene Partei Rechtsstaatlicher Offensive (Schill-Partei) zu.

BSM und CATS wurden abgelehnt

Zu den vom Bundeswahlausschuss abgelehnten Vereinigungen zählen unter anderem der Bund der sozialen Mitte (BSM) und die Creative Alternative Tierhaltung Stuttgart (CATS). Begründung für eine Ablehnung ist laut Hahlen, der auch Präsident des Statistischen Bundesamtes ist, dass es keine Erkenntnisse über eine ernsthafte politische Betätigung gebe. Auch die Virtuellen Volksvertreter Deutschlands (VVD) wurden nicht als Partei anerkannt.

Die 23 Vereinigungen müssen nun für jeden Direktkandidaten die Unterstützung von mindestens 200 Wahlberechtigten des jeweiligen Wahlkreises bekommen. Für einen Landeslistenvorschlag brauchen sie – je nach Bundesland - Unterschriften von bis zu 2000 Wahlberechtigten. Die Kreiswahlvorschläge und Landeslisten müssen bei den Kreiswahlleitern beziehungsweise den Landeswahlleitern bis zum 18. Juli eingegangen sein. Die Entscheidung über die Zulassung fällen die Kreiswahlausschüsse und Landeswahlausschüsse am 26. Juli.

Zur Wahl 1998 hatten sich 68 Gruppen beworben. Als erstem Exoten wurde der Spaßpartei der Parteienstatus zuteil. Die Anerkennung als Partei erhielten auch Außenseiter wie die Freiheitliche Partei Deutschlands (FP), die Deutsche Soziale Union (DSU) sowie die Christliche Mitte (CM). Die NPD, die Grauen Panther, die DKP sowie die KPD wurden ebenfalls anerkannt.

Die in den Parlamenten vertretenen Parteien erhalten automatisch die Zulassung zur Bundestagswahl, wenn sie dies wünschen. Sie können bundesweit oder aber nur in einzelnen Bundesländern antreten.

© 2002 Financial Times Deutschland

Quelle: www.ftd.de/sp/ak/1026457622513.html?nv=cptn
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ruhrpottzocker:

Die Frauen ??

 
13.07.02 19:37

Kenn ich nich !

Die wären so ziemlich die einzigen, die mich von meiner Entscheidung für die PDS abbringen könnten. Nur frag ich mich, wer verbirgt sich dahinter ?

SL, gibt es Infos dazu ? Wie sehen die aus ? Sind die auch schön herzlich und charakterlich gefestigt, humorvoll, tolerant, kritisch und liebevoll, leistungsorientiert, technikfreundlich, mittelstandzugewandt, sozial eingestellt und mit ökologischem Bewusstsein versehen, also links ?

Ach nee - ich bleib bei der PDS - da weiss man, was man hat ! Keine Experimente !

<img src=/images/voting.png border=0> BTW 22.9.02/Juli-Umfrage: Was würdet ihr wählen? 719302
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SchwarzerLor.:

@ruhrpottzocker: Hier Details!

 
13.07.02 21:11
Ob sie dir gefallen? Mal schauen:

Link: www.woman.de/diefrauen/

Also ehrlich: Ich glaube meine Ansichten teilen die nicht gerade.

Schönes Wochenende,
S.Lord
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ruhrpottzocker:

Schwarzer Lord: wir sind uns wieder mal über

 
13.07.02 21:18

alle Parteigrenzen einig.

Du hast Recht !

Auch dir ein schönes Wochenende

<img src=/images/voting.png border=0> BTW 22.9.02/Juli-Umfrage: Was würdet ihr wählen? 719321
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proxicomi:

@RZ weißt eigentlich was du das wählst?

 
13.07.02 21:36
schau dir mal mecklenburg-vorpommern(die einzigendie erst nach 100 jahren merken, das es die ddr nicht mehr gibt) an, dann siehst du es. arbeitslosigkeit gleich null, wohlstand ohne ende. m-v ist hinter vorgehaltener hand, die schweiz des nordens.

P.S. auch das einzige bundesland nach berlin, in dem solche volksnahen und "sozialen" elemente gewählt werden.


wähl lieber die frauen:)

gruß
proxi
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ruhrpottzocker:

Klar weiss ich, was ich wähl !!

 
14.07.02 19:10

Ich würd auch gern Frauen wählen. Aber die ? Nee !

<img src=/images/voting.png border=0> BTW 22.9.02/Juli-Umfrage: Was würdet ihr wählen? 719534
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Depothalbierer:

An ruhrpottzocker und proxicomi

 
14.07.02 21:05
In unserem Bundesland M/V läuft wirklich alles perfekt.
Die Arbeitslosigkeit ist die niedrigste bundesweit, der Wohlstand ist fast nicht mehr auszuhalten.
Die Großunternehmen werden in Scharen angelockt.
Und wem haben wir das zu verdanken?!
Einer der korruptesten Landesregierungen (SPD/PDS) in D.
Bestechung, Vorteilsnahme, der Versuch, den Chef des Landesrechnungshofes mundtot zu machen, der den Mut hatte, die Mißstände anzuprangern.

Dieses Gesocks muß schleunigst weg!
Und das ist auch bald weg!(Da ist ja selbst Roland Koch noch besser)
Ich denke, daß Du Scherze machst, rpz.
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lehna:

Berlin streicht Krawattengeld

 
14.07.02 21:39
Manche denken,bei uns gäbe es keine Reformen.Falsch.Wowereit und Gysi haben jetzt das Krawattengeld in Berlin gestrichen.Spitzenbeamte müssen sich ihre Schlipse jetzt selbst kaufen.Nur so kann man Haushalte sanieren.
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SchwarzerLor.:

Stimmungspatt? Nicht ganz...

 
15.07.02 08:38
Aus der FTD vom 15.7.2002 www.ftd.de/wahl-barometer
Wahlbarometer: Stimmungspatt in einem launischen Sommer
Von Peter Ehrlich, Berlin
Die SPD hat sich am Freitag über eine Zahl besonders gefreut: Obwohl die Sozialdemokraten wegen der schlechten Arbeitsmarktdaten einen Rückschlag befürchtet hatten, haben sie bei der von der Forschungsgruppe Wahlen ermittelten politischen Stimmung fast eingeholt.
Umfrage zur Bundestagswahl
Die SPD kommt auf 40 Prozent, die Union auf 41 Prozent der Stimmen. Nüchterner sehen die gewichteten Zahlen der Forschungsgruppe aus: SPD und Union legen leicht zu, Grüne und FDP verlieren, die Mehrheiten im neuen Bundestag sind ungewiss. In einem meteorologisch und politisch wechselhaften Sommer sind bislang zwei Dinge gewiss: Union und FDP halten ihren Vorsprung vor Rot-Grün und die Stimmung im Land bleibt eher gespalten. Die SPD hat nur noch ein Ziel: Sie will stärkste Partei werden, weil allein dann Gerhard Schröder Kanzler bleibt.
Der grüne Koalitionspartner wiederum will die drohende große Koalition zum Thema machen, wenn die Wähler knapp bleiben. Joschka Fischer dürfte im Interesse seiner Partei bereit sein, das Risiko einzugehen, dass Schröder am Ende entscheidende Stimmen fehlen. Was beiden Parteien nutzen soll, kann am Ende beiden schaden.

© 2002 Financial Times Deutschland , © Illustration:  FTD
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maxperforma.:

Die Frauen sind mir

 
15.07.02 10:00
zu fundamentalistisch.
SIEGER hätte bestimmt nen Riesenspaß mit denen!



Kurz-Programm der Feministischen Partei DIE FRAUEN
Präambel

Die Feministische Partei DIE FRAUEN stellt die Interessen von Frauen in den Mittelpunkt ihrer Politik. Die wirtschaftliche Lage von Frauen spielt dabei eine ebenso wichtige Rolle wie die Verwirklichung unseres Rechts auf Selbstbestimmung in bezug auf Sexualität, Schwangerschaft und die Wahl unserer Lebensweise.

Wir wollen mehr politische Macht für Frauen. Nicht nur, weil das ein Gebot der Demokratie und der Gerechtigkeit ist, schließlich sind Frauen die Mehrheit, sondern auch, weil wir der festen Überzeugung sind, dass die bestehende Gesellschaftsordnung - Staat, Produktion, Reproduktion und die Verteilung aller Güter - aus der Sicht von Frauen neu gestaltet werden muss. Wir stellen folgendes fest: Die prekäre Weltlage, in der wir uns befinden, die Armut, der Hunger, die Ausbeutung von Menschen und der Raubbau an der Natur, alle Kriege und die Gefährdung unseres Lebens durch Atomkraftwerke und Chemieindustrie sind Werke von Männern. Sie sind in den Köpfen von Männern entstanden und werden unter der Herrschaft von Männern ausgeführt. Wir versprechen uns von einer Politik von Frauen eine vernünftigere, am Leben und an den Bedürfnissen aller Menschen orientierte Herangehensweise an sämtliche politischen Fragen.

Wir leben in einer patriarchalen Gesellschaft, deren politische Strukturen von Männern für Männer erdacht wurden und von Frauen kaum genutzt werden können. Die demokratischen Rechte wie Pressefreiheit, Vereinigungsfreiheit und das Recht auf politische Einflussnahme durch die Beteiligung an Wahlen werden durch die Repression patriarchaler Strukturen und die ökonomische Macht einer Minderheit ausgehöhlt. In der Wirtschaft und in der Politik entscheiden wenige - meist Männer - allein darüber, was für wen unter welchen Bedingungen produziert und propagiert, geforscht und erfunden wird. Dabei nehmen sie weder Rücksicht auf die elementaren Bedürfnisse aller Menschen - am wenigsten auf die von Frauen - noch auf das menschliche Leben selbst. Im Gegenteil: Um ihre Macht zu vergrößern, um hohe Profite und schnelle Gewinne in aller Welt zu erzielen, gehen sie buchstäblich über Leichen.

Ebenso zerstörerisch wie das patriarchale System von Wirtschaft und Politik sind die tief verwurzelten patriarchalen Ideologien von der Überlegenheit der einen Sorte Mensch über die andere: Von der Überlegenheit der Weißen, von der Überlegenheit bestimmter Völker und von der Überlegenheit bestimmter Kulturen und Wertsysteme. Dazu gehört auch das patriarchale Weltbild, in dem Frauen stets eine untergeordnete Rolle zugedacht wird. Aus diesen Ideologien wird auch die Vorstellung von dem Recht der "Überlegenen" abgeleitet, die "Unterlegenen" zu unterdrücken und auszubeuten. Die Verinnerlichung dieser Ideologie durch die Unterdrücker und häufig auch durch die Unterdrückten ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für das Funktionieren des Patriarchats.

Herrschaft üben auch solche Menschen aus, die selbst von anderen beherrscht werden: Männliche Angehörige unterdrückter und verfolgter Gruppen werden im Umgang mit Frauen selbst zu Unterdrückern, und auch Frauen nehmen teil an der Unterdrückung und Verfolgung anderer. Der Reichtum dieses Landes basiert zum größten Teil auf der systematisch betriebenen Verarmung anderer Länder. Alle, die davon profitieren, auch Frauen, sind mittel- oder unmittelbar dafür verantwortlich.

Die gesellschaftliche Situation von Frauen ist weltweit dadurch gekennzeichnet, dass sie von Anfang an geringere Wertschätzung erfahren als Angehörige des männlichen Geschlechtes und dazu bestimmt werden, diesem in jeder Weise dienlich zu sein. Das patriarchale System wird mit Gewalt aufrechterhalten. Hinzu kommt, dass die Verstrickungen zwischen den Angehörigen einer dominierenden und denen einer unterlegen gehaltenen Gruppe nirgends so groß sind wie bei dem Verhältnis unter den Geschlech-tern. Im Unterschied zu dem üblichen Verhältnis zwischen Angehörigen dominierender und unterlegener Gruppen sind Frauen und Männer über verschiedene Beziehungsarten auch emotional - durch Mutter/Sohn-, Schwester/Bruder-, Tochter/Vater- und Frau/Mann-Beziehungen - miteinander verstrickt. Dies ist einer der Gründe dafür, dass der Befreiungskampf der Frauen länger dauert und weniger entschlossen geführt wird als alle anderen Befreiungskämpfe in der Geschichte.

Wir verstehen die Gestaltung einer feministischen Gesellschaftsordnung als einen Entwicklungsprozess, in dem vieles erst neu erfunden werden muss. Eines wissen wir jedoch schon heute: Wir wollen weder auf Kosten anderer Völker noch um den Preis einer zerstörten Natur leben. Wir sind auch nicht dazu bereit, umsonst, unterbezahlt oder ohne soziale Absicherung zu arbeiten.

Bei der Auseinandersetzung um eine herrschaftsfreie Gesellschaft brauchen Feministinnen einen langen Atem, Zorn und Willen zur Macht. Unsere Kraft besteht in unseren Argumenten, in unserer Parteilichkeit für Frauen und Mädchen und in unserer Arbeit, die wir für eigene Interessen einsetzen und anderen verweigern können. Unsere heutigen Aktivitäten sind Grundelemente, auf denen die nach uns kommenden Frauen und Mädchen bauen können, ebenso wie wir auf dem aufbauen, was unsere Mütter, Großmütter, und Urgroßmütter bereits erkämpft haben.

Frauen in die Politik

Wir wollen mehr politische Macht für Frauen. Der zahlenmäßige Anteil der Frauen im Bundestag, in allen Landes- und Kommunalparlamenten und in allen anderen politischen Positionen muss auf mindestens 52 Prozent erhöht werden.

Nach dem geltenden Bundeswahlgesetz wird die eine Hälfte der Bundestagsabgeordneten über die Landeslisten der Parteien und die andere Hälfte von den Wählerinnen und Wählern in den Wahlkreisen direkt gewählt. Über 80 Prozent der direkt gewählten Abgeordneten sind Männer. Wir wollen eine gerechte Verteilung der Parlamentssitze. Deswegen muss der Anteil der Frauen auf den Landeslisten aller Parteien mindestens 80 Prozent betragen. Höchstens jeder fünfte Platz darf von einem Mann belegt werden. Grundsätzlich wollen wir, dass mehr Frauen in die Parlamente und in Machtpositionen kommen. Unsere eigentliche Aufgabe besteht jedoch darin, als Feministinnen selbst in das politische Geschehen einzugreifen. Hierbei gehen wir von der Überzeugung aus, dass feministische Politik für alle Menschen sinnvoll und die Voraussetzung für das Weiterleben auf dieser Erde ist.

Wertewandel in der Wirtschaft - hier und weltweit

Das herrschende Weltwirtschaftssystem bedeutet für die Länder Asiens, Afrikas und Südamerikas die Verarmung eines Großteils ihrer Bevölkerung, die Ausbeutung ihres natürlichen Reichtums und die Zwangsverschmelzung ihrer vielfältigen Kulturen zu einer uniformen Coca-Cola-Kultur. Wachsende Auslandsverschuldung zwingt viele Staaten zu einem Schuldendienst, der einen skandalösen Kapitaltransfer von der armen in die reiche Welt zur Folge hat. Es liegt auf der Hand, dass die Auswirkungen einer solchen Politik zu Lasten der ohnehin armen Bevölkerungsmehrheit gehen. Betroffen sind an erster Stelle Frauen - hier und weltweit. Daran hat sich in den letzten Jahrzehnten trotz Gleichstellungspolitik und sogenannter Frauenförderung nichts geändert. Im Gegenteil: Die seit Anfang der 90er Jahre betriebene Globalisierung und Liberalisierung der Wirtschaft hat die wirtschaftliche und soziale Lage von Frauen weiter verschlechtert. Immer noch leisten Frauen zwei Drittel der Arbeit weltweit, verfügen aber nur über zehn Prozent der Einkommen und ein Prozent der Vermögen.

Armut ist weiblich - in den sogenannten Entwicklungsländern wie auch in den Industrieländern. Deshalb wollen wir ein Wirtschaftssystem, das nicht mehr auf Kosten von Frauen, auf Kosten anderer Kulturen und auf Kosten der Natur geht, dass sich nicht am Profit, sondern an Lebensqualität und am Schutz der Erde orientiert.

Wir wollen eine ökofeministische Weltinnenpolitik, die zum Aufbau einer Gegenbewegung mit alternativen Wirtschafts- und Gesellschaftsentwürfen beiträgt.

Wir wollen eine neue internationale Gültigkeit radikal anderer Werte und Wirtschaftsformen, ohne den Dominanzanspruch eines Modells und unter Wahrung regionaler und kulturspezifischer Vielfalt. Wir setzen uns ein für die Schaffung regionaler, sozial kontrollierbarer Wirtschaftsräume, in denen im Einklang mit der Natur und in demokratischer, kreativer Weise das produziert wird, was den Grundbedürfnissen der Menschen in der Region entspricht. Jede Region muss ihren Grundbedarf eigenständig decken können.

Wir wollen, dass "Entwicklungshilfe"-Gelder dazu verwendet werden, die autonome Frauenbewegung in den Ländern Asiens, Afrikas und Südamerikas zu stärken, ihre internationale Vernetzung und Zusammenarbeit mit feministischen Zusammenschlüssen im Norden zu ermöglichen, um gemeinsame Positionen, Strategien und Aktionen auf internationaler Ebene zu erarbeiten und durchzuführen.

Wir wollen eine Mindestquotierung von 50 Prozent für alle Stellen und Gelder der "Entwicklungshilfe" zugunsten von Frauen.

Wir wollen auf eine Veränderung unseres Lebensstandards in den Industrieländern hinarbeiten. Dazu gehören sparsamer Umgang mit Energie, die Bewahrung der Natur und gezielte Entwicklung sozialen und ökologischen Bewusstseins.

Wir wollen ein Wirtschaftssystem, in dem jede Person von dem Ertrag ihrer Arbeit in Würde leben kann. Die bezahlte und die unbezahlte Arbeit muss von Frauen und Männern zu gleichen Teilen übernommen werden. Damit die bezahlte Arbeit für alle reicht, muss die wöchentliche Vollerwerbsarbeitszeit bei existenzsicherndem Entgelt erheblich reduziert werden. Ebenso muss die unterschiedliche Bewertung "typisch männlicher" und "typisch weiblicher" Tätigkeiten und deren unterschiedliche Bezahlung ein Ende finden.

Menschen- und BürgerInnenrecht für Flüchtlinge und MigrantInnen

Wir wollen, dass Frauen, die wegen ihres Geschlechts oder wegen ihrer sexuellen Orientierung in Gefahr sind, in der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen und besonders unterstützt werden. Geschlechtsspezifische Verfolgungen durch einen Staat, durch das soziale Umfeld oder innerhalb der Familie müssen durch die Genfer Flüchtlingskonvention als Fluchtgrund anerkannt werden. Klitorisverstümmelung gehört ebenso dazu wie Schleierzwang.

Die Situation ausländischer Ehefrauen, deren Aufenthaltsrecht allein von ihren Ehemännern abgeleitet wird, ist prekär: Frauen, die von ihren Ehemännern verlassen werden, oder diese - z. B. weil sie von ihnen misshandelt werden - selbst verlassen, verlieren ihr Aufenthaltsrecht und können ausgewiesen werden. Wir wollen, dass ausländische Ehefrauen ein eigenständiges Aufenthaltsrecht erhalten - vom Tag ihrer Einreise an.

Wir wollen, dass alle Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt in diesem Land haben, politisch gleichgestellt werden. Angehörige anderer Nationalität sollen nach zwei Jahren das aktive und nach fünf Jahren das passive Wahlrecht bekommen. Da dies nach geltender Auslegung des Grundgesetzes an die deutsche Staatsangehörigkeit geknüpft ist, muss diese nach zwei Jahren auf vereinfachtem Wege an diejenigen verliehen werden, die sie haben wollen. Die doppelte Staatsangehörigkeit muss selbstverständlich möglich sein. Kinder, die hier geboren werden, sollen die Staatsangehörigkeit ihrer Eltern und die deutsche Staatsangehörigkeit von Geburt an haben.

Gleichstellung aller Lebensweisen

Wir wollen die Gleichberechtigung aller Lebensweisen. Alleinlebende und Paare, verheiratet oder unverheiratet, heterosexuell oder lesbisch, müssen vom Staat gleich behandelt werden. Das Ehegattensplitting, das einen jährlichen Steuerausfall von ca. 40 Milliarden Mark verursacht, muss abgeschafft werden. Jede Person soll individuell sozial abgesichert und besteuert werden. Besonders gefördert werden dürfen nur diejenigen, die Kinder oder andere Personen betreuen, die sich nicht selber versorgen können.

Viele Menschen wohnen in Wohngemeinschaften zusammen. Für Frauen mit Kindern sowie für alte Frauen bietet das gemeinschaftliche Wohnen eine Möglichkeit, sich bei der Bewältigung des Alltags gegenseitig zu unterstützen. Wir wollen, dass der Wunsch nach gemeinschaftlichem Wohnen als Planungsfaktor bei allen Neubau- und Stadterneuerungsmaßnahmen in angemessener Weise berücksichtigt wird. Das Mietrecht und die Wohneigentumsförderung müssen entsprechend reformiert werden. Die Lebensform Wohngemeinschaft soll die gleiche Chance bekommen wie andere Lebensformen.

Wir wollen, dass die Rechte von Lesben als Alleinlebende, als Paare und in Wohngemeinschaften gestärkt werden. Lesbische Lebensweisen müssen als positive Wahlmöglichkeit für Frauen überall sichtbar gemacht werden: Im Bildungsbereich, in allen Medien und in der Politik müssen sie ebenso selbstverständlich vorkommen wie die heterosexuelle Lebensweise. Nur so kann die Diskriminierung von Lesben beendet werden. Jede Frau hat dann die Chance, ihre Lebensweise frei zu wählen.

Selbstbestimmtes Leben mit Kindern

Frauen haben ein Recht darauf, selbst darüber zu entscheiden, ob sie eine Schwangerschaft austragen oder ob sie sie abbrechen, ohne jede staatliche oder ärztliche Einmischung. Wir wollen, dass der § 218 StGB gestrichen wird.

Wir wollen, dass Frauen Kinder haben können, ohne dafür ihren Beruf aufgeben oder auf eine Beteiligung am politischen und kulturellen Leben verzichten zu müssen. Jedes Kind hat ein Recht auf optimale Betreuung zu Hause und in einer Tagesstätte, in der es sich altersgemäß zusammen mit anderen Kindern entwickeln kann. Menschen mit kleinen Kindern müssen ihre Erwerbsarbeitszeit reduzieren oder unterbrechen können, ohne dabei unangemessene Einkommenseinbußen zu erleiden. Dasselbe gilt für Personen, die Alte, Kranke oder Menschen mit Behinderungen betreuen.

Wir wollen, dass jedem Kind ab vollendetem ersten Lebensjahr eine angemessene Betreuung in einer öffentlichen Einrichtung garantiert wird. In allen Betreuungseinrichtungen sind Mädchen besonders zu fördern, da sie unter den gegenwärtigen Bedingungen strukturell benachteiligt sind.

Die Kinderbetreuung muss staatlich finanziert werden und hat durch pädagogisches Fachpersonal entsprechend der Altersgruppen in kleinen Gruppen zu erfolgen.

Das Kindergeld ist zur Zeit zu niedrig. Wir wollen ein bedarfsgerechtes Kindergeld: Es muss mit dem altersgemäßen Bedarf des Kindes steigen, anstatt wie jetzt mit der Anzahl der Kinder. Eltern und Gesellschaft müssen sich gleichermaßen für Kinder verpflichtet fühlen. So sind auch die Kosten für Erziehung, Betreuung und Versorgung durch ein angemessenes Kindergeld zu sichern.

Wir wollen, dass das Sorgerecht für ein Kind der Mutter zunächst allein zusteht, unabhängig davon, ob sie mit dem Vater des Kindes verheiratet ist oder nicht. Selbstverständlich kann eine Frau das Sorgerecht verlieren, wenn sie ihr Kind vernachlässigt oder schlecht behandelt. Grundsätzlich steht es ihr jedoch durch Schwangerschaft und Geburt allein zu. Väter können das Sorgerecht durch ihre tatsächliche Sorge für das Kind erwerben und zwar dadurch, dass sie mit dem Einverständnis der Mutter mindestens die Hälfte des Erziehungsurlaubs in Anspruch nehmen. Danach können sie beim Familiengericht das Sorgerecht beantragen, womit sie sich verpflich-ten, auch spätere Freistellungsansprüche - bei Krankheit des Kindes zum Beispiel - zur Hälfte wahrzunehmen. Bei einer Trennung der Eltern soll diejenige Person das Sorgerecht bekommen, die bislang den Hauptanteil an der Versorgung des Kindes übernommen hat und auch weiterhin dazu bereit ist. Ein gemeinsames Sorgerecht als Regelfall lehnen wir ab.

Wider die Gewalt gegen Mädchen und Frauen

Wir wollen, dass Mädchen und Frauen vor sexistischer Gewalt in- und außerhalb der Familie wirksam geschützt werden. Gewalt gegen Frauen und Mädchen muss gesellschaftlich geächtet und bestraft werden und darf nicht in diversen Medien regelrecht propagiert werden, wie es heute immer häufiger und zu immer besseren Sendezeiten geschieht. Die strafrechtliche Verfolgung von Vergewaltigung muss endlich innerhalb und außerhalb der Ehe in gleicher Weise erfolgen. Die bestehenden gesetzlichen Grundlagen müssen konsequent angewandt werden. Wir wollen, dass ein flächendeckendes Angebot an autonomen Frauenhäusern geschaffen wird. Dazu gehören auch Zufluchtstätten für Mädchen und Kinderschutzhäuser mit dem Angebot einer psychosozialen Nachbetreuung.

Sexistische Gewalt kommt nicht am Rande der Gesellschaft vor, sondern in ihrer Mitte: Sie betrifft Frauen aus allen Alters- und Berufsgruppen und aus allen sozialen Schichten. Zur Vorbeugung ist es erforderlich, eine patriarchatskritische Jungenarbeit zu leisten, die auf ein neues männliches Selbstverständnis hinarbeitet, das sich nicht über Dominanz und Gewalt definiert.

Feministische Bildung

Wir wollen eine Schule, in der Mädchen und Jungen sich individuell entfalten können. Lehrerinnen und Lehrer sollen sie begleiten und sie darin unterstützen, Verantwortung zu tragen, Konflikte und Probleme solidarisch zu lösen und Widerstand gegen hierarchisches Denken zu leisten.

Wir wollen, dass die strukturelle Benachteiligung von Mädchen in der Schule beendet wird. Der Unterricht soll teilweise in geschlechtspezifisch getrennten Gruppen erfolgen. Mädchen sollen lernen, sich besser zu behaupten, Jungen dagegen, auf Dominanzverhalten zu verzichten.

Wir wollen, dass Frauen mit Schulkindern ohne Einschränkung am Berufsleben teilnehmen können. Bis jetzt leisten Mütter die Arbeit der Hausaufgabenbetreuung. Diese wird jedoch nicht als Arbeit, sondern als Ausdruck von "Liebe" bewertet. Hausaufgaben sind aber Schularbeiten und müssen in der Schule von Fachkundigem Personal betreut werden.

Wir wollen eine nicht hierarchische, selbstverwaltete Ganztagsschule, in der angstfrei gelernt werden kann. An die Stelle der "Erziehung" soll ein Sich-Üben treten. Auf Auslese durch Benotung wollen wir verzichten und statt dessen die Lernenden durch individuelle Anerkennung fördern.

Wir wollen, dass die Ausbildung an Fach- und Hochschulen zu wissenschaftlicher Arbeit, kritischem Denken und verantwortlichem Handeln befähigt, und zwar unabhängig von Geschlecht, Alter, sozialem Umfeld und finanziellem Hintergrund der Studierenden. Deshalb müssen Studierende ausreichend finanziell gefördert werden, ohne dass sie sich dabei verschulden.

Wir wollen eine Öffnung der Fach- und Hochschulen für Studierende ohne Abitur, aber mit Berufsqualifikation.

Wir wollen, dass die Forschung an den Fach- und Hochschulen nicht länger einseitig männlich bestimmt wird. Feministische Forschung muss selbstverständlicher Bestandteil des Lebens an den Fach- und Hochschulen werden.

Wir wollen, dass die Stellen an Fach- und Hochschulen auf allen Ebenen mindestens zur Hälfte mit Frauen besetzt werden. In jedem Bundesland muss es Frauen-Hochschulen geben.

Stand Juni 1995

Das vorliegende Kurzprogramm der Feministischen Partei DIE FRAUEN erhebt in Bezug auf die angesprochenen Themen ebenso wie die Langfassung keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird vielmehr nach gründlichen und breit geführten Diskussionen ständig fortgeschrieben. Zur Zeit sind folgende programmatische Faltblätter lieferbar:

1. Kurzproramm (o. a. Text)

2. Anders Arbeiten und Wirtschaften (Kurzfassung des Ökonomieprogramms)

3. Migrantinnen und Flüchtlinge - gegen Rassismus und Antisemitismus

4. Frieden

5. Architektur und Stadtplanung


(aktualisiert von Ulli Behrens, Mitfrau im LMV Hmb.)
Antworten
SchwarzerLor.:

Infratest-Dimap-Umfrage

 
15.07.02 14:01
Vom 12.7.02:
CDU/CSU 40%
SPD 35%
FDP 9%
B90/Grüne 6%
PDS 6%
Sonstige 4%
Antworten
Seth Gecko:

ob ich überhaupt wählen soll? diese frage stelle

 
15.07.02 14:33
ich mir, seitdem ich die parteiprogramme der union (www.regierungsprogramm.de), der spd (www.spd.de), der fdp (www.fdp.de) und der gruenen (www.gruene.de) runtergeladen habe. Ich habe dies mit der Absicht getan, mich endlich mal über die INHALTE der Politik zu informieren, denn die herrschaften Schröder, Stoiber, Westerwelle, u.s.w. verbreiten doch eigentlich nur selbstbeweihräucherungen und Polemik. Doch leider finden sich in den durchschnittlich 70seitigen wahlprogrammen auch kaum handfeste Inhalte. Oft sind nichtmal Ziele, die erreicht werden sollen, sind klar formuliert. Ein Trauerspiel. Irgendwie komme ich mir verarscht vor. Die meisten Ideen hat auf den ersten Blick die FDP, sie nennt auch die meisten Pläne und ziele, wie z.B. eine Vereinfachung der EKSt, einen schlankeren Staat, weniger Bürokratie, niedrigere Steuern. Doch wie sie das (unmögliche) erreichen will bzw. finanzieren will, ist kaum erklärt. Störend ist auch die ablehnende Haltung gegen den Sozialstaat. Im Programm steht in etwa drin, daß leute, die arm sind, nicht nach dem Staat schreien sollen, sondern eigeninitiative zeigen sollen (was soll das heißen? Banküberfall???)...
das grüne Programm gleicht einer Öko-Fibel für Waldpfleger und Schneekoppe-Esser.
Das Programm der Union ist hohles Stückwerk mit dem Hauptaugenmerk auf Sicherheit und toller Staat und Kritik an Rot/Grün.
Das Programm der SPD ähnelt dem der Union teilweise, nur daß man natürlich die regierungsarbeit der letzten 4 Jahre in einem besseren Licht sieht...

Aber ich habe die Programme bisher nur überflogen. Vielleicht hat sie ja schon jmd gelesen, und kann mir sagen auf welchen Seiten ich handfeste Inhalte, Vorschläge, Pläne, Zukunftsperspektiven und Fakten finden kann. Ich würde mich freuen.

cu, seth
Antworten
flexo:

Entscheidungshilfe für unentschlossene

 
15.07.02 16:00
Themen aus "DER SPIEGEL" (Print):

-SPD:Schatzmeisterin im Visier

-Steuerreform:Milliarden vom Fiskus (vom Desaster der rot-grünen Steuerreform)

-Affären:Teurer Filz an der Saar

-Landwirtschaft:Zuschüsse gestoppt (für einen Verein eines Bundestagsabgeordneten, CDU)

-Umwelt:Verdächtige Müllmakler (Pannen der bayerischen Umweltbürokratie)

-T wie Tiefpunkt:Konzernchef Sommer musste vor der Wahl geopfert werden - um der SPD bei Kleinanlegern Stimmen zu verschaffen (Ob auch T-Aufsichtsratmitglied Ex-ZDF-Stolte dafür ist?)

-Gesundheit: Tamtam auf der Barrikade (Vom Kampf des "medizinisch-industriellen Komplex UND der DEUTSCHEN DIABETES GESELLSCHAFT gegen bessere und billigere Präparate für Diabetiker

-Sekten: (Haha, ich wußte´s doch immer;-)Wie Papa Rau einer Sekte zur billigen Immobilie verhalf

-Katholische Kirche: Vertuschen und versetzen (Wie deutsche Bischöfe mit ihren pädophilen Untergebenen umgehen)



Hmmmmmmmm ich wähle:DIE FRAUEN :-))))
Antworten
PRAWDA:

Die dümmsten Ochsen (Börsianer) wählen

 
15.07.02 17:36
ihre Schlachter (SPD, PDS) mit Genuss.
Antworten
SchwarzerLor.:

Für die August-Umfrage...

 
15.07.02 21:06
...werde ich dann versuchen eine wirklich komplette und aktuelle Liste der antretenden Parteien und Vereinigungen zur Wahl zu stellen. Obige Auswahl orientierte sich meinerseits an den BT-Parteien + mir einigermaßen von diversen Plakaten her geläufige Parteien der letzten BTW. Insofern könnte es für die allseits beliebte Frauenpartei eng werden...
Antworten
SchwarzerLor.:

Wahlkreiseinteilung: Höhere Hürde für PDS.

 
16.07.02 07:13
Die Hürde für die PDS liegt diesmal höher

Einteilung neuer Wahlkreise erschwert der Partei den Kampf um drei Direktmandate

Von Pitt von Bebenburg (Berlin)

Die PDS könnte nach der Bundestagswahl zum "Zünglein an der Waage" werden - wenn sie wieder ins Parlament einzieht. Angesichts der Umfragen muss die Partei bangen, ob sie die Fünf-Prozent-Hürde überspringt. Doch selbst wenn sie unter der Marke bleibt, könnte sie wieder in den Bundestag einziehen: mit dem Gewinn von mindestens drei Direktmandaten. Die PDS rechnet fest damit - auch wenn es wegen neu zugeschnittener Wahlkreise schwieriger für sie wird als vor vier Jahren.

Das Foto einer Frau mit kurzen roten Haaren prangt auf dem Auto, und sie selbst sitzt drin. "Petra, schau noch einmal aus dem Fenster", rufen ihr die Fotografen zu. Petra Pau hat ein Heimspiel. Die VizeVorsitzende der PDS präsentiert ihr "WahlMobil" im Berliner Plattenbau-Quartier Marzahn. Pau kämpft um Erststimmen. Sie muss am 22. September ihren Wahlkreis gewinnen - das ist für die PDS mindestens so wichtig wie ihre bundespolitischen Auftritte.

Anders als FDP und Grüne kann die PDS auf Direktmandate hoffen. Vier waren es im Jahr 1998, die sie allesamt in Berlin holte. Drei würden genügen, um der Partei den Einzug in den neuen Bundestag zu sichern - unabhängig davon, ob sie die Fünf-Prozent-Hürde nimmt. Dann zögen nicht nur die drei direkt gewählten Kandidaten ein, sondern Abgeordnete in der Stärke des PDS-Zweitstimmenanteils. Dies könnte reichen, um bei der Kanzlerwahl ein Wort mitzureden.

PDS-Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch hat ein ehrgeiziges Ziel vorgegeben. "Wir wollen die Anzahl der Direktmandate steigern", heißt seine Parole. Wenigstens fünf Direktmandate will die PDS alleine in Berlin holen, zwei weitere andernorts. Chancen rechnet sie sich in Halle/Saale (mit Fraktionschef Roland Claus), Rostock, Potsdam, Dresden und in Märkisch Oderland nördlich von Berlin aus. Viel hängt davon ab, wie sich die politische Konkurrenz sortiert - so in Potsdam, wo PDS-Kandidat Rolf Kutzmutz darauf hofft, dass die CDU-Kandidatin Katherina Reiche der SPD dort Stimmen wegnimmt.

Das Hauptproblem der PDS allerdings liegt im neuen Zuschnitt der Berliner Wahlkreise. Weil das Parlament verkleinert wird, gibt es nun größere Wahlkreise. Dabei sind in der Hauptstadt Ost-Bezirke, wo die PDS auf eine Mehrheit setzen konnte, mit West-Stadtteilen zusammengefasst worden. Das Ergebnis: Wenn der neue Zuschnitt schon 1998 gegolten hätte, wären nur zwei Direktmandate an die PDS gegangen. Bundesgeschäftsführer Bartsch macht kein Hehl aus seiner Vermutung, die anderen Bundestagsparteien hätten die Zusammenlegung zum Nachteil der PDS organisiert.

Als sicher gilt bei der PDS, dass sie die beiden Ostberliner Wahlkreise von Petra Pau und Gesine Lötzsch holt. Das sind die Bezirke Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg-Hohenschönhausen, wo es auch vor vier Jahren schon gereicht hätte. Darüber hinaus sieht die Partei Chancen in allen Wahlbezirken, die in den Osten Berlins hineinreichen: In Pankow mit der jungen Kandidatin Sandra Brunner, die gegen Wolfgang Thierse (SPD) und Günter Nooke (CDU) antritt; in Treptow-Köpenick mit dem Gewerkschafter und Flughafen-Gegner Ernst Welters; in Kreuzberg-Friedrichshain mit der populären Ex-Bezirksbürgermeisterin Bärbel Grygier; und in Mitte mit PDS-Landeschef Stefan Liebich.

Die Zuversicht, mehr Erststimmen als vor vier Jahren holen zu können, stützt sich auf die Resultate der Wahlen zum Abgeordnetenhaus. "Wenn wir auch nur ein ähnliches Wahlergebnis erreichen, werden wir in Berlin fünf Direktmandate gewinnen", betont Chef-Organisator Bartsch. Doch der PDS-Erfolg im Oktober war nicht zuletzt dem Spitzenkandidaten Gregor Gysi geschuldet. Gysi steht für die Bundespolitik nicht zur Verfügung, seit er in Berlin Wirtschaftssenator ist. Das macht die Sache für die PDS doppelt schwer. Sie muss nicht nur auf einen Kandidaten Gysi verzichten. Vor allem fürchtet die Partei, dass die Enttäuschung über den Sparkurs der rot-roten Landesregierung ihr ins Kontor schlägt. Das könnte ihre Hoffnung auf viele Direktmandate zunichte machen.

Siehe auch das FR-Spezial Bundestagswahl 2002

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Copyright © Frankfurter Rundschau 2002
Dokument erstellt am 15.07.2002 um 21:04:09 Uhr
Erscheinungsdatum 16.07.2002

Quelle: www.frankfurter-rundschau.de/
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boomer:

Interessante Abstimmung. Grüezi, bald

 
16.07.02 19:20
habt Ihr ja endlich Eure
Sozialistische Republik Deutschland
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SchwarzerLor.:

Forsa-Umfrage vom 17.07.02

 
18.07.02 14:14
CDU/CSU 40%
SPD 37%
FDP 8%
B90/Grüne 6%
PDS 5%
Sonstige 4%

Quelle: www.election.de/
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SchwarzerLor.:

FTD: Wahlforscher zur Schill-Partei

 
18.07.02 19:45
Aus der FTD vom 19.7.2002  
Umfragen geben Schill-Partei keine Chance bei Wahlen
Von Philipp Jaklin und Maike Rademaker, Berlin

Die Schill-Partei hat nach Einschätzungen von Meinungsforschungsinstituten und Parteiforschern keine Chance, in den Bundestag einzuziehen. Kein Institut gibt der nach ihrem Initiator Ronald Schill benannten Partei Chancen, im September mehr als 1,5 Prozent der Wählerstimmen zu erhalten.
Bei knappen Mehrheiten könnte aber selbst dieses Ergebnis ein Problem für die CDU/CSU werden. "Dann könnte das Schill-Ergebnis wahlentscheidend sein", sagte der Göttinger Parteienforscher Peter Lösche der FTD. Die Partei reichte am Donnerstag pünktlich für 15 Bundesländer Landeswahllisten mit 180 Kandidaten und 80 Direktmandaten ein. Nicht dabei ist Sachsen-Anhalt.
In Hamburg hat der jetzige Zweite Bürgermeister und Ex-Amtsrichter Ronald Schill mit seiner "Partei Rechtsstaatlicher Offensive" im vergangenen Jahr bei den Bürgerschaftswahlen aus dem Stand rund 19 Prozent der Stimmen erreicht. Kurz danach ergaben Umfragen, dass jeder zehnte Wähler bundesweit der Schill-Partei seine Stimme geben könnte. Diese Zeiten sind offenbar vorbei.

Organisation fehlt

Nach neuen Umfragen von Infratest-Dimap erreicht die Schill-Partei nun ein Ergebnis unter zwei Prozent. Laut Forschungsgruppe Wahlen könnte die Partei zwischen 0,2 und 0,5 Prozent der Wählerstimmen bekommen. Das Institut Forsa prognostiziert für die Schill-Partei bundesweit zwischen 1 und 1,5 Prozent.

Bei der Bürgerschaftswahl habe es besondere Gründe für das sehr gute Abschneiden der Schill-Partei gegeben, sagte Parteienforscher Lösche. Auf andere Bundesländer oder den Bund sei das Ergebnis daher nicht übertragbar. "Es fehlt eine bundesweite Organisation, es fehlt das bundesweite Thema - ein Symbol, wie es in Hamburg die Drogenszene am Hauptbahnhof war", so Lösche.
Außerdem haben die beiden großen Volksparteien Schills Lieblingsthemen Sicherheit, Terror und Zuwanderung gut besetzt. "Die Konsequenzen, die Schily aus den Terroranschlägen gezogen hat, haben den Bürger offenbar zufrieden gestellt", sagte Infratest-Geschäftsführer Richard Hilmer. Und für das Thema Sicherheit sei Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber eben auch Experte.
"Beherrscht wird der Wahlkampf von innenpolitischen Themen, vor allem Wirtschaftspolitik", sagte Hilmer. Dort hat Schill sich nie profiliert. Allerdings soll die Wirtschaftspolitik nach Angaben des Schill-Partei-Sprechers Marc März im Wahlkampf aufgenommern werden.

Mehr Populist als radikal

Trotzdem birgt der Antritt der rechtslastigen Partei ein Risiko - für die CDU/CSU. Zwar zeige die Wahl in Hamburg, dass Wähler von SPD und CDU zur Schill-Partei gewandert sind, so Lösche. "In der Tendenz kamen jedoch zwei Drittel von der CDU." Ein Auffangbecken für das durchaus vorhandene rechtsradikale Wählervolk ist die Partei dagegen nicht. "Schill ist eher populistisch als rechtsradikal", sagt Hilmer.
Die Schill-Partei selbst gibt sich selbstbewusst - obwohl weder finanzielle noch andere Ressourcen für einen Wahlkampf vorhanden sind. Man werde einen "kreativen Wahlkampf mit Herz und Verstand" führen, sagt Sprecher März. Bei einem Einzug in den Bundestag stünde der Spitzenkandidat Schill nur für ein Ministeramt zur Verfügung, vorzugsweise als Innenminister. März: "Dafür ist er am besten geeignet."
Dass durch die Aufstellung der Schill-Partei die CDU Prozente verlieren könnte, ficht März nicht an. "Wenn wir mit dem Programm der CDU einverstanden wären, wären wir dort Mitglied geworden und hätten keine eigene Partei gegründet."
Mitte August will die bundesweit unter Austritten, Streits und Pannen leidende Schill-Partei in Berlin ihr Wahlprogramm vorstellen. Derzeit macht Schill Urlaub. Er kann sich Zeit lassen. Eine Überraschung wie bei den Wahlen in Hamburg wird es "mit Sicherheit" nicht geben, sagt Infratest-Chef Hilmer.

© 2002 Financial Times Deutschland
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ruhrpottzocker:

Auch eine Manipulaation der Wahlkreise a la DDR

 
18.07.02 19:49

wird nicht verhindern können, dass die PDS wieder in den Bundestag einziehen wird.

Allerdings werden sie wohl auf dem RZ seine Stimme verzichten müssen. Denn der RZ denkt gerade um.

Mit derart positiven Ergebnissen für rot-grün bei den Umfragen hat der RZ jetzt noch nicht gerechnet. Für Stoiber kündigt sich ein Desaster an.

<img src=/images/voting.png border=0> BTW 22.9.02/Juli-Umfrage: Was würdet ihr wählen? 725144
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SchwarzerLor.:

Deine Stimme für Rot/Grün?

 
18.07.02 19:59
Weil Stiegler Fraktionschef wird? Frü mich bricht eine Welt zusammen wenn du nicht PDS wählst! Nicht mal auf den polit. Gegner ist mehr Verlaß.
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ruhrpottzocker:

Hahahahahaha, Schwarzer Lord, Klasse !!

 
18.07.02 20:10

Irgendwann machen wir mal eine Koalition !! Humor und Fairness besiegen alle Gegensätze !!

<img src=/images/voting.png border=0> BTW 22.9.02/Juli-Umfrage: Was würdet ihr wählen? 725169
Antworten
hjw2:

SL, mach doch mal ne Umfrage ob es nicht

 
18.07.02 20:29
besser wäre mit "Eiern zu werfen" als weiterhin "SPD/CDU CSU FDP"
zu wählen.


Antworten
ruhrpottzocker:

immerhin erwähnt hjw nicht

 
18.07.02 20:33

PDS und GRÜNE.

Da hat er doch wohl Hemmungen. Spricht für seine Anständigkeit.

<img src=/images/voting.png border=0> BTW 22.9.02/Juli-Umfrage: Was würdet ihr wählen? 725194
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