nachdem die Sendung bei n-tv heute wegen des abgesagten Crashs ausfiel,hier das Ergebnis der Studie von Independent Research:
Independent Research nennt vor allem Concord Effekten, Baader und MWB als aussichtsreich
Für kaum eine andere Branche als die Wertpapierhändler gilt stärker der Grundsatz „Gute Börse – gute Zahlen; schlechte Börse – schlechte Zahlen“. Wer profitiert, wenn die Börse wieder anzieht, versucht eine Studie von Independent Research zu ergründen.
Es ist die wohl schwerste Zeit für die Brokerhäuser in Deutschland. Der Crash an den wichtigsten Börsen der Welt hat die Handelsvolumina deutlich einbrechen lassen, was die Courtageerträge unter Druck gebracht hat. Der Eigenhandel verläuft schwierig, Arbitragegewinne zu erzielen wird auf Grund der zunehmend globaler werdenden Handelsnetze problematischer. Gleichzeitig haben die Brokerhäuder in Zeiten der Börsenhausse enorme Kostenblöcke aufgebaut. Dies rächt sich nun: Schlechte Zahlen sind an der Tagesordnung, die Kurse der Broker-Aktien sind längst auf Tauchstation gegangen.
Die Verantwortlichen versuchen, mit neuen Geschäftsfeldern diesem Trend entgegenzusteuern – und haben sich dabei teilweise in noch größere Probleme manövriert. Beteiligungen an Börsenkandidaten, deren Börsengang aufgrund des High-Tech-Crashs vielleicht nie stattfindet, haben hohe Abschreibungen zur Folge. Der Aufbau neuer Geschäftsfelder wie Vermögensverwaltung verschlingt große Mengen an Geld für Investitionen. Mit zweifelhaftem Erfolg: Der Konkurrenzdruck in der gesamten Finanzbranche ist groß; die Broker treten in den neuen Geschäftsfeldern in Konkurrenz zu Branchengrößen wie den Banken oder Fondsgesellschaften.
Baader hat die Konsequenzen bereits gezogen und verabschiedet sich aus dem Beteiligungsbereich. Andere bauen weiter fleißig an Geschäften außerhalb der Kernkompetenz. Und werden zu Übernahmekandidaten: Der Übernahmepoker um Spütz dürften nur der Anfang einer Konsolidierungswelle in der deutschen Brokerlandschaft sein. Ein Trend, der in den USA, Großbritannien und den Niederlanden längst stattgefunden hat.
Wenig positives also für die Broker-Aktien? Nicht ganz: Die Hoffnung auf bessere Kurse geht einher mit den Erwartungen, dass die Börse 2002 sich wieder erholt. Neues Jahr – neues Glück ist die Devise bei Broker-Aktien. Bis dahin werden Aktionäre aber noch einmal einige sehr schwache Quartalszahlen über sich ergehen lassen müssen, die bei einigen Gesellschaften wegen der genannten Investitionen und Abschreibungen sowie des schlechten Umfeldes tiefrot sein werden.
Wohl dem, der da eine hohe Eigenkapitaldecke aufweist und daher Verluste besser verkraftet, finden die Analysten von Independent Research in einer aktuellen Branchenstudie. Hinzu kommt, dass diese Gesellschaften in der Konsolidierungsphase aktiv mitmischen und Konkurrenten übernehmen könnten. Ein wichtiger Schritt, wird doch den deutschen Wertpapierhändlern immer wieder mangelnde Größe und damit auch mangelnde Kosteneffektivität angelastet.
Als aussichtreich sehen die experten vor allem Concord Effekten an, die sich mittlerweile von einem reinen Wertpapierhändler zu einer Investmentbank gewandelt haben. Die strategische Ausrichtung sei vielversprechend, ist die Auffassung der nalysten. Hinzu kommt, dass die Eigenkapitalausstattung im Vergleich zu anderen Gesellschaften deutlich besser ist.
Als aussichtsreich werden auch Baader und MWB angesehen. Bei der Branchengröße Baader gefällt den Analysten vor allem die Eigenkapitalausstattung sowie die Rentabilität. MWB gefällt auf Grund der im Branchenvergleich niedrigen Bewertung. Der Münchener Händler hat im Vergleich zu den anderen Unternehmen die höchste Eigenkapitalquote in der Bilanz. Auch in absoluten Zahlen erscheint die Ausstattung mehr als ausreichend. Fehlt nur noch ein Aufwärtstrend an der Börse.
Autor: Michael Barck, 21:27 05.09.01 bei WO
Independent Research nennt vor allem Concord Effekten, Baader und MWB als aussichtsreich
Für kaum eine andere Branche als die Wertpapierhändler gilt stärker der Grundsatz „Gute Börse – gute Zahlen; schlechte Börse – schlechte Zahlen“. Wer profitiert, wenn die Börse wieder anzieht, versucht eine Studie von Independent Research zu ergründen.
Es ist die wohl schwerste Zeit für die Brokerhäuser in Deutschland. Der Crash an den wichtigsten Börsen der Welt hat die Handelsvolumina deutlich einbrechen lassen, was die Courtageerträge unter Druck gebracht hat. Der Eigenhandel verläuft schwierig, Arbitragegewinne zu erzielen wird auf Grund der zunehmend globaler werdenden Handelsnetze problematischer. Gleichzeitig haben die Brokerhäuder in Zeiten der Börsenhausse enorme Kostenblöcke aufgebaut. Dies rächt sich nun: Schlechte Zahlen sind an der Tagesordnung, die Kurse der Broker-Aktien sind längst auf Tauchstation gegangen.
Die Verantwortlichen versuchen, mit neuen Geschäftsfeldern diesem Trend entgegenzusteuern – und haben sich dabei teilweise in noch größere Probleme manövriert. Beteiligungen an Börsenkandidaten, deren Börsengang aufgrund des High-Tech-Crashs vielleicht nie stattfindet, haben hohe Abschreibungen zur Folge. Der Aufbau neuer Geschäftsfelder wie Vermögensverwaltung verschlingt große Mengen an Geld für Investitionen. Mit zweifelhaftem Erfolg: Der Konkurrenzdruck in der gesamten Finanzbranche ist groß; die Broker treten in den neuen Geschäftsfeldern in Konkurrenz zu Branchengrößen wie den Banken oder Fondsgesellschaften.
Baader hat die Konsequenzen bereits gezogen und verabschiedet sich aus dem Beteiligungsbereich. Andere bauen weiter fleißig an Geschäften außerhalb der Kernkompetenz. Und werden zu Übernahmekandidaten: Der Übernahmepoker um Spütz dürften nur der Anfang einer Konsolidierungswelle in der deutschen Brokerlandschaft sein. Ein Trend, der in den USA, Großbritannien und den Niederlanden längst stattgefunden hat.
Wenig positives also für die Broker-Aktien? Nicht ganz: Die Hoffnung auf bessere Kurse geht einher mit den Erwartungen, dass die Börse 2002 sich wieder erholt. Neues Jahr – neues Glück ist die Devise bei Broker-Aktien. Bis dahin werden Aktionäre aber noch einmal einige sehr schwache Quartalszahlen über sich ergehen lassen müssen, die bei einigen Gesellschaften wegen der genannten Investitionen und Abschreibungen sowie des schlechten Umfeldes tiefrot sein werden.
Wohl dem, der da eine hohe Eigenkapitaldecke aufweist und daher Verluste besser verkraftet, finden die Analysten von Independent Research in einer aktuellen Branchenstudie. Hinzu kommt, dass diese Gesellschaften in der Konsolidierungsphase aktiv mitmischen und Konkurrenten übernehmen könnten. Ein wichtiger Schritt, wird doch den deutschen Wertpapierhändlern immer wieder mangelnde Größe und damit auch mangelnde Kosteneffektivität angelastet.
Als aussichtreich sehen die experten vor allem Concord Effekten an, die sich mittlerweile von einem reinen Wertpapierhändler zu einer Investmentbank gewandelt haben. Die strategische Ausrichtung sei vielversprechend, ist die Auffassung der nalysten. Hinzu kommt, dass die Eigenkapitalausstattung im Vergleich zu anderen Gesellschaften deutlich besser ist.
Als aussichtsreich werden auch Baader und MWB angesehen. Bei der Branchengröße Baader gefällt den Analysten vor allem die Eigenkapitalausstattung sowie die Rentabilität. MWB gefällt auf Grund der im Branchenvergleich niedrigen Bewertung. Der Münchener Händler hat im Vergleich zu den anderen Unternehmen die höchste Eigenkapitalquote in der Bilanz. Auch in absoluten Zahlen erscheint die Ausstattung mehr als ausreichend. Fehlt nur noch ein Aufwärtstrend an der Börse.
Autor: Michael Barck, 21:27 05.09.01 bei WO