Brokat steigt Vodafone ein?

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Brokat steigt Vodafone ein? Slash
Slash:

Brokat steigt Vodafone ein?

 
01.08.01 13:21
#1
Wirtschaftswoche: Vodafone will in Brokat investieren - Brokat: Kein Kommentar

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der britische Mobilfunkkonzern Vodafone will in das angeschlagene Softwareunternehmen Brokat investieren. Dies meldete die "Wirtschaftswoche" am Mittwoch vorab. Im Gespräch sei eine Beteiligung sowie eine lebenserhaltende Finanzspritze. Kein Kommentar, hieß es dazu von einem Unternehmenssprecher bei Brokat. Grund für das Engagement von Vodafone sei die Ausrüstung des Mobilfunknetzes mit der Brokat-Software. Mit 10,5 Mio. Euro hätten die Briten in diesem Jahr den größten Einzelauftrag bei Brokat gestellt. Im Oktober sei das Gemeinschaftsprodukt marktreif, schrieb das Magazin./kl/jl/aa

Quelle: DPA-AFX


Wird heute der Tageszock denke ich.

Gruß slash
Brokat steigt Vodafone ein? Slash
Slash:

bi jetzt +25% und es geht weiter.

 
01.08.01 13:33
#2
An jedem Gerücht ist etwas wahre. Und wenn nicht Jahrestief bei 2 Euro.

Gruß slash
Brokat steigt Vodafone ein? Slash
Slash:

+35% und steigend, langsam wirds eng o.T.

 
01.08.01 13:36
#3
Brokat steigt Vodafone ein? gismicki
gismicki:

super gesehen....

 
01.08.01 14:42
#4
slash, wo meinst Du wird die obere Grenze erreicht sein?
Habe bei 3,1 gekauft - leider schon fast verbennt....

Gruß
Brokat steigt Vodafone ein? boomer

Das schreibt die WiWo konkret:

 
#5
Vodafone will in Brokat investieren
Das von der Pleite bedrohte Softwareunternehmen fahndet fieberhaft nach neuen Investoren. Heißester Kandidat: Vodafone.

Brokat, den edlen Seidenstoff aus dem Orient, konnten sich früher nur Reiche leisten. Daran hat sich seit dem Mittelalter nicht viel geändert. Nur, dass sich hinter dem Namen Brokat heute ein deutsches Softwareunternehmen verbirgt. Und dass die Händler nicht mehr bei Hofe Einlass begehren, sondern bei internationalen Konzernen.

Dringend muss Brokat-Chef Stefan Röver sein Unternehmen bei einem solchen unterbringen. Denn findet sich nicht schnell ein Investor, geht die hoch verschuldete Brokat Technologies AG nach Analystenberechnungen im nächsten Quartal pleite. Heißester Kandidat für einen Einstieg bei Brokat: Der englische Mobilfunkweltmarktführer Vodafone. Im Gespräch sind eine Beteiligung sowie eine lebenserhaltende Finanzspritze ohne Beteiligung. Angesichts der Marktkapitalisierung Brokats von rund 76 Millionen Euro dürfte sich der Preis für einen Teilerwerb für den Giganten in Grenzen halten.

Der Hersteller von Onlinetransaktionssoftware, spezialisiert auf das Bankgeschäft, war ein Senkrechtstarter am Neuen Markt. Sein Kurs stieg in rund sieben Wochen von rund 70 auf 195 Euro im März 2000. Doch die teuren Zukäufe der amerkanischen Softwarehäuser Blaze Software und GemStone Systems ließen die Verluste explodieren. Der 36-jährige Röver hat die Investmentbank Goldman Sachs mit der Suche nach einem Käufer beauftragt – die Bank beriet Vodafone bereits bei der Übernahme Mannesmanns.

Ein Zusammenbruch Brokats käme Vodafone denkbar ungelegen. Die Stuttgarter Tüftler stehen im Wort, Vodafones Mobilfunknetz mit Spezialservern und der Software PaymentWorks aufzurüsten, die täglich Millionen von Bezahlvorgängen per Handy ermöglichen sollen. Vodafone sucht nach neuen Einnahmequellen, die die immensen Kosten seiner UMTS-Lizenzerwerbe einspielen können. Die Hoffnungen ruhen auf zusätzlichen Diensten wie dem M-Commerce (Mobiler E-Commerce), die ohne ein zuverlässiges Bezahlsystem scheitern müssen. Im Oktober soll das gemeinsame Vodafone-Brokat-Produkt marktreif sein. Der 10,5-Millionen-Job ist Brokats bisher größter Einzelauftrag dieses Jahres.

Das größte Hindernis für Vodafones Einstieg ist jedoch die im März 2000 platzierte vorrangige Anleihe in Höhe von 125 Millionen Euro. Sie wird im Falle einer Übernahme fällig, wenn die Eigner nicht mit der Übernahme einverstanden sind. Sie ist außerdem mit einem Rückzahlungsvorrang ihrer Eigner gegenüber jedem neuen Gläubiger ausgestattet. „Dabei ist das Risiko der Zahlungsunfähigkeit sehr hoch“, warnt Analyst Thomas Friedrich von der HypoVereinsbank. Nachdem Brokat für das zweite Quartal vorläufig einen Ebitdaso-Verlust (Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen, Steuern und Mitarbeiterbeteiligungen) von 40 Millionen Euro bei nur 28 Millionen Euro Umsatz auswies, sei für das erfahrungsgemäß umsatzschwächere dritte Quartal ein Ebitdaso-Verlust in ähnlicher Höhe zu erwarten, sagt Friedrich. Zusätzlich fordert die nächste halbjährliche Zinszahlung für die Anleihe sieben Millionen Euro, fällig Ende September. Das Unternehmen verfügte Ende Juni nur noch über liquide Mittel in Höhe von 41 Millionen Euro.

Röver versucht jetzt, die Anleihe zu Gunsten neuer Investoren zu entschärfen. Mit Hilfe der Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein verhandelt er mit den Gläubigern über eine „Restrukturierung“, die eine Änderung der Fälligkeits- und der Vorrangklausel vorsehen könnte.

Lange galt der Brokat-Partner Siemens als heißester Kaufkandidat. Der Konzern spürte den Absturz des einstigen Stars besonders deutlich. Im Oktober erwarb Siemens für 72 Millionen Euro drei Prozent der Anteile an dem Softwareunternehmen. Zehn Monate später liegt Brokats gesamte Marktkapitalisierung nicht mal vier Millionen Euro über dem, was der Konzern bezahlte. Inzwischen hat Siemens die Beteiligung fast vollständig abgeschrieben.

Den Deal handelten Siemens-Bereichsvorstand Lothar Pauly und Brokat-Chef Stefan Röver miteinander aus – gegen internen Widerstand von Siemens-Managern aus der Abteilung Intelligente Netze, die an einem eigenen Produkt bastelten. Doch Rudi Lamprecht, Vorsitzender des Bereichsvorstandes von Siemens Information and Communication Mobile, segnete den Deal ab. Pauly erhielt im März 2001 einen Sitz im Brokat-Aufsichtsrat.

Während sich Brokats Aussichten in Deutschland verdüsterten, verwies Röver gern auf die Hoffnungsträger GemStone in Beaverton/Oregon und Blaze in San Jose/Kalifornien, die Brokat im Sommer 2000 für zusammen rund 830 Millionen US-Dollar in Aktien erwarb. Da hatte an der Börse bereits der Kater den Rausch abgelöst.

Auch Gemstone und Blaze machen Röver nur noch wenig Freude. Das 250 Mitarbeiter starke Unternehmen Blaze erzielte im Geschäftsjahr 1999/2000 gerade mal 18 Millionen Dollar Umsatz bei einem Verlust von 26 Millionen Dollar. Trotzdem war die Firma den Schwaben noch immer über eine halbe Milliarde Dollar wert. Sie hatten es auf das Softwarepaket Blaze Advisor abgesehen. Damit können Firmen steuern, welche Informationen an wen – etwa an welche Kunden – elektronisch verteilt werden. Der Haken: Das Programm muss mit der bestehenden Software der Kunden zusammenarbeiten. Doch die Integration des Blaze Advisors in Systeme von SAP, Peoplesoft, Oracle oder Siebel Systems, so mussten die Stuttgarter schnell feststellen, war noch nicht so weit wie bei den Übernahmeverhandlungen zugesichert.

Anders verhielt es sich mit GemStone. Die Softwarefirma ist fast 20 Jahre alt und war zum Zeitpunkt des Kaufs mit einem Umsatz von 25 Millionen Dollar profitabel. Nur ein Jahr nach der Übernahme durch Brokat kämpft die Firma mit finanziellen Schwierigkeiten. 40 von 180 Mitarbeitern, darunter fast alle Java-Entwickler, mussten im Mai gehen.

Selbst deutsche Fachleute machen die Brokat-Manager für die Krise verantwortlich. Zu früh hätten sie sich aus ihrem Kerngeschäft herausgewagt. „Sie haben die Fehler des E-Commerce eins zu eins auf den M-Commerce übertragen, während der Markt noch gar nicht erkennbar ist“, sagt ein deutscher Branchenanalyst.

Bleibt nur guter Wille. Im Juni boten die Gründervorstände an, auf ihre Gehälter zu verzichten, bis Brokat die Gewinnschwelle erreicht – im schlimmsten Fall ein Angebot für die Ewigkeit.


CHRISTIAN SCHAUDWET, MATTHIAS HOHENSEE/


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