20. April 2002 <- blättern ->
Weiteres über den Autor Frost & Sullivan
Breitband-Boom spätestens ab 2003
Der europäische Breitband-Markt
Nach bislang eher zögerlicher Entwicklung steht
der europäische Breitband-Markt jetzt kurz vor
der Explosion. High-Speed-Internetdienste und
das zunehmende Datenvolumen sorgen für eine
immense Nachfrage nach Breitband-Zugang.
Die Unternehmensberatung Frost & Sullivan
(www.CarrierNetworks.frost.com) rechnet in
einer neuen Analyse mit einer Steigerung der eu-
ropäischen Abonnentenzahl von derzeit ca. 3,8
Millionen (Ende 2001) auf 28,1 Millionen im Jahr
2008. So richtig in Schwung kommen soll der Markt
allerdings erst 2003, wenn die Telekom-Branche
nach den allgemeinen wirtschaftlichen Turbulenzen
wieder zu ihrer alten Form zurückgefunden hat.
Neben der Verbindungsgeschwindigkeit nennt
die Analyse das Interesse der wachsenden SoHo
(Small Office/Home-Office)-Population an Breit-
bandkommunikation als wichtigen Wachstumsfak-
tor. Darüber hinaus werden neue Anwendungen
mit komplexen Inhalten die umfassende Adaption
der Breitband-Technologie über kurz oder lang
unumgänglich machen.
DSL-Technologie hat sich etabliert
Um via Breitband den Missstand der langen War-
tezeiten im Netz zu beheben, bietet der Markt
unterschiedliche Lösungen. An vorderster Front
hat sich die DSL-Technologie etabliert, die vielen
anderen innovativen Anwendungen die Türen
öffnen wird. "Dienste und Applikationen wie
Streaming Audio- und Video-on-demand, Store-
and-play, Videoconferencing oder VPN liegen
jenseits der Möglichkeiten des traditionellen Ein-
wahlzugriffs," erläutert Donald Tait, Analyst bei
Frost & Sullivan. "Um das Potenzial von DSL voll
auszureizen, müssen die Anbieter die Nachfrage
über entsprechende Inhalte ankurbeln."
Kabelmodem härtester Konkurrent zu DSL
Eine wachsende Zahl von Breitbandlösungen
wird alternativen Zugriff auf die "letzte Meile"
anbieten. Laut Analyse ist mehr Wettbewerb in
diesem Bereich auch dringend erforderlich, da sich
das anhaltende Gerangel um die "letzte Meile"
Anfang
unmittelbar negativ auf die Nachfrage nach Breit-
band-Zugangstechnologien auswirkt. Als härtester
Konkurrent von DSL erweisen sich derzeit die
Kabelmodems.
Broadband-Fixed-Wireless-Lösung
mit Startschwierigkeiten
"Welches System sich letztlich in einer bestimmten
Region durchsetzt, wird stark von den jeweiligen
geographischen, technischen und wirtschaftlichen
Gegebenheiten abhängen," so Tait. So hatte bei-
spielsweise die Broadband-Fixed-Wireless-Lösung,
mit der sich eine feste Funkverbindung zwischen
zwei Standorten einrichten lässt, 2001 in Europa
einen äußerst schwierigen Stand. Einige der Markt-
führer, darunter Winstar, Formus Communications
and Deutsche Landtel, gingen bankrott, und ande-
re große Betreiber mussten aufgrund finanzieller
Engpässe ihre Pläne für einen Einstieg in die Tech-
nologie auf Eis legen.
Lange Wartezeiten für DSL-Zugang
Dass sich auch der DSL-Sektor nur zögerlich ent-
wickelt, liegt unter an-derem an Problemen mit
der Bereitstellung. Derzeit zeichnen dafür die
Service Provider selbst verantwortlich, was auf
die geringe Reife des Marktes schließen lässt.
Aufgrund der geringen Fortschritte bei der Auf-
gliederung haben sich zudem viele der neuen
lokalen Telekom-Diensteanbieter bereits wieder
aus dem DSL-Geschäft zurückgezogen. Mit Er-
reichen der kritischen Masse gegen 2003 ist je-
doch damit zu rechnen, dass DSL-Dienste über
Outsourcing angeboten werden.
Staatliche Förderung ist gefragt
Der Breitband-Markt macht also bisher insge-
samt nur langsam Fortschritte. Dafür gibt es laut
Frost & Sullivan im wesentlichen drei Gründe:
Die ehemaligen Monopolisten sind darauf be-
dacht, ihren 'Heimvorteil' zu nutzen; die Nach-
frage wird durch eine indiskutable Preisgestaltung
gebremst; den Rest erledigen die Regulierungs-
behörden mit ihren Verzögerungstaktiken. Um
die Markteinführung voranzutreiben, sei mehr
Intervention von staatlicher Seite gefragt, so
z. B. das Angebot von steuerlichen Vorteilen in
ländlichen Gegenden und Gebieten mit niedrigem
Durchschnittseinkommen.
Anfang
Musterland Schweden
Als Musterbeispiel nennt Frost & Sullivan hier
Schweden mit seinem Programm zur Entwicklung
wettbewerbsneutraler Hochgeschwindigkeitsnet-
ze auf kommunaler Basis. Städte und Gemeinden
werden über finanzielle Anreize dazu ermutigt,
eine Glasfaserinfrastruktur aufzubauen, die dann
von unabhängigen Betreibern genutzt werden
kann. Gleichzeitig müssen diese Betreiber sicher-
stellen, dass auch ISPs und ASPs Zugang zu ihren
Breitbandnetzen erhalten. "Daraus könnte ein
gangbares Geschäftsmodell für Breitband-Investi-
tionen der öffentlichen Hand werden," meint Tait.
Die öffentliche Investition in unabhängige Infra-
struktur-Provider ist laut Analyse eine der besten
Methoden, um in Europa eine hohe Durchdrin-
gungsrate von Breitband-Diensten zu erzielen.
Bereits jetzt ist Schweden mit 4,5 Prozent das
europäische Land mit der höchsten Breitband-
Penetration, gefolgt von Holland und Dänemark.
Ziemlich hinten rangiert Großbritannien. Zum
Vergleich: Während Frankreich im Sommer 2001
1,4 Milliarden US-Dollar für günstige Kredite zur
Finanzierung von Breitbandinfrastruktur in länd-
lichen Gebieten bereitstellte, waren es in Groß-
britannien lediglich 42,6 Millionen Dollar.
DSL-Initiative verspricht Wachstum
Wie es mit der DSL-Technologie in ihrem derzeiti-
gen Format konkret weitergehen wird, ist noch
unklar. Laut Analyse sind die Diensteanbieter ge-
fordert, sich zunehmend auf Angebote auf Breit-
band-Basis zu konzentrieren. Positive Aussichten
verspricht der Plan der großen europäischen Ex-
Monopolisten Deutsche Telekom, France Telecom
und Telecom Italia, DSL noch in diesem Jahr der
breiten Masse zugänglich zu machen. Damit dürf-
te die Rolle dieser Unternehmen im Vergleich zu
neuen Anbietern eher noch wachsen.
Titel der Analyse:
Frost & Sullivan's Strategic Review Of The Euro-
pean Broadband Market (Report B082)
Anfang
Europamarkt für Breitbandzugänge
Zahl der Abonnenten -Prognose bis 2006
Jahr Zahl der Abonnenten
2001 3.750.000
2002 6.150.000
2003 11.650.000
2004 18.550.000
2005 24.300.000
2006 28.100.000
Quelle: Frost & Sullivan Report B082
(03/02) - Angaben gerundet
Weiteres über den Autor Frost & Sullivan
Breitband-Boom spätestens ab 2003
Der europäische Breitband-Markt
Nach bislang eher zögerlicher Entwicklung steht
der europäische Breitband-Markt jetzt kurz vor
der Explosion. High-Speed-Internetdienste und
das zunehmende Datenvolumen sorgen für eine
immense Nachfrage nach Breitband-Zugang.
Die Unternehmensberatung Frost & Sullivan
(www.CarrierNetworks.frost.com) rechnet in
einer neuen Analyse mit einer Steigerung der eu-
ropäischen Abonnentenzahl von derzeit ca. 3,8
Millionen (Ende 2001) auf 28,1 Millionen im Jahr
2008. So richtig in Schwung kommen soll der Markt
allerdings erst 2003, wenn die Telekom-Branche
nach den allgemeinen wirtschaftlichen Turbulenzen
wieder zu ihrer alten Form zurückgefunden hat.
Neben der Verbindungsgeschwindigkeit nennt
die Analyse das Interesse der wachsenden SoHo
(Small Office/Home-Office)-Population an Breit-
bandkommunikation als wichtigen Wachstumsfak-
tor. Darüber hinaus werden neue Anwendungen
mit komplexen Inhalten die umfassende Adaption
der Breitband-Technologie über kurz oder lang
unumgänglich machen.
DSL-Technologie hat sich etabliert
Um via Breitband den Missstand der langen War-
tezeiten im Netz zu beheben, bietet der Markt
unterschiedliche Lösungen. An vorderster Front
hat sich die DSL-Technologie etabliert, die vielen
anderen innovativen Anwendungen die Türen
öffnen wird. "Dienste und Applikationen wie
Streaming Audio- und Video-on-demand, Store-
and-play, Videoconferencing oder VPN liegen
jenseits der Möglichkeiten des traditionellen Ein-
wahlzugriffs," erläutert Donald Tait, Analyst bei
Frost & Sullivan. "Um das Potenzial von DSL voll
auszureizen, müssen die Anbieter die Nachfrage
über entsprechende Inhalte ankurbeln."
Kabelmodem härtester Konkurrent zu DSL
Eine wachsende Zahl von Breitbandlösungen
wird alternativen Zugriff auf die "letzte Meile"
anbieten. Laut Analyse ist mehr Wettbewerb in
diesem Bereich auch dringend erforderlich, da sich
das anhaltende Gerangel um die "letzte Meile"
Anfang
unmittelbar negativ auf die Nachfrage nach Breit-
band-Zugangstechnologien auswirkt. Als härtester
Konkurrent von DSL erweisen sich derzeit die
Kabelmodems.
Broadband-Fixed-Wireless-Lösung
mit Startschwierigkeiten
"Welches System sich letztlich in einer bestimmten
Region durchsetzt, wird stark von den jeweiligen
geographischen, technischen und wirtschaftlichen
Gegebenheiten abhängen," so Tait. So hatte bei-
spielsweise die Broadband-Fixed-Wireless-Lösung,
mit der sich eine feste Funkverbindung zwischen
zwei Standorten einrichten lässt, 2001 in Europa
einen äußerst schwierigen Stand. Einige der Markt-
führer, darunter Winstar, Formus Communications
and Deutsche Landtel, gingen bankrott, und ande-
re große Betreiber mussten aufgrund finanzieller
Engpässe ihre Pläne für einen Einstieg in die Tech-
nologie auf Eis legen.
Lange Wartezeiten für DSL-Zugang
Dass sich auch der DSL-Sektor nur zögerlich ent-
wickelt, liegt unter an-derem an Problemen mit
der Bereitstellung. Derzeit zeichnen dafür die
Service Provider selbst verantwortlich, was auf
die geringe Reife des Marktes schließen lässt.
Aufgrund der geringen Fortschritte bei der Auf-
gliederung haben sich zudem viele der neuen
lokalen Telekom-Diensteanbieter bereits wieder
aus dem DSL-Geschäft zurückgezogen. Mit Er-
reichen der kritischen Masse gegen 2003 ist je-
doch damit zu rechnen, dass DSL-Dienste über
Outsourcing angeboten werden.
Staatliche Förderung ist gefragt
Der Breitband-Markt macht also bisher insge-
samt nur langsam Fortschritte. Dafür gibt es laut
Frost & Sullivan im wesentlichen drei Gründe:
Die ehemaligen Monopolisten sind darauf be-
dacht, ihren 'Heimvorteil' zu nutzen; die Nach-
frage wird durch eine indiskutable Preisgestaltung
gebremst; den Rest erledigen die Regulierungs-
behörden mit ihren Verzögerungstaktiken. Um
die Markteinführung voranzutreiben, sei mehr
Intervention von staatlicher Seite gefragt, so
z. B. das Angebot von steuerlichen Vorteilen in
ländlichen Gegenden und Gebieten mit niedrigem
Durchschnittseinkommen.
Anfang
Musterland Schweden
Als Musterbeispiel nennt Frost & Sullivan hier
Schweden mit seinem Programm zur Entwicklung
wettbewerbsneutraler Hochgeschwindigkeitsnet-
ze auf kommunaler Basis. Städte und Gemeinden
werden über finanzielle Anreize dazu ermutigt,
eine Glasfaserinfrastruktur aufzubauen, die dann
von unabhängigen Betreibern genutzt werden
kann. Gleichzeitig müssen diese Betreiber sicher-
stellen, dass auch ISPs und ASPs Zugang zu ihren
Breitbandnetzen erhalten. "Daraus könnte ein
gangbares Geschäftsmodell für Breitband-Investi-
tionen der öffentlichen Hand werden," meint Tait.
Die öffentliche Investition in unabhängige Infra-
struktur-Provider ist laut Analyse eine der besten
Methoden, um in Europa eine hohe Durchdrin-
gungsrate von Breitband-Diensten zu erzielen.
Bereits jetzt ist Schweden mit 4,5 Prozent das
europäische Land mit der höchsten Breitband-
Penetration, gefolgt von Holland und Dänemark.
Ziemlich hinten rangiert Großbritannien. Zum
Vergleich: Während Frankreich im Sommer 2001
1,4 Milliarden US-Dollar für günstige Kredite zur
Finanzierung von Breitbandinfrastruktur in länd-
lichen Gebieten bereitstellte, waren es in Groß-
britannien lediglich 42,6 Millionen Dollar.
DSL-Initiative verspricht Wachstum
Wie es mit der DSL-Technologie in ihrem derzeiti-
gen Format konkret weitergehen wird, ist noch
unklar. Laut Analyse sind die Diensteanbieter ge-
fordert, sich zunehmend auf Angebote auf Breit-
band-Basis zu konzentrieren. Positive Aussichten
verspricht der Plan der großen europäischen Ex-
Monopolisten Deutsche Telekom, France Telecom
und Telecom Italia, DSL noch in diesem Jahr der
breiten Masse zugänglich zu machen. Damit dürf-
te die Rolle dieser Unternehmen im Vergleich zu
neuen Anbietern eher noch wachsen.
Titel der Analyse:
Frost & Sullivan's Strategic Review Of The Euro-
pean Broadband Market (Report B082)
Anfang
Europamarkt für Breitbandzugänge
Zahl der Abonnenten -Prognose bis 2006
Jahr Zahl der Abonnenten
2001 3.750.000
2002 6.150.000
2003 11.650.000
2004 18.550.000
2005 24.300.000
2006 28.100.000
Quelle: Frost & Sullivan Report B082
(03/02) - Angaben gerundet