folgende Story stammt aus dem Spiegel und ist ein Statement von J. Stiglitz
Die Essenz daraus:
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Die Exzesse genährt
Auf 380 Seiten breitet der Ökonom Vorwurf auf Vorwurf aus. Am Börsen-Crash 2000, selbst an Skandalen wie Enron trage die Clinton-Regierung teils erhebliche Mitschuld. Die "Saat der Zerstörung", die unter Bush aufging, sei meist vor ihm gelegt worden. Clintons Regierung habe die Deregulierung übertrieben, Konzernbossen zu viel Raum für kreative Buchführung und Gaunereien gelassen - und durch die Senkung der Kursgewinnsteuer noch mehr Luft in die Aktien-Blase gepumpt. Kurz: Clintons Regierung habe die Exzesse der Dekade genährt, nicht bekämpft.
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Regierung und Wirtschaft sind in USA noch mehr verpflochten wie das Hierzulande der Fall ist. Dennoch ist es ja gerade ein Ziel jeder vernünftigen Regierung der Wirtschaft ein Umfeld zu schaffen in der sie gedeihen kann, in der Hoffnung auf Arbeitsplätze. Gerade in Deutschland hemmen wir die Wirtschaft mit unserem Regulierungswahn. In Amerika herrscht das Gegenteilige Problem. Das Team Clinton/Greenspan hat sehr wohl und meines Erachtens auch sehr direkt etwas mit dem Börsengeschehen und der katastrophalen Überbewertung der Unternehmen zu tun.
Vielmehr als hier hängt das gesamte System an der Börse. Da zocken Pensionsfonds munter mit der Rente der Bürger rum. Gehälter sind oft an den Kurs gekoppelt und das private Depot hält als banken taugliche Sicherheit für private Kredite in erheblichem Rahmen her.
Dieses Gebilde hat, unter Clinton, den Binnenhandel künstlich angekurbelt und durch den in USA üblichen Lokalpatriotismus die in Wirklichkeit marode Wirtschaftsstruktur gestärkt. Außerdem hat Clinton entgegen seinem Vorgänger und Nachfolger Bush, keine sinnlosen Kriege geführt und damit den Staatshaushalt entlastet. Auch daher hatte er die Möglichkeit das Geld durch Zinssenkungen billig zu machen. Es sind die politische Rahmenbedingungen und Gestze die das ermöglichen.
Sicher sind Rüstungsausgaben nur umgeleitete Steuergelder, aber das ist jedes Subventionsprogramm das eine Regierung initiiert. Amerika ist Rüstungsproduzent
#1 weltweit und sein bester Kunde. Außerdem weiß jeder: Kriege sind gut für die Wirtschaft und deshalb by the way eben auch gut für die Beschäftigung.
Deutschland ist hierfür doch ein prima Beispiel. Das Wirtschaftswunder in den 60ern haben wir den Kriegsschäden und damit verbundenem Wiederaufbau zu verdanken. Das ergab Vollbeschäftigung und im Anschluss die modernste Wirtschaftsstruktur dieser Zeit. Wir leben immer noch von diesen Lorbeeren!
Leider haben die Amerikanischen Regierungen der letzten 20 Jahre es versäumt die Infrastruktur dieses riesigen Landes zu modernisieren. Unter anderem ist es Amerika deshalb unmöglich Kyoto zu unterschreiben, genau wie China. Durchgesetzt wäre das das Ende der Wirtschaft dort.
Fazit: Clinton hat sehr wohl mit dem Enron Skandal etwas zu tun!
Fliwa