"Börsen-Gurus" auf dem Holzweg
Schlechte Aktien-Performance wirft Vorhersagen der Profis über den Haufen
Frankfurt/Main - Käuferstreik, Kursstürze nach Gewinneinbrüchen sowie verschobene Börsengänge wie zuletzt bei der Fisch-Restaurantkette Nordsee - das erste Börsenhalbjahr 2001 war für Anleger und Unternehmen eine Art Horrortrip. Bei der schlechten Verfassung der Kapitalmärkte mit immer neuen Tiefstständen verließ viele der Mut.
Nur 18 Unternehmen, darunter die Deutsche Börse AG, wagten ihr Börsendebüt. In den ersten sechs Monaten 2000 drängten noch 91 Neulinge auf den Kurszettel. Immer mehr Anleger flüchteten aus Dividendenpapieren und Fonds.
Allein bei der Fondsgesellschaft der Sparkassen (Deka) zogen frustrierte Anleger im ersten Quartal 5,4 von 129 Mrd. DM (65,8 Mrd. Euro) ab. Dabei halten nach einer aktuellen Umfrage nur neun Prozent der Deutschen Aktien und gelten damit als "Börsenmuffel" in Europa.
Nach den Prognosen der "Börsengurus" sollte es eigentlich ganz anders kommen. Nach der Achterbahnfahrt 2000 waren in Studien von Großbanken und Finanzdienstleistern für dieses Jahr Dax-Stände zwischen 8100 und 8700 Punkten erwartet worden. Daraus wird nichts mehr, glaubt nicht nur Karl-Dieter Gräff, Aktienstratege bei der Frankfurter Commerzbank. "Das kann man abhaken." Nicht nur Kleinanleger, sondern auch Profis seien von der schlechten Konjunkturentwicklung, die im Februar und März zu einer regelrechten Panikstimmung an den Börsen geführt habe, "auf dem falschen Fuß erwischt worden".
Die Zinssenkungen in den USA haben nach Ansicht von Gräff nur ein Strohfeuer entfacht. Dem steilen Kursanstieg im April folgte bis heute eine erneute Talfahrt. Bisher sechs US-Zinssenkungen seien eher als Indiz dafür gewertet worden, dass sich die amerikanische Notenbank um die Konjunktur sorge.
Die Börsenmisere hatte sich bereits am 2. Januar mit einem Fehlstart angedeutet. Ausgerechnet der Börsenliebling Intershop aus Jena schockte mit schlechten Geschäftszahlen und zog andere Werte mit in den Keller. Immerhin stand der Neue-Markt-Index Nemax-50 damals noch bei 2524 Zählern, heute sind es gut 1000 Punkte weniger. Andere Unternehmen konnten ihre Prognosen ebenfalls nicht einhalten oder verärgerten Anleger mit suspekten Geschäftspraktiken.
Ungeachtet der weit verbreiteten Depression sehen die ersten Analysten aber auch schon wieder Licht am Ende des Tunnels. Die Deutsche Bank rechnet in den nächsten zwölf Monaten mit einer "nachhaltigen Trendwende an den Aktienmärkten". Deutschland größtes Geldhaus wagt die Prognose, dass der Dax als Index der 30 größten Unternehmen in diesem Zeitraum auf bis zu 7300 Punkte klettert. dpa
Schlechte Aktien-Performance wirft Vorhersagen der Profis über den Haufen
Frankfurt/Main - Käuferstreik, Kursstürze nach Gewinneinbrüchen sowie verschobene Börsengänge wie zuletzt bei der Fisch-Restaurantkette Nordsee - das erste Börsenhalbjahr 2001 war für Anleger und Unternehmen eine Art Horrortrip. Bei der schlechten Verfassung der Kapitalmärkte mit immer neuen Tiefstständen verließ viele der Mut.
Nur 18 Unternehmen, darunter die Deutsche Börse AG, wagten ihr Börsendebüt. In den ersten sechs Monaten 2000 drängten noch 91 Neulinge auf den Kurszettel. Immer mehr Anleger flüchteten aus Dividendenpapieren und Fonds.
Allein bei der Fondsgesellschaft der Sparkassen (Deka) zogen frustrierte Anleger im ersten Quartal 5,4 von 129 Mrd. DM (65,8 Mrd. Euro) ab. Dabei halten nach einer aktuellen Umfrage nur neun Prozent der Deutschen Aktien und gelten damit als "Börsenmuffel" in Europa.
Nach den Prognosen der "Börsengurus" sollte es eigentlich ganz anders kommen. Nach der Achterbahnfahrt 2000 waren in Studien von Großbanken und Finanzdienstleistern für dieses Jahr Dax-Stände zwischen 8100 und 8700 Punkten erwartet worden. Daraus wird nichts mehr, glaubt nicht nur Karl-Dieter Gräff, Aktienstratege bei der Frankfurter Commerzbank. "Das kann man abhaken." Nicht nur Kleinanleger, sondern auch Profis seien von der schlechten Konjunkturentwicklung, die im Februar und März zu einer regelrechten Panikstimmung an den Börsen geführt habe, "auf dem falschen Fuß erwischt worden".
Die Zinssenkungen in den USA haben nach Ansicht von Gräff nur ein Strohfeuer entfacht. Dem steilen Kursanstieg im April folgte bis heute eine erneute Talfahrt. Bisher sechs US-Zinssenkungen seien eher als Indiz dafür gewertet worden, dass sich die amerikanische Notenbank um die Konjunktur sorge.
Die Börsenmisere hatte sich bereits am 2. Januar mit einem Fehlstart angedeutet. Ausgerechnet der Börsenliebling Intershop aus Jena schockte mit schlechten Geschäftszahlen und zog andere Werte mit in den Keller. Immerhin stand der Neue-Markt-Index Nemax-50 damals noch bei 2524 Zählern, heute sind es gut 1000 Punkte weniger. Andere Unternehmen konnten ihre Prognosen ebenfalls nicht einhalten oder verärgerten Anleger mit suspekten Geschäftspraktiken.
Ungeachtet der weit verbreiteten Depression sehen die ersten Analysten aber auch schon wieder Licht am Ende des Tunnels. Die Deutsche Bank rechnet in den nächsten zwölf Monaten mit einer "nachhaltigen Trendwende an den Aktienmärkten". Deutschland größtes Geldhaus wagt die Prognose, dass der Dax als Index der 30 größten Unternehmen in diesem Zeitraum auf bis zu 7300 Punkte klettert. dpa