Börsen eine Gefahr für die Wirtschaft?


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Börsen eine Gefahr für die Wirtschaft?

 
12.07.02 12:04
Die Kursentwicklung an den Börsen wird zunehmend zur Gefahr für das schwache Pflänzchen der globalen Konjunkturerholung.

Während in den USA die Bush-Regierung die Wirtschaftserholung unabhängig von den Börsen betrachtet, werden private Volkswirte zunehmend nervös.

"Meine Angst wird mit jedem Tag, der vorbeigeht, und mit jedem 100 Punkteverlust des Dow, größer," sagt Mark Zandi, leitender Ökonom bei Economy.com. "Die Risiken für die Wirtschaft sind erschreckend groß."

Das S&P Investment Policy Committee nannte das Geschehen auf dem Kapitalmarkt am gestrigen Donnerstag "frustrierend und beängstigend." Im Gegensatz zum Bärenmarkt der Jahre 1974-1976 sei dies das erste Mal, dass der S&P 500 Index sechs Monate nach dem Ende der Rezession auf einem Tiefpunkt angelangt ist. Normalerweise läuft der Aktienmarkt der Wirtschaft voraus, derzeit bringe der massive Vertrauensverlust in das System Kapitalmarkt aber alles durcheinander. (BörseGO berichtete)

Seit Jahresanfang liegt der S&P 500 mit fast 20 Prozent im Minus.

Viele Experten sind der Meinung, dass die Erholung der Wirtschaft im Januar begann. Seither haben die Kurs an den Börsen im zweistelligen Bereich Verluste verzeichnet, eine Entwicklung, wie sie zuvor noch nie gesehen wurde.

Analysten stellen nun die Frage, ob der Aktienmarkt als Indikator für Probleme der Wirtschaft herangezogen werden könnte.

"Der Rückgang des Aktienmarktes erhöht bestimmt die Wahrscheinlichkeit auf ein weiteres Abgleiten in eine Rezession, weil er die Dinge zerbrechlicher macht," so David Wyss, Chefökonom bei S&P.

Die Sorge, die dieser Angst zugrunde liegt, ist folgende: Durch fallende Aktienkurse stehen dem für die Wirtschaft wichtigen Verbraucher weniger liquide Mittel zur Verfügung. In der Hausse in den späten 90ern, als Verbraucher den Wert ihres Portfolios ständig ansteigen sahen, markierte die private Sparrate Rekordtiefen.

Da Verbraucher 2/3 der Wirtschaft in den USA ausmachen, könnte eine negative Veränderung in diesem Bereich nachhaltigen Schaden verursachen.

Bisher ist eine solche Entwicklung nur eine Spekulation. Die größten Einzelhändler der Vereinigten Staaten berichteten über ein starkes Geschäft im Juni. Die Nachfrage nach Immobilien und Automobilen waren bisher im Jahr robust, was besonders auf den Niedrigzins zurückzuführen sei.

Die Regierung hebt diese Statistiken hervor, um ihre Sichtweise zu untermauern, dass die Wirtschaftserholung auf festen Beinen steht.

Der Finanzminister Paul O´Neill sagte vor der US Handelskammer in dieser Woche: "Die Fundamentaldaten sind gut, dabei ist die Inflation niedrig und die Produktivität boomt." Die Gesamtwirtschaft, so die Prognose von O´Neill, würde im dritten und vierten Quartal um 3 bzw. 3.5 Prozent wachsen können.  
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eurest:

Der deutsche Handel geht in die Offensive

 
12.07.02 12:29


Wie kürzlich bekannt wurde, will der deutsche Handel mit einer Massenklage die Einführung des Pfandzuschlages auf Einwegflaschen, Dosen und Getränkekartons aufhalten sowie eine politische Lösung nach der Bundestagswahl ermöglichen.
 
In einem bisher noch nie aufgetretenen Projekt „Arche Noah“ fordern der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) und die Handelsvereinigung für Marktwirtschaft (HfM) in Anzeigen und Rundschreiben dazu auf, Rechtsmittel gegen die Pfandentscheidung der Bundesregierung einzulegen und bieten für besonders bedrohte Kleinverkaufsstellen für Getränke die Möglichkeit an, diese von den Verfahrenskosten zu befreien.
 
HfM-Vorsitzender Peter Zühlsdorff meinte hierzu, dass spätestens seit der Warnung des Umweltrats der Bundesregierung feststeht, dass das Zwangspfand ökologisch und wirtschaftlich einen Unsinn darstellt. Man sei deshalb zuversichtlich, dass der Vollzug der Pfandpflicht bis zum Abschluss der gerichtlichen Hauptsachverfahren ausgesetzt und die gewonnene Zeit für eine politische Reform der Verpackungsverordnung genutzt wird. Dazu sei die fristgerechte Einlegung von Rechtsmitteln durch alle Vertriebsstufen von Getränken erforderlich, führte Zühlsdorff weiter aus.
 
Laut dem Vorsitzenden gefährdet das Zwangspfand zehntausend Nachbarschaftsläden, Kioske, Tankstellenshops und Imbissbetriebe, die künftig Verpackungsabfälle von Hand zurücknehmen müssen und an das zentrale Verrechnungssystem angeschlossen werden können. Darum hätte man das Projekt eingeleitet, das in seiner ersten Stufe allen Betrieben, gleich welcher Größe und Finanzkraft, wirksamen Rechtsschutz ermöglicht, erklärte er das Vorgehen.
 

Weiters meinte er, dass man gegenüber der Entwicklung des Marktes eine Verantwortung trage und man dafür sorgen werde, die immensen Kosten und Organisationsanforderungen einer Umsetzung des Zwangspfands nicht zum Wettbewerbsinstrument werden zu lassen. Weder zwischen großen und kleinen Verkaufsstellen noch im Verhältnis zwischen Handel und Industrie, ließ Zühlsdorff weiter wissen.
 
Darüber hinaus meinte der Vorsitzende des HfM kämpferisch, dass solange die Rechtsmittel und die politischen Möglichkeiten nicht ausgeschöpft seien, weder Rechtssicherheit noch eine unternehmerische Veranlassung bestehen würde, mit dem Aufbau eines nicht nationalen Einweg-Pfandsystems zu beginnen oder sich auf entsprechende Diskussionen einzulassen.
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