Börsen-Ausblick: Blue-Chips zu Schnäppchen-Preisen


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Pyrrol:

Börsen-Ausblick: Blue-Chips zu Schnäppchen-Preisen

 
21.02.03 18:16
Indizes/Indikatoren

  DAX    Neuer Markt    Dow Jones     NASDAQ  
Aktuell (18.02.03)  
2.740
406
8.041
1.346
RSI
37
36
31
34
Stochastik
28/30
32/31
19/22
18/22


An allen Märkten befinden sich RSI und Stochastik auf tiefem Niveau. Der letzte schnelle starke Rückgang für ein daraufhin folgendes Kaufsignal fehlt aber.



Volatilität

VDAX (DAX)VIX (S&P - 100)VXN (NASDAQ - 100)
Aktuell (18.02.03)  
41
36
48
H/T 12 Monate
59/18
57/19
72/36
200-Tage-Durchschnitt
38
33
52


Die Volatilität des DAX und des S&P-100 befindet sich nur mehr leicht über dem Durchschnitt. Somit ist dieser Indikator neutral.



Marktstimmung

DAXUSA
Optimisten (Vorwoche)
52% (49%)
40% (47%)
Pessimisten (Vorwoche)
28% (30%)
32% (29%)


Als relativ neutral würden wir die Börsenstimmung anhand der Meinungsumfragen von Cognitrend für den DAX und Investor's Intelligence für den amerikanischen Aktienmarkt einschätzen, wobei der Schwund an amerikanischen Optimisten in der letzen Woche schon markant war. Die Put/Call-Ratio für amerikanische Aktien- und Index-Optionen befindet sich noch auf einem ähnlich hohen Niveau wie Mitte September 2002. Also wenige Wochen vor dem Tief am 9. Oktober.



Fazit

Die Aktienpreise sind relativ tief. Etwas niedriger können sie schon noch werden. Das ist gut möglich. Dass sie auch wieder wesentlich höher notieren werden, ist sehr wahrscheinlich. Wir dürfen uns nicht erschrecken, falls wir in der nächsten Zeit noch einmal einen heftigen Einschnitt an den Märkten miterleben müssen. Ein Unterschreiten des DAX-Standes vom 9.10.2002 bei 2.519,30 Punkten halten wir für gut möglich bis wahrscheinlich. Chartanalysten werden dann panisch zum Verkauf raten. Wir werden mit unseren tiefen Kauflimits (siehe Rubrik 'Musterdepot') dann gerne unsere Hände aufhalten und uns die Blue-Chips zu Schnäppchen-Preisen geben lassen. Sobald die ängstlichen Anleger ihre Wertpapiere verkauft haben und wieder auf Bargeld sitzen, werden die Kurse wieder deutlich anziehen. Bei einem DAX-Kursanstieg auf 3.000 Punkte machen wir mit unseren Neukäufen etwa +20 bis +50 % Gewinn. Das wäre nicht schlecht in der momentan schwierigen Börsenzeit.
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Pyrrol:

börsenausblick 2

 
21.02.03 18:17
Liebe Leserinnen und Leser,

 die US-Boersen standen letzte Woche naturgemaess weiterhin stark
 unter dem Einfluss der geopolitischen Entwicklung. Um das aktuel-
 le Marktsentiment fuer unsere Leserinnen und Leser so intensiv
 wie moeglich einzufangen, im folgenden eine kurze Chronik der
 letzten eineinhalb Handelswochen:

 Der Newsflow auf Unternehmens- und konjunktureller Ebene trat in
 dieser Zeit nahezu vollstaendig in den Hintergrund. Zu Beginn der
 vergangenen Woche gab der Irak zunaechst seine Zustimmung fuer
 U2-Aufklaerungsfluege. Dies befluegelte die Wall Street kurzzei-
 tig, so dass zunaechst der Eindruck entstehen konnte, der Markt
 setze zu einer technischen Erholung an. Diese Erwartung ver-
 fluechtigte sich zur Mitte der vergangenen Woche jedoch schnell.

 Erneut dominierten massive Verluste den Markt, als am Dienstag
 die neue Botschaft Bin Ladens (Experten haben an der Authentizi-
 taet der Videoansprache wenig Zweifel), in der eine starke Soli-
 daritaet mit dem Irak zur Geltung kommt, der Kriegsangst an den
 Maerkten neue Nahrung verlieh.

 Auch die Rede des FED-Chairman Greenspan vor dem Senat, in der
 er mit Blick auf den moeglichen Irak-Krieg auf die erheblichen
 konjunkturellen Risiken verwies, belastete. So sagte er sinnge-
 maess, dass die Kriegsangst wie eine dunkle Wolke ueber der Oe-
 konomie schwebt, Privatverbraucher schraenken ihren Konsum ein
 und Unternehmen verschieben Neuinvestitionen, bis der Konflikt
 beendet ist.

 Am Mittwoch wurde die Wall Street nicht von Angst vor einem moeg-

 lichen Irak-Krieg, sondern von der Angst vor terroristischen An-
 schlaegen dominiert. Zum Ende der Hadsch bzw. des Opferfestes
 war die Terrorgefahr vor dem Hintergrund der geopolitischen Kon-
 fliktsituation, die von interessierten Gruppen hin und wieder
 zum Glaubenskrieg hochstilisiert wird, natuerlich deutlich ange-
 stiegen. Daneben belastet auch der erneut stark gestiegene Oel-
 preis, der sich auf die Weltoekonomie wie eine Strafsteuer oder
 Zinserhoehung auswirkt. Zur Mitte der vergangenen Woche kam in
 den USA zudem das Geruecht auf, dass ein Krieg gegen den Irak
 bereits am Samstag beginnen koenne.

 Auch der Handelsverlauf der Wall Street vom Donnerstag letzter
 Woche hatte es in sich. In der Spitze lag der DJIA an diesem Tag
 mehr als 120 Punkte im Minus. Kurz vor Handelsschluss starteten
 die US-Maerkte eine massive Rallye, ausgeloest durch das Ge-
 ruecht, dass ein hohes Mitglied der irakischen Regierung ueber-
 gelaufen sei - mit jeder Menge hoch brisanten, fuer die USA sehr
 nuetzlichen Informationen. Dieser Vorfall dokumentiert ein-
 druecklich, wie nervoes die Maerkte derzeit sind.

 Mit der Vorlage des Zwischenberichts der UN-Waffeninspektoren am
 Freitag hat sich die Furcht vor einem unmittelbar bevorstehenden
 Krieg dann gluecklicherweise jedoch nicht bestaetigt.

 Am Donnerstag nachboerslich legte der weltgroesste PC-Herstel-
 ler- und Direktvermarkter DELL positive Zahlen vor und ueber-
 raschte durch einen optimistischen Ausblick.

 Auch das Gesamtjahr war von der Erreichung neuer Rekordmarken ge-
 praegt, so steigerte Dell im Gesamtgeschaeftsjahr 02/03 den Um-
 satz um 14%, was in Anbetracht der schwierigen wirtschaftlichen
 Rahmenbedingungen bemerkenswert ist, der Ueberschuss wurde um 19%
 gesteigert, das EPS fuers abgelaufene Gesamtjahr belaeuft sich
 somit auf 0,80 $ (Vj. 0,65).

 Nach den aeusserst zufriedenstellenden Zahlen des letzten Quar-
 tals rechnet Dell auch im laufenden ersten Fiskalquartal des neu-
 en Geschaeftsjahres 03/04 mit deutlichen Zuwaechsen in Umsatz
 (+18% auf 9,5 MRD $) und Ertrag (EPS 0,23 $, +35%). Insbesondere
 auch der deutliche Marktanteilzugewinn ueberzeugt: Weltweit konn-
 te Dell den Marktanteil um 3%, in den USA gar um 5% steigern,
 waehrend die Quartalsauslieferungen um 25% zulegten.

 Bereits zum Jahresbeginn 2001 empfahlen wir DELL bei ca. 18 USD
 als krisensicheres Tech-Investment zum Kauf. Vergleichen Sie den
 Kursverlauf von Dell mit dem der NASDAQ oder anderen HighTech-
 BlueChips. Was damals unsere positive Kurserwartung bei DELL, un-
 geachtet des diffizilen Marktumfeldes, rechtfertigte, war unter
 anderem der Umstand, dass DELL unangefochtener Kostenfuehrer ist.

 Die positive Dell-Meldung vom Donnerstag nachboerslich legte wohl
 bereits den Grundstein zur der Rallye, welche die Maerkte am
 Freitag erfasste, nachdem ein Irak-Krieg mit der Vorlage des Zwi-
 schenberichts der UN-Waffeninspektoren zumindest bis zum 28. Feb-
 ruar vom Tisch ist.

 So konnten die Aktienmaerkte am letzten Freitag im Anschluss an
 die Praesentation des Irak-Zwischenberichts von UN-Chefinspekteur
 Hans Blix vor dem UN-Sicherheitsrat eine ordentliche Kursrallye
 starten. Blix's Worten zufolge koennte der Irak in kurzer Zeit
 entwaffnet werden, zumindest wenn Bagdad aktiv mit den Inspekto-
 ren zusammenarbeite. Bislang hat die UN-Kontrollmission im Irak
 noch keine Massenvernichtungswaffen gefunden.

 Daraufhin hat sich im Sicherheitsrat eine solide Mehrheit gebil-
 det, die sich fuer eine Verlaengerung der Waffeninspektionen aus-
 spricht. Am 28. Februar/ 1. Maerz wird Hans Blix den naechsten
 Irak-Waffenbericht praesentieren, bis dahin zumindest scheint ein
 Krieg vom Tisch. Uebers Wochenende hat auch die Europaeische
 Union endlich eine einheitliche Linie gefunden, nunmehr wird
 Krieg auch von der deutschen Bundesregierung, bislang die groess-
 ten Gegner eines Militaerschlags, nicht mehr ausgeschlossen. Den
 Wortlaut dieser einheitlichen Haltung zum Irakkonflik haette man
 allerdings auch schon vor vielen Wochen haben koennen: "Krieg als
 letztes Mittel nicht ausgeschlossen", stattdessen wurde in dieser
 Zeit viel Porzellan zerschlagen.

 Insgesamt sollte die Kursrallye vom letzten Freitag und Dienstag
 (am Montag blieben die US-Boersen aufgrund des Presidents day
 Feiertages geschlossen) nicht ueberbewertet werden, da ein Krieg
 noch lange nicht vom Tisch ist. Vor der Rede ist nach der Rede.

 Ungeachtet der vehementen Aufwaertsreaktion der Boersen auf diese
 vermeintliche Entspannungstendenz auf geopolitischer Ebene gehen
 wir also (noch) nicht von einer nachhaltigen Entspannung aus. Wir
 sehen zunaechst vielmehr lediglich eine Verlaengerung der Unsich-
 erheit - denn wir befuerchten weiterhin, dass die USA Saddam Hus-
 sein notfalls auch im Alleingang durch die prowestliche irakische
 Opposition ersetzen werden.

 Technisch als positiv kann allerdings betrachtet werden, dass die
 Freitagsgewinne nicht gleich am Dienstag wieder abgegeben werden
 mussten, sondern noch ausgebaut werden konnten. Dies vermittelt
 zumindest ganz kurzfristig die Hoffnung, dass es sich bei dem ak-
 tuellen Erholungsversuch nicht zwangslaeufig um eine Bullenfalle
 handeln muss.

 Auf geopolitischer Ebene rueckt der 1. Maerz zunehmend in den
 Blickpunkt. So will US-Praesident Bush der Diplomatie noch zwei
 Wochen Zeit geben. In der Zwischenzeit soll eine neue UN-Resolu-
 tion verabschiedet werden. Am ersten Maerz wird UN-Chefwaffenin-
 spektor Blix dem UN-Sicherheitsrat seinen Dreimonatsbericht vor-
 legen, ein Termin mit hoechster Bedeutung und Kursrelevanz an den
 Maerkten. Es ist nicht auszuschliessen, dass die Boersen im Vor-
 feld dieses Termins nochmals kurzfristig zur Schwaeche neigen.
 Sichern Sie Gewinne daher restriktiv ab und beherzigen Sie bei
 spekulativen Neupositionierungen eine enge Stopp-Technik.

 Kurzfristig kann sich die am Freitag eingeleitete Erholungsbewe-
 gung jedoch durchaus noch etwas fortsetzen, die Maerkte sind ex-
 trem ueberverkauft, ein kurzes Kriegsszenario ist bereits einge-
 preist und auch die technische Lage hat sich bei den meisten
 Core-Indizes mit Bruch des kurzfristigen Abwaertstrends deutlich
 aufgehellt. Nach dem deutlichen Schub vom Montag und Dienstag
 ist zunaechst eine Konsolidierung wahrscheinlich.

 Wir gehen davon aus, dass der DAX ohne Kriegsszenario rund 30%
 hoeher, der DJIA rund 20% und die NASDAQ rund 25% hoeher notie-
 ren wuerde. Die aktuelle Lage bietet kaltschaeuzigen Langfrist-
 inspektoren also auch Chancen. Diese nutzen die niedrigen Kurse
 um Positionen in fundamental attraktiv bewerteten, gut positio-
 nierten Top-BlueChips (bspw. Procter & Gamble, Johnson & John-
 son, CitiGroup, Microsoft, IBM, 3M etc.) auf- oder auszubauen.
 Boersenphasen wie diese sind bei strategischer Ausrichtung klare
 Kaufphasen und eignen sich vornehmlich auch zur disziplinierten
 Durchfuehrung von langfristig ausgerichteten Aktien-Kauf/Anspar-
 plaenen.
Antworten
Pyrrol:

up - weil aktuell o. T.

 
24.02.03 18:06
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