Ich sehe es ähnlich wie Spekulatius: Im DAX-Bereich 13330/70 hat sich eine solide Basis mit attraktivem CRV herausgebildet. Ich habe daher am Freitag bei >13350 die erste Short-Position eröffnet. Ich gehe davon aus, dass - auch wenn der DAX weiter steigen sollte -, diese Bereich auf jeden Fall noch einmal angesteuert wird, bevor meine KO-Schwelle erreicht wird; so dass ich verlustfrei glatt stellen kann. Wichtig ist jedoch: nicht zu gierig werden. KO > 15000, und bei steigenden Kursen Nachkauf mit höherer KO-Schwelle, nicht mit höherem Hebel.
Anders als Gekko glaube ich nicht an eine technische Korrektur (in den Bereich 12450) und anschließende ATH, sondern ich erwarte einen größeren Absturz - entweder in Kürze (daher meine erste Short-Position) oder im 1. Quartal 2021 - nach Erreichen neuer ATH (ca. 14500). Eine nennenswerte technische Korrektur (in den Bereich un 12500) wird es m.E. dazwischen nicht mehr geben.
Mein Short-Szenario sieht wie folgt aus: Die Corona-Situation in den USA wird in den nächsten Wochen außer Kontrolle geraten. Die falsche Politik Trumps rächt sich.
Biden muss - unmittelbar nach seiner Amtseinführung - versuchen, harte Maßnahmen durchzusetzen, um die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen ("harter Lockdown"). Aufgrund der föderalen Struktur der USA wird das nicht sofort funktionieren und die Lage wird weiter eskalieren. Um soziale Verwerfungen zu vermeiden, wird es Stimulus-Pakete in ungeahnter Höhe geben. Die Märkte werden mit Dollars geflutet und der Dollar verliert gegenüber den anderen Weltwährungen - insbesondere dem Euro - spürbar an Wert. Die Aktienkurse in den USA steigen (nach einem kurzen Schock-Einbruch) weiter an, während die Kurse in Europa sinken. Aufgrund der Dollar-Schwäche werden amerikanische Aktien für den Rest der Welt billiger, europäische Aktien für Amerikaner teurer. Das Kapital wird dorthin gelenkt, wo die höheren Renditen zu erwarten sind. - Und das ist der amerikanische Aktienmarkt.
Der sinkende DAX führt sodann zu einem sich selbst verstärkendem Abverkauf. Die Kleinanleger werden versuchen, ihre Gewinne aus dem Jahr 2020 zu retten und verkaufen. Der DAX fällt weiter. Ich rechne daher fest damit, dass wir im ersten Halbjahr 2021 den Bereich um 10000 wieder sehen werden. Auch einen vierstelligen DAX halte ich für gut möglich.
Verglichen mit der Vor-Corona-Zeit stehen die Kurse viel zu hoch. Die wirtschaftlichen Risiken sind noch nicht mal ansatzweise eingepreist.