Nur der Staat ist Inflationsgewinnler. Der Finanzminister weiß: Das Papiergeld, in dem er sich verschuldet hat, ist nichts als ein Zahlungsversprechen - und das ist mit zunehmender Inflation weniger wert. Kann er es nicht mehr einlösen, freut er sich über eine beschleunigte Geldentwertung: Die Schuld, die er begleichen muß, wird leichter. Das erklärt auch, warum Regierungen nicht immer geneigt sind, dem Auftrieb der Inflation Einhalt zu gebieten.
Moralisch betrachtet, schadet die Inflation vor allem den Schwachen, denen, die nichts besitzen außer ein paar Staatsanleihen, die noch nicht einmal Kredit bekommen. Wer im wesentlichen vom Geldlohn seiner Arbeit lebt, ist in der Inflation arm dran. Der Wert von Sparbüchern, Lebensversicherungen und Renten verfällt. Besser geht es allen, die reale Werte besitzen: Immobilien, Gold oder Land - und das sind nicht die Armen einer Gesellschaft. So läßt sich mit Recht sagen: Hohe Inflation ist unsozial.
Quelle: FAZ