boerse.de: Ronald Gehrt: Des Propheten zweite Chance


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boerse.de: Ronald Gehrt: Des Propheten zweite Chance

 
25.10.01 11:30
Ronald Gehrt


Des Propheten zweite Chance

Schnell wird einer zum Propheten, wenn er an der Börse die Zukunft treffsicher prognostiziert hat. Aber wer am 1. Januar den Schlussstand des Dax am Jahresende richtig vorhergesagt hat, war nicht weise, sondern hat einfach Glück gehabt. Immerhin gehören zur Börsenentwicklung viele nicht im Vorfeld prognostizierbare Einflüsse wie z.B. die Ereignisse des 11. September - das sind Faktoren, die niemand im Vorfeld einkalkulieren kann. Und das bedeutet: Wer einmal einen solchen Treffer erzielt hat, wird nicht deswegen auch im nächsten Jahr Recht bekommen. Die Folge ist, dass solche Propheten meist blitzschnell wieder in der Versenkung verschwinden. Seltener ist, dass Marktstrategen nach einer definitiv gescheiterten Prognose erneut weitreichendes Gehör finden.

Die Rede ist vom Team um Robert Edwards, dem Chefstrategen der Dresdner Kleinwort Wasserstein. Dieser hatte für den 7. August einen Crash von 20 Prozent im Dow Jones vorhergesagt. An diesem Tag waren die Produktivitätsdaten für das 2. Quartal fällig, die aufgrund einer veränderten Berechnungsmethode die Anleger zu Tode erschrecken würden. So Edwards. Der 7. August kam, die Daten lagen über den Erwartungen und der Dow schloss im Plus.

Diesmal befürchten die Dresdner-Strategen eine Eiszeit an den Börsen, abgeleitet aus Berechnungen, die die heutigen Aktienbewertungen im historischen Mittel als um ein Drittel zu hoch ausweisen. Das mag ja sein. Aber wochenlang Daten zu wälzen um eine Prognose hervorzubringen, deren Eintrittswahr-scheinlichkeit offen ist, ist nicht gerade ökonomisch. Und zu Ruhm und Ehre würden die Auguren mit dieser Message diesmal nicht kommen, denn im diametralen Gegensatz zu den fröhlich steigenden Kursen an der Börse sehen auch andere Marktstrategen gefährliche Signale einer Überhitzung und haben in diesen Tagen Warnflaggen gehisst. Nicht zu Unrecht, denn die Rahmenbedingungen sind miserabel: Ob Konjunkturdaten, Unternehmensgewinne oder politisch/militärische Lage, die "Impacts" verschlechtern sich sogar. Wie kann da die Börse so weit steigen?

Aber Fakt ist: Noch steigt sie. Da kann man lange mutmaßen und argumentieren - an der Börse gilt die Regel: Man muss nicht nur Recht haben, man muss auch Recht bekommen. Es ist einträglicher, sich auf das Heute zu konzentrieren und umgehend gewinnbringend zu agieren, wenn die Kurse Kauf- oder Verkaufssignale generieren. Denn nicht Prognosen, sondern die Kurse entscheiden über Gewinn oder Verlust! Ein Grund mehr, sich von Meinungen und Vermutungen ab- und einer von Emotionen unabhängigen charttechnischen Analyse zuzuwenden!

Mit besten Wünschen Ihr

Ronald Gehrt
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vanSee:

interessant o.T.

 
25.10.01 12:02
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