boerse.de: Geldgeschenke sind phantasielos. Vor allem kleine!


Thema
abonnieren
Beitrag: 1
Zugriffe: 729 / Heute: 1
Dow Jones Indust. 50.461,68 +0,00% Perf. seit Threadbeginn:   +419,59%
 
index:

boerse.de: Geldgeschenke sind phantasielos. Vor allem kleine!

 
28.11.01 12:19
Geldgeschenke sind phantasielos. Vor allem kleine! -
Federal Reserve weiter in Geberlaune

Die für diese Woche anstehende Revision der ersten Schätzung der US-BIP-Zahlen bringt für die Börsen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine negative Überraschung mit sich. Denn allem Anschein nach befindet sich Amerikas Wirtschaft weit tiefer in der Rezession als offiziell zugestanden.

Hierzulande haben die "Fünf Weisen", die Wirtschaftsforschungsinstitute, die OECD, der IWF und die Europäische Kommission in den letzten Wochen peu à per die Prognosen für das kommende Jahr immer tiefer gehängt. Und unter dem argumentativen Druck der Fakten musste auch die Koalition nun eingestehen, dass die "Wachstumsdelle" durchaus etwas tiefer als erwartet ausfallen werden. Aber:

Anders als ihre Kollegen an den Rohstoff- oder Rentenmärkten deuten die Akteure am Aktienmarkt die Zeichen der Zeit von Woche zu Woche positiver. Funktionieren kann das nur, wenn man sich eine Scheinlogik zueigen macht, die dieses irrationale Verhalten stützt, indem sie unabhängig von den Ereignissen in jedem Falle das gewünschte Ergebnis bringt. Beispiel: Kommen gute Konjunkturdaten heraus, wird dies als bestätigend für den erhofften wirtschaftlichen Turnaround empfunden und sofort in Käufe umgesetzt. Sind die Zahlen indes schlecht oder gar katastrophal, wird ebenfalls gekauft. Begründung nun: Die Perspektiven seien so düster, dass die Federal Reserve die Zinsen noch weiter nach unten schleusen müsse, was nun wieder gut für die Wirtschaft sei. So zu argumentieren, obwohl die US-Konjunkturlokomotive mittlerweile trotz zehn Zinssenkungen in Folge ihre Rückwärtsfahrt beschleunigt hat zeigt, dass hier wohl schon eine Art "vorsätzlichen" Realitätsverlustes um sich gegriffen haben muss. Nur:

So lange die Börsianer willig ihre Konten plündern und sehenden Auges entgegen allen Fundamentals Aktien ordern, so lange werden die Kurse weiter steigen. Für den Dax bedeutet das aus charttechnisem Blickwinkel eine realistische Chance, sich in die Zielzone 5.500 - 5.600 und damit noch einmal bis an die vom Allzeithoch aus konstruierbare Abwärtstrendlinie hochzuzittern. Zwei Faktoren würden diesen Prozess beschleunigen. Erstens eine deutliche Befestigung des Dow Jones über die 10.000er Schwelle und zweitens ein Ergreifen bzw. Liquidieren des vermutlichen Top-Terroristen Bin Laden. Tragfähige Vorteile für eine dauerhafte Hausse stellen beide Ereignisse allerdings nicht dar. Aber sie wären geeignet, die jetzt noch vorherrschende Skepsis eines Teils der Marktteilnehmer aufzuweichen und auch die noch Zaudernden ins Käuferlager zu ziehen.

Die US-Notenbank, die sich sicherlich nicht den Vorwurf machen lassen muss, die Märkte in schwierigen Zeiten nicht mit hinreichend viel Liquidität versorgt zu haben, stünde dann vor einem anderen Dilemma. Denn was wird sie unternehmen, wenn sich die Bewertung der Aktienkurse und die Entwicklung der Fundamentals noch extremer auseinanderbewegen, d. h. wenn ihre Zinssalven weiterhin genau auf der falschen Seite wirken und damit die Gefahr einer neuen spekulativen Kursübertreibung hervorrufen, während die Konjunktur immer weiter absackt? Und was wird geschehen, wenn die Konjunktur tatsächlich wieder den Weg nach oben einschlagen sollte? Wie wird Alan Greenspan dann die Kapitalüberversorgung wieder abbauen und was werden die Konsequenzen für die Börsen sein? Die bisherige, sehr hohe Liquiditätsversorgung durch die FED war zwar ausgesprochen phantasielos, letztlich aber ohne Alternative. Geldpolitisch hat sich die US-Notenbank damit aber in eine gefährliche Zwickmühle begeben. Wir meinen:

2001 war alles andere als ein "einfaches" Börsenjahr. 2002 dürfte aus heutigem Blickwinkel nicht minder große Kursbewegungen mit sich bringen, wobei neben den Aktienmärkten nach der Einführung des Euro auch im Devisenbereich wieder mehr Gewinnchancen winken sollten. Nachhaltige Kursimpulse aber bedeuten ein hervorragendes Umfeld für Optionstradings, wobei jeweils nur wenig Kapital pro Engagement gebunden werden muss. Denn wenn die Börse einmal ins Laufen kommt, winken über den Hebel auch "für den kleinen Geldbeutel" phantastische Gewinne. Und sollte 2002 erneut von den Bären beherrscht werden, dann werden diese Gewinne eben auf der Put-Seite zu erzielen sein!

Mit besten Grüßen

Axel Retz
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.


Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen

Neueste Beiträge aus dem Dow Jones Index Forum

Wertung Antworten Thema Verfasser letzter Verfasser letzter Beitrag
196 313.737 QV ultimate (unlimited) erstdenkendannle. ARIVA.DE 25.05.26 07:30
  403 1.000 Punkte Minus im DOW innerhalb 2 Tagen Cadillac ARIVA.DE 19.05.26 14:00
    Der liebe, allmächtige Herr Trump... Karlchen_V   01.08.25 19:41

--button_text--