B Ö R S E N - N E W S
Autowerte verlieren - stehen aber nicht unter Druck
Trotz zweier aktueller Studien von Merrill Lynch und Deloitte Consulting, die bei einer höheren Dienstwagenbesteuerung Absatzrückgänge in der Automobilbranche erwarten, sind die Autowerte im DAX am Montag nicht ernsthaft unter Druck geraten. DaimlerChrysler gaben 1,69 Prozent auf 34,90 Euro nach, Bayerische Motoren Werke (BMW) verloren 2,14 Prozent auf 32,54 Euro. Volkswagen büßten 0,88 Prozent auf 39,36 Euro ein. Der DAX gab zugleich 0,52 Prozent auf 3303,54 Zähler nach.
Die Umsätze bei den Autowerten lägen etwa bei der Hälfte eines normalen Tagesniveaus, sagte ein Frankfurter Händler. Seines Erachtens sind die Aktien von den Studien nicht belastet worden. "Erstens muss die Dienstwagen-Steuererhöhung den Bundesrat passieren und ist daher längst nicht ausdiskutiert und zweitens ist die Nachricht nicht neu", sagte er.
Analyst Frank Biller von der Baden-Württembergischen Bank fügte hinzu: "Eine solche Steuerbelastung ist für die Belebung der deutschen Automobilkonjunktur ebenso wenig hilfreich wie eine Heraufsetzung der Ökosteuer oder eine Autobahn-Maut. Aber ich denke nicht, dass es zu Absatzeinbrüchen kommen wird, sondern eher zu einer Verschiebung hinsichtlich der Fahrzeugmodelle oder der Ausstattung. Es ist ja nicht so, dass diese Leute ganz auf ein Auto verzichten werden."
In Deutschland und Europa hält Biller wegen der schwachen Kaufkraft und Konjunktur eine "Stagnation auf hohem Niveau" für realistisch. Der erwartete Ersatzbedarf an Fahrzeugen wird seines Erachtens zudem einen deutlichen Absatzrückgang in Deutschland verhindern./ck/so