Tausende zum Nichtstun verurteilt
M ehr als 10 000 BMW-Mitarbeiter in Bayern müssen wegen der Metallerstreiks in Ostdeutschland ab Montag auf unbestimmte Zeit zu Hause bleiben. „Die Produktion in München und Regensburg muss für längere Zeit unterbrochen werden“, sagte eine BMW-Sprecherin am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. Der Streik beim brandenburgischen Getriebe-Zulieferer sei um eine Woche bis kommenden Samstag verlängert worden. In diesem Fall würde der Produktionsstopp bei BMW mindestens bis Mittwoch in einer Woche dauern.
BMW hatte ursprünglich gehofft, dass der Streik bei ZF an diesem Wochenende beendet wird. In diesem Fall hätte die 3er-Produktion in München und Regensburg sowie teilweise auch die Fertigung in anderen Werken für zweieinhalb Tage ausfallen müssen. Nun könnten die Probleme noch mindestens eineinhalb Wochen andauern. „Vielleicht einigt man sich ja auch früher, das ist aber nur eine Hoffnung“, sagte die BMW-Sprecherin. Betroffen von den Streiks in Ostdeutschland zur Durchsetzung der 35-Stunden-Woche sind auch die Komponentenfertigung in Landshut sowie die Motorenproduktion im österreichischen Steyr.
BMW will angesichts der Produktionsausfälle sein Engagement in Ostdeutschland überprüfen. Auch Siemens denkt über sein Engagement in den neuen Ländern nach.
Der Zorn des Kanzlers
Die Metaller-Streiks in Ostdeutschland machen den Kanzler wütend: Seiner Ansicht nach wird damit die wirtschaftliche Entwicklung gefährdet. Gerhard Schröder (SPD) rief die Tarifparteien am Rande des EU-Balkan-Gipfels im nordgriechischen Porto Karras am Samstag aus diesem Grund zu einer raschen Einigung auf. Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der ostdeutschen Metallindustrie hätten eine Verantwortung für die gesamtwirtschaftliche Lage. Die IG Metall will in den neuen Bundesländern die 35-Stunden-Woche durchsetzen.
CDU-Chefin Angela Merkel sagte, der Arbeitskampf werde viele Jobs kosten. „Ich halte den ganzen Streik für aberwitzig.“ Das alles sei auch abschreckend für die Investoren.
Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) sagte dem Fernsehsender n-tv, er befürchte im Fall einer Arbeitszeitverkürzung in den neuen Ländern den Verlust von Arbeitsplätzen. Ostdeutschland würde einen „wichtigen Standortvorteil“ verlieren. „Ich fürchte, das wird Arbeitsplätze kosten“, wird er zitiert. „Die Gewerkschaften bestreiten dies, aber ich bin gerne bereit, darüber zu diskutieren.“
M ehr als 10 000 BMW-Mitarbeiter in Bayern müssen wegen der Metallerstreiks in Ostdeutschland ab Montag auf unbestimmte Zeit zu Hause bleiben. „Die Produktion in München und Regensburg muss für längere Zeit unterbrochen werden“, sagte eine BMW-Sprecherin am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. Der Streik beim brandenburgischen Getriebe-Zulieferer sei um eine Woche bis kommenden Samstag verlängert worden. In diesem Fall würde der Produktionsstopp bei BMW mindestens bis Mittwoch in einer Woche dauern.
BMW hatte ursprünglich gehofft, dass der Streik bei ZF an diesem Wochenende beendet wird. In diesem Fall hätte die 3er-Produktion in München und Regensburg sowie teilweise auch die Fertigung in anderen Werken für zweieinhalb Tage ausfallen müssen. Nun könnten die Probleme noch mindestens eineinhalb Wochen andauern. „Vielleicht einigt man sich ja auch früher, das ist aber nur eine Hoffnung“, sagte die BMW-Sprecherin. Betroffen von den Streiks in Ostdeutschland zur Durchsetzung der 35-Stunden-Woche sind auch die Komponentenfertigung in Landshut sowie die Motorenproduktion im österreichischen Steyr.
BMW will angesichts der Produktionsausfälle sein Engagement in Ostdeutschland überprüfen. Auch Siemens denkt über sein Engagement in den neuen Ländern nach.
Der Zorn des Kanzlers
Die Metaller-Streiks in Ostdeutschland machen den Kanzler wütend: Seiner Ansicht nach wird damit die wirtschaftliche Entwicklung gefährdet. Gerhard Schröder (SPD) rief die Tarifparteien am Rande des EU-Balkan-Gipfels im nordgriechischen Porto Karras am Samstag aus diesem Grund zu einer raschen Einigung auf. Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der ostdeutschen Metallindustrie hätten eine Verantwortung für die gesamtwirtschaftliche Lage. Die IG Metall will in den neuen Bundesländern die 35-Stunden-Woche durchsetzen.
CDU-Chefin Angela Merkel sagte, der Arbeitskampf werde viele Jobs kosten. „Ich halte den ganzen Streik für aberwitzig.“ Das alles sei auch abschreckend für die Investoren.
Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) sagte dem Fernsehsender n-tv, er befürchte im Fall einer Arbeitszeitverkürzung in den neuen Ländern den Verlust von Arbeitsplätzen. Ostdeutschland würde einen „wichtigen Standortvorteil“ verlieren. „Ich fürchte, das wird Arbeitsplätze kosten“, wird er zitiert. „Die Gewerkschaften bestreiten dies, aber ich bin gerne bereit, darüber zu diskutieren.“


