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Das globale Finanzsystem gleicht derzeit einem Patienten, der nach zwei lebensbedrohlichen Krisen auf der Intensivstation liegt und nur noch durch Medikamente am Leben erhalten wird, von denen die Ärzte wissen: Die Langzeitfolgen sind tödlich.
Von Ernst Wolff
Die erste Krise fand 1998 statt und wurde von der Weltöffentlichkeit kaum wahrgenommen, da nur wenige Insider eingeweiht waren. Damals brach der Hedgefonds Long Term Capital Management (LTCM) zusammen und drohte wegen der Fälligkeit von Kreditausfallversicherungen einen Domino-Effekt im internationalen Bankensystem auszulösen. In letzter Minute wurde er durch das Eingreifen mehrerer Wallstreet-Banken gerettet.
Die zweite Krise folgte im Jahr 2008. Diesmal liess sich das Problem nicht mehr vor der Öffentlichkeit verheimlichen. Als die US-Grossbank Lehman Brothers zusammenbrach und zahlreiche Finanzinstitute in den Abgrund zu reissen drohte, reichte ein Eingriff von Wallstreet-Banken nicht mehr aus, um die fehlenden Summen zu decken. Diesmal griffen die Staaten ein und retteten die Banken mit dem Geld der Steuerzahler. D.h.: Ihre Regierungen organisierten die grösste Vermögensumverteilung in der Geschichte der Menschheit, indem sie das Geld arbeitender Menschen in die Taschen wohlhabender Investoren und Spekulanten leiteten.
Die Politik versprach viel und tat nichts
Obwohl Politiker aller Schattierungen damals versprachen, so etwas nie wieder zuzulassen und die Finanzindustrie von nun streng zu kontrollieren, unternahmen sie nichts. Statt dessen druckten die Zentralbanken Japans, der USA und der Eurozone Geld in Billionenhöhe, senkten die Zinssätze (womit sie die Sparbemühungen der arbeitenden Bevölkerung zunichte machten) und stellten genau den Finanzspekulanten, die die Krise zu verantworten hatten, erneut Milliardenbeträge zur Verfügung - angeblich, um die Wirtschaft «anzukurbeln“.
Die Begünstigten dachten nicht daran, das Geld in die Realwirtschaft zu investieren, sondern spekulierten damit in noch höherem Ausmass als vor 2008 an den Finanzmärkten. Die Folge: Während die Weltwirtschaft sich entgegen allen offiziellen Beteuerungen nicht erholt hat, haben sich sich an den Anleihemärkten, den Aktienbörsen und auf den Immobilienmärkten riesige Blasen gebildet. Deren Platzen wurde und wird durch die Zentralbanken verhindert, die bei Kursrückgängen immer wieder frisches Geld in die Märkte pumpen. Damit helfen die Zentralbanken nicht nur den Spekulanten, noch mehr Geld zu verdienen, sondern tragen mit jedem Eingriff aktiv dazu bei, das Ausmass des kommenden Crashs zu vergrössern.
Der Point of no return ist inzwischen längst überschritten. Die nächste Krise wird sich allerdings grundlegend von den beiden vorhergehenden unterscheiden, und zwar aus einem sehr einfachen Grund: Die Ärzte werden dem Patienten nicht helfen können. Weder haben die Staaten genug Geld, um kollabierende Banken über Wasser zu halten, noch haben die Zentralbanken bei den Zinssätzen den Spielraum, den sie für eine erfolgreiche Krisenintervention bräuchten.
In andern Worten: Die Welt steuert offenen Auges auf einen Crash zu, der alle bisherigen Crashs an Umfang, Tiefe und Ausdehnung übertreffen wird. Man fragt sich: Wie konnte es so weit kommen?
Das System war von Anfang an undemokratisch
Es sind zwei Daten, die für das Verständnis des gegenwärtigen Finanzsystems von Bedeutung sind: 1944 und 1971.
1944 fand im amerikanischen Bretton Woods eine Konferenz statt, auf der die Grundlagen für das gegenwärtige System gelegt wurden. Die USA nutzten damals ihre wirtschaftliche Stärke (sie besassen den grössten Binnenmarkt und die höchsten Goldreserven der Welt), ihre
Das globale Finanzsystem gleicht derzeit einem Patienten, der nach zwei lebensbedrohlichen Krisen auf der Intensivstation liegt