Biotech-Branche vor Halbjahreszahlen


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tom68:

Biotech-Branche vor Halbjahreszahlen

 
16.07.01 14:19
Biotech-Branche vor Halbjahreszahlen
 
Widersprüchliche Signale aus den USA
 
Das Biotech-Segment am Neuen Markt beherbergt Unternehmen mit sehr unterschiedlichen Geschäftsmodellen. Bei der bevorstehenden Zahlensaison sind daher verschiedene Aspekte für die Einschätzung wichtig.

Sowohl an der Nasdaq wie auch am Neuen Markt hat das Biotech-Segment unter der negativen Stimmung des allgemeinen Marktes schwer gelitten. In den USA haben jüngst einzelne negative Nachrichten den Himmel über dem zukunftsträchtigen Gebiet teilweise verdunkelt. Für die Zahlensaison werden im Gegensatz zu vielen anderen Branchen keine bösen Überraschungen erwartet. Dafür ist die kurz- bis mittelfristige Zukunftsaussicht von manchem Platzhirsch eingetrübt. Davon direkt betroffen ist die Beteiligungsgesellschaft BB Biotech, deren Portfolio vornehmlich aus US-Werten besteht.

Auch für den Neuen Markt steht die Zahlensaison vor der Tür. Auch hier hat es Gewinnwarnungen in gehöriger Zahl gegeben. Diese sind für die Biotechs bislang ausgeblieben. Allerdings ließ sich am vergangenen Freitag am Beispiel von Evotec gut beobachten, was schon das Gerücht einer Gewinnwarnung anrichten kann.

Die meisten Gesellschaften des Bereiches schreiben noch rote Zahlen. Insofern werden die Beobachter bei der Vorlage der Ergebnisse vor allem die Messlatte der Höhe der Verluste anlegen. Hier werden zwei Aspekte wichtig sein: Sind jene Unternehmen, die in diesem oder dem kommenden Jahr die Gewinnschwelle überschreiten wollen, auf dem richtigen Weg? Das betrifft Unternehmen wie Evotec.

Und stehen die Verluste bei den Gesellschaften, die einen längeren Weg zu schwarzen Zahlen beschreiben, in einem vertretbaren Verhältnis zu den langfristigen Aussichten? Zu dieser Gruppe zählen vor allem die Produktentwickler wie Medigene, GPC Biotech, Genmab oder Morphosys. Auch die Tissue-Engineering-Companys Biotissue und Co.don zählen zu dieser Kategorie. Dabei dürfte ein wichtiger Gesichtspunkt sein, ob die Anleger die hohen Verluste infolge notwendiger Aufwendungen weiter goutieren oder mit Kursabschlägen bestrafen.

Ausnahmen sind Qiagen und Rhein Biotech, die bereits im Vorjahr schwarze Zahlen ausgewiesen haben. Auch Sanochemia ist diesem Bereich zuzuordnen. Hier geht es – ähnlich wie bei einigen US-Werten – nicht mehr nur um Phantasie, sondern schon um die Entwicklung von Gewinn und Umsatz. Grundsätzlich sind die Ergebnisse weit weniger von der allgemeinen konjunkturellen Entwicklung abhängig als bei anderen Branchen.

Ein Sonderfall ist Cybio, das wegen bilanztechnischer Gesichtspunkte trotz Zahlung einer Dividende Verluste ausweisen musste. Eine weitere Gruppe betrifft die Turnaround-Kandidaten MWG Biotech und Plasmaselect deren Bemühungen um eine positivere Gestaltung der Geschäftspolitik unter die Lupe genommen werden.


Autor: Alexander Apel, 11:21 16.07.01
 
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