Neuester, zuletzt geles. Beitrag
Antworten | Börsen-Forum
Übersicht ZurückZurück WeiterWeiter
... 1330  1331  1332  1334 

Biontech & MRNA: Revolution in der Pharmaindustrie

Vontobel Werbung

Passende Knock-Outs auf DAX

Strategie Hebel
Steigender DAX-Kurs 5,00 10,00 15,00
Fallender DAX-Kurs 5,00 10,01 15,00
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier: DE000VG93V42 , DE000VY0CA23 , DE000VY21N13 , DE000VH2VA07 , DE000BD2X367 , DE000VK265J2 .Bitte informieren Sie sich vor Erwerb ausführlich über Funktionsweise und Risiken. Bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.

Thema
abonnieren
Beiträge: 33.332
Zugriffe: 17.922.598 / Heute: 7.460
BioNTech SE AD. 88,15 $ -1,08% Perf. seit Threadbeginn:   -6,11%
 
kiesly:

@ Dictus

 
27.10.26 08:51
Hattest du nicht bei ca. 95€ einen Teil deiner Position reduziert. Wenn ja Glückwunsch!
Das mit "Butter vom Brot" hatte ich in einem Vorpost auch schon angemerkt.
Es kommt mir so vor, als zielen Türeci und Sahin nur auf den ultimativen Erfolg in der Onkologie. Das "Brot und Butter - Geschäft" lässt man links liegen, obwohl man es eventuell mitnehmen könnte.
Mag sein, dass hier auch die Verwerfungen in der Führungsetage herrühren.
Antworten

Werbung

Entdecke die beliebtesten ETFs von Amundi

Lyxor Net Zero 2050 S&P World Climate PAB (DR) UCITS ETF Acc
Perf. 12M: +206,18%
Amundi Russell 1000 Growth UCITS ETF - Acc
Perf. 12M: +38,69%
Amundi IBEX 35 Doble Apalancado Diario (2x) UCITS ETF Acc
Perf. 12M: +38,39%
Amundi MSCI Greece UCITS ETF Dist
Perf. 12M: +35,17%
Amundi MSCI USA Daily (2x) Leveraged UCITS ETF Acc
Perf. 12M: +27,15%

Seaeagle:

Fragen

 
27.10.26 10:53
Die Risse in der Biontech-Story werden größer. Die Pipeline und auch die Kommunikation im Unternehmen werfen Fragen auf. Die kommenden Unternehmensdaten bringen hoffentlich keine weiteren negativen Aspekte. Biontech scheint den Kompass verlegt zu haben.  
Antworten
kaufladen:

Der Markt reagiert

 
27.10.26 10:58
häufig anders als ich Naivling das so erwarten würde. Beispiel Daiichi heute: da gab es gestern einen kleinen Kurssprung, heute kommt die Zulassung von Enhertu für die Monotherapie bei Brustkrebs in der EU und der Kurs gibt die Gewinne von gestern wieder komplett ab...
Ich überlege, ob es vielleicht ein guter Einstieg bei Daiichi sein könnte.  
Antworten
Vermeer:

ich wiederhole mich auch

2
27.10.26 11:50
wenn ich sage: Ja, die mRNA Geschichte hat sich nicht wie erhofft entwickelt, vielleicht haben die Chefs das verbummelt, weil sie derweil den heiligen Gral der Krebstherapie gesucht haben. Aber ich vergesse nicht, dass Sahin den Spürsinn hatte, die Entwicklung bei den Chinesen zu erkennen und gezielt komplett aufzukaufen. Gerade weil in der Firma vieles nicht wie erhofft geklappt hat, gilt: Damit hat Sahin wohl die Firma gerettet. Vielleicht hat es damit zu tun dass man manches hat sausen lassen, vielleicht war es aber sorum besser.
Antworten
Artikel 14:

BioNTech - nach ESMO UBS-Kursziel 135 US-Dollar

2
27.10.26 12:41
ZÜRICH (dpa-AFX Analyser) - Die Schweizer Großbank UBS hat die Einstufung für Biontech anlässlich eines Fachkongresses auf "Buy" mit einem Kursziel von 135 US-Dollar belassen. Die vorgestellten Daten zu einer klinisch getesteten Kombination aus einem bispezifischen Antikörper und einem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat bei Lungenkrebs seien beeindruckend, schrieb David Dai in einer am Montag vorliegenden Einschätzung. Diese Kombination zeige bei sogenannten soliden Tumoren eine beeindruckende Wirksamkeit bei gleichzeitig einwandfreiem Sicherheitsprofil./rob/la/he

Veröffentlichung der Original-Studie: 26.10.2026 / 03:04 / GMT Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 25.10.2026 / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben
Antworten
Dictus:

Vermeer

3
27.10.26 17:01
Ja, das stimmt. Der Zukauf von Pumitamig war genial und ist derzeit gewissermaßen der Rettungsanker. Selbst bei sinkenden Umsätzen im Bereich Corona sollte der Cashbestand dank der BMS-Zahlungen bis zu den ersten Zulassungen (sofern diese erteilt werden) nicht merklich sinken. Ich denke, man wird für das Verfahren gegen Arbutus/Genevant noch einmal 1 bis 2 Milliarden US-Dollar zurücklegen und vermutlich auch zahlen müssen.

Trotzdem verbleiben selbst konservativ gerechnet mindestens 10 Milliarden USD für M&A. Ich hoffe, dass Guido Oelkers diese Chance wahrnimmt. Wenn Pumitamig als Backbone für die eigene Onkologiestrategie indikationsübergreifend erfolgreich wird, kann man sich den einen oder anderen Kandidaten für die „Novel-Novel-Kombination” einfach dazukaufen. Ich denke, BNT323 kann man abschreiben. Duality Bio ist heute um 30 % abgestürzt. Aber selbst auf dem absoluten Höhepunkt, als die Wirksamkeit von BNT323 deutlich besser aussah und man davon ausging, dass es Enhertu ersetzen würde, lag die Marktkapitalisierung von Duality Bio bei unter 5 Milliarden USD. Zwei bis drei Totalübernahmen, vergleichbar mit der Übernahme von Biotheus für Pumitamig, sind also locker drin. Zumal die Bewertungen für unprofitable, kleinere Biotech-Unternehmen mit den steigenden Zinsen in Zukunft bestimmt noch einmal nachgeben werden. Einlizensierungen sind noch günstiger. Kurzum: Bei BioNTech ist noch lange nicht der Drops gelutscht.
Antworten
Dictus:

Noch ein

4
27.10.26 20:08
interessanter Artikel zu BNT323.

controlarm.substack.com/p/...iontech-db-1303-her2-adc-phase-3
Antworten
Dictus:

Recherche

10
28.10.26 17:47
Ich habe übrigens noch einmal ein wenig recherchiert, weil es mich gewundert hat, dass in der Forschung bei BioNtech mRNA derzeit so vernachlässigt wird – erst recht nach den Erfolgen von Moderna. Dabei bin ich auf die folgende Pressemitteilung aus dem Jahr 2016 aufmerksam geworden, die mir bisher noch nicht bekannt war.

investors.biontech.de/static-files/...-4426-9a0b-c7c18a25fb19

Scheinbar hat sich BioNtech 2016 nicht nur mit einem einzigen Wirkstoff (in diesem Fall BNT122), sondern im gesamten Feld der patientenindividuellen, neoantigenspezifischen mRNA-Krebsimpfstoffe zur Hälfte an Roche bzw. Genentech gebunden. Für nur 310 Millionen Euro. Im Nachhinein ein wahnsinnig schlechter Deal. Was das bedeutet? Solange dieser Vertrag besteht, ist es BioNTech untersagt, im Alleingang oder mit Dritten (wie Bristol Myers Squibb für Pumitamig) einen neuen individualisierten mRNA-Impfstoff aufzusetzen, der beispielsweise 34 statt 20 Mutationen kodiert (Also Modernas neuer Ansatz vs. BioNtechs bestehende iNeST-Plattform). Auch der Zukauf von CureVac hilft rechtlich nicht weiter: Als 100-prozentige Tochter greifen die vertraglichen Wettbewerbsverbote automatisch auch für verbundene Konzerngesellschaften – BioNTech müsste entsprechende Programme also zwingend in die Roche-Allianz einbringen.

Der Vertrag mit Genentech enthält allerdings eine Ausnahme, die BioNTech bereits genutzt hat: Wenn BioNTech eine klinische Studie vorschlägt, Genentech sich im gemeinsamen Lenkungsausschuss (Joint Steering Committee) aber gegen eine Finanzierung entscheidet, darf BioNTech BNT122 in dieser spezifischen Indikation auf eigene Rechnung allein entwickeln (Genentech behält lediglich spätere Rückkauf- oder Lizenzrechte gegen Aufpreis).

Genau das ist bei der kürzlich abgebrochenen Phase-2-Studie bei Darmkrebs (BNT122-01) passiert: Weil Genentech dort nicht einsteigen wollte, hat BioNTech die Studie ab 2021 allein gesponsert, weshalb BNT122 dort als Monotherapie ohne Roches Tecentriq getestet werden musste. In der Monotherapie haben sich mRNA-Wirkstoffe im metastasischen Setting aber bisher als zu schwach erwiesen um gegen die große Tumormasse alleine vorzugehen.

Und damit zum Haken für Pumitamig: Selbst bei einem solchen Alleingang untersagen derartige Pharmaverträge in aller Regel, das gemeinsame Molekül ohne Zustimmung des Partners mit einem direkten Konkurrenzprodukt zu Tecentriq – wie dem bispezifischen PD-L1/VEGF-Antikörper Pumitamig – zu kombinieren. Da Tecentriq klinisch und kommerziell weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist, blockiert das BioNTech massiv: Man kann individualisierte mRNA-Ansätze entweder nur als Monotherapie testen oder muss sie an das Schrottprodukt von Roche koppeln, statt sie mit wirksameren Optionen wie Keytruda oder Pumitamig zu verknüpfen.

Das rückt auch die angekündigte Ausgründung der BioNTech-Gründer in ein anderes Licht und erklärt, warum der Schritt intern und bei den Gebrüdern Strüngmann kaum kommentiert wird, während er von außen kritisiert wird. Eine Tochtergesellschaft unter dem Konzerndach von BioNTech wäre an dieselben vertraglichen Exklusivitätsklauseln gebunden gewesen und hätte individualisierte mRNA nicht frei mit modernen Antikörpern kombinieren dürfen. Um die nächste Generation patientenindividueller mRNA ohne die vertraglichen Altlasten aus dem Jahr 2016 aufzubauen, brauchte es eine rechtlich vollständig eigenständige Einheit.

Schade natürlich, dass man damit zeitlich in starken Versatz zu Moderna gerät.
Antworten
Dictus:

Und wenn man sich die Reaktion

 
28.10.26 18:11
der großen Player anschaut kann ich Modernas Marktkapitalisierung schon etwas mehr verstehen. mRNA wird in Zukunft wohl deutlich relevanter werden als die meisten erwarten. Den Schatz muss BioNtech heben.

www.boerse-express.com/news/articles/...rebsimpfstoffe-956927
Antworten
kiesly:

Danke für deine Recherche

 
28.10.26 18:36
Ist doch alles ein verdammtes Haifischbecken, erstrecht die Pharmabranche.
Wusste nicht dass BionTech es nötig hatte, sich so umklammern zu lassen.
Antworten
Schleudersch.:

..vielen Dank für diese Information ..

 
28.10.26 18:47
.. vielen herzlichen Dank für diese absolut wertvollen Zusatzinformationen, die so bedeutend sind. Es verändert die Perspektive komplett ..wenn ich an diese Info eher gekommen wäre, hötte ich sicher mein Invest überdacht.
Antworten
koeln2999:

Bindun an Roche

 
28.10.26 20:12
Bis wann läuft denn die Kooperation? Das kann nicht ewig gehen.

310 Millionen - ein Taschenheld. Da hatten Strüngmanns wohl keinen Mut weiter zu investieren. Sollte man jetzt seine Position auflösen?

Antworten
Gelöschter Beitrag. Einblenden »
#33313

Aki2408:

Schade,

 
28.10.26 21:05
aber das erklärt dann doch so Einiges und warum BioNTech so gar nicht aus der Kurve kommt.  
Antworten
Magnesium:

Kooperation mit Genentech

3
29.10.26 09:18
Bei der SEC gibt es eine geschwärzte Version der Vereinbarung (siehe Link). Interessant erscheint mir vor allem der Abschnitt 9.7. Leider ist hier der Zeitraum der Exklusivität geschwärzt, was der zentrale Punkt sein dürfte. Als Nicht-Anwalt würde ich den Abschnitt so interpretieren, dass Biontech in dieser Zeit weder eigenständig noch mit Drittfirmen andere pharmazeutische Produkte erforschen, entwickeln, herstellen oder verkaufen darf, die auf Neoepitop-RNA (also maßgeschneiderter, individualisierter Krebs-RNA) im vereinbarten Therapiebereich basieren... da würde also auch die Ausgründung nicht helfen. Kündigungsrechte von Seiten Biontech gibt es praktisch keine (im wesentlichen schwerwiegende Vertragsverletzung von Genentech). Laut KI liegen Exklusivitätsfristen in diesem Bereich bei 5-10 Jahren... wäre natürlich vorteilhaft, wenn die 10 Jahre nun abgelaufen sind. :-) Das wäre für mich auch der einzige vertretbare Grund, dass man so wie geschehen agiert hat.

Die Vereinbarung erklärt aus meiner Sicht in der Tat so einiges (Danke an Dictus für die Recherche). Man hätte aber trotzdem den Bereich mRNA nicht so abschenken dürfen und im Notfall eine Vereinbarung mit Genentech treffen können. Es bleibt auch weiterhin vollkommen unerklärlich, dass man im Bereich Grippe-Covid so brutal gescheitert ist im Vergleich zu Moderna. Und es ist absolut semi-professionell wie die Ausgründung gehandhabt wird. Ich sehe hier auch große Fehler beim Management. Es drängt sich schon der Eindruck auf, dass die Covid Zulassung alleine von Pfizer durch die Tür bekommen wurde und Biontech alleine dazu nicht ansatzweise fähig gewesen wäre. Gut dass man nun groß mit BMS kooperiert… die wissen ebenfalls wie das Zulassungs-Geschäft funktioniert.

www.sec.gov/Archives/edgar/data/1776985/...d635330dex1014.htm
Antworten
Schleudersch.:

Nachfrage

 
29.10.26 10:02
BioNTech hat die weltweite strategische Zusammenarbeit und den Exklusivitätsvertrag mit Genentech im Jahr 2016 abgeschlossen.
Die offizielle Vereinbarung zur gemeinsamen Entwicklung, Herstellung und Vermarktung maßgeschneiderter mRNA-Krebsimpfstoffe wurde am 20. September 2016 unterzeichnet und am darauffolgenden Tag öffentlich bekannt gegeben, Quelle Gemini.
Der Kooperations- Exklusivitätsvertrag ist so lange bindend, bis vertragliche Entwicklungs-, Herstellungs- und weiterenVermarktungs Verpflichtungen erfüllt sind oder bis jeweilige Lizenz- und Umsatzbeteiligungsfristen (Royalty Terms) für entwickelte Produkte abgelaufen sind.. wiederum Quelle AI Gemini.
Dem Prozess der Herstellung und Vermarktung nähert sich BionTech ja scheinbar, die Infrastruktur ist gut eingeleitet, oder wo übersehe ich Wesentliches, bitte?
Antworten
Vermeer:

Anmerkung: KI ist keine Quelle

3
29.10.26 10:18
Die muss selbst eine Quelle haben. Und du hoffst dass diese Quelle richtig wiedergegeben ist.
Antworten
Dictus:

Magnesium

8
29.10.26 11:55
Danke für die vollständige SEC-Meldung. Das klärt noch mal einiges auf – vor allem, warum das Management und die Großaktionäre den Weg über die Ausgründung gewählt haben.

Bei Abschnitt 9.7 hast du völlig recht: Da das Wort „years” hinter den geschwärzten Sternchen stehen geblieben ist, war die reine Wettbewerbssperre auf eine feste Jahresfrist gedeckelt (in der Branche sind es meist 5, 7 oder 10 Jahre, sodass 10 Jahre zum Jahreswechsel 2026/2027 tatsächlich auslaufen würden). Das Problem ist nur: Section 9.7 ist lediglich die halbe Miete. Selbst wenn diese Frist abläuft, bleibt BioNTech im eigenen Konzern über Section 9.1.1 gefesselt. Dort wurde Genentech eine weltweite Exklusivlizenz eingeräumt und gemäß den Definitionen in Section 1.27 und 1.29 umfasst dies alles an Know-how, Algorithmen und Patenten zur Neoepitop-mRNA, die von BioNTech oder einer Konzerntochter bis zum Ende der Vertragslaufzeit kontrolliert werden. Genau deshalb hilft auch der Zukauf von CureVac im Konzernverbund nicht weiter. Solange die letzte Studie (IMcode003) zu Bauchspeicheldrüsenkrebs läuft, befindet sich der Vertrag im „Collaboration Term“ – und BioNTech darf im eigenen Haus keine Neoepitop-mRNA außerhalb des Roche-Entwicklungsplans testen.

Bei genauerer Betrachtung der Definitionen stimmt die Aussage, dass die Ausgründung der Gründer (Arife SE) hier nicht helfen würde, allerdings nicht – ganz im Gegenteil, sie ist der einzig gangbare juristische Ausweg: Nach Section 1.5 („Affiliate“) gelten die Vertragsbeschränkungen nur für Unternehmen, an denen BioNTech mehr als 50 Prozent der Stimmrechte hält oder die Kontrolle ausübt. Da BioNTech an Arife nur als Minderheitsgesellschafter beteiligt sein wird, ist die neue Firma rechtlich ein unabhängiger Dritter. Der eigentliche Clou findet sich aber am Ende von Section 1.5 unter Buchstabe (C): Dort wurde 2016 ausdrücklich vereinbart, dass die AT Impf GmbH (das Family Office der Gebrüder Strüngmann) sowie alle von ihr beherrschten Gesellschaften nicht als verbundene Unternehmen von BioNTech gelten. Das bedeutet, dass die Strüngmanns und das Gründerpaar Arife mit privaten Mitteln ausstatten und dort eine völlig neue, individualisierte Neoantigen-Plattform der nächsten Generation aufbauen können, ohne dass der Genentech-Vertrag greift.

Auch das Zusammenspiel mit Pumitamig wird dadurch überhaupt erst möglich: Arife kann als eigenständige Gesellschaft Studien aufsetzen und Pumitamig von BioNTech über ein klassisches Zulieferabkommen (Clinical Supply Agreement) beziehen. Da Pumitamig ein Antikörper ist und BioNTech die mRNA-Komponente in dieser Phase weder besitzt noch finanziert, hat Roche keinerlei vertragliche Handhabe, eine solche Kombination zu blockieren.

Für die verbleibende Partnerschaft mit Genentech bedeutet das: Es läuft nur noch das adjuvante Pankreas-Programm BNT122 (IMcode003), das voraussichtlich bis Anfang 2028 läuft.
Bringt diese Studie keinen statistischen Durchbruch oder verliert Roche vorher endgültig das Interesse an der Allianz, ist der Vertrag beendet. Genentech kann den Vertrag nach einem Studienende jedoch nicht unbegrenzt blockieren, da sie gemäß Section 4.1 zu wirtschaftlich angemessenen Entwicklungsanstrengungen verpflichtet sind und andernfalls eine Vertragsverletzung riskieren. In diesem Fall müsste Genentech ordentlich kündigen (Section 14.3.2), wodurch gemäß Section 14.5.1 alle Exklusivlizenzen erlöschen und die Rechte vollständig an BioNTech zurückfallen würden.

Antworten
Dictus:

Fragen

11
29.10.26 12:11
Jetzt stellen sich für mich nach Abschluss meiner Analyse aber die folgenden Fragen, die ich schon teilweise selbst beantworten möchte. Hier wären aber natürlich auch andere Sichtweisen interessant. 1. Warum erfolgt die Arife Ausgründung erst jetzt und nicht schon früher? 2. Wie wahrscheinlich ist es überhaupt nach Modernas Erfolg, dass Roche diesen Vertrag auslaufen lässt? 3. Selbst im Best Case - Arife legt direkt Anfang 2027 mit der 2. Generation von individualisierten mRNA-Impfstoffen los und Roche kündigt den Vertrag mit BioNtech 2028 auf, hat BioNTech überhaupt noch eine Chance zu Modernas Vorsprung aufzuschließen?

Zunächst zu Punkt 1:

Dass Uğur Şahin und Özlem Türeci diesen Schritt erst im Jahr 2026 vollziehen, liegt schlicht daran, dass die juristischen, technologischen und operativen Voraussetzungen vorher nicht gegeben waren. Der wichtigste rechtliche Faktor ist die zehnjährige Wettbewerbssperre in Abschnitt 9.7 des Genentech-Vertrags. Da das Abkommen nach der behördlichen Freigabe im vierten Quartal 2016 wirksam wurde, endet die dort fixierte Frist von zehn Jahren exakt zum Jahreswechsel 2026/2027.

Während dieser aktiven Laufzeit war BioNTech jede direkte oder indirekte Tätigkeit im Bereich der Neoepitop-RNA – ausdrücklich auch die Zusammenarbeit mit Dritten – strikt untersagt. Eine Ausgründung unter Beteiligung von BioNTech hätte Roche vor Ablauf dieser Frist eine sofortige Handhabe für massive Vertragsstrafen oder Unterlassungsklagen geboten. Hinzu kommt das technologische Timing: Um Arife von Beginn an mit unbelastetem geistigen Eigentum und modernen Plattformtechnologien auszustatten, benötigte man das freie Patent- und Know-how-Paket von CureVac. Diese Übernahme wurde jedoch erst im Laufe des Jahres 2025 verhandelt und formal zum Jahreswechsel 2025/2026 abgeschlossen. Zudem mussten die Gründer die Daten der eigenen Erstgenerationsstudien abwarten. Zwischen 2024 und Sommer 2026 trafen nacheinander die ernüchternden Ergebnisse zu BNT111 beim Melanom, das verfehlte progressionsfreie Überleben bei BNT122 im metastasierten Melanom sowie bei BNT113 im Kopf-Hals-Bereich und schließlich der DSMB-Stopp bei Darmkrebs ein. Eine Ausgründung der mRNA-Sparte mitten in dieser Studienphase hätte am Kapitalmarkt wie eine Kapitulation vor den laufenden Programmen gewirkt. Zudem brauchte BioNTech zuerst ein tragfähiges, neues operatives Fundament, bevor die Gründer die operative Führung abgeben konnten. Dieses Fundament steht erst seit der Biotheus-Übernahme, dem weltweiten Milliardendeal mit Bristol Myers Squibb für Pumitamig und dem planmäßigen Hochfahren von 15 Phase-3-Studien im Bereich der bispezifischen Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate. Parallel dazu meldete Moderna beim Melanom Phase-3-Erfolge und zeigte auf dem ESMO 2026, dass ein 34-Neoantigen-Design selbst beim Bauchspeicheldrüsenkrebs bei allen Patienten anschlägt. Dies gab den Gründern die wissenschaftliche Gewissheit, dass nicht das Wirkprinzip falsch war, sondern lediglich das Behandlungsstadium und das Korsett des alten Roche-Vertrags.

Bezüglich der zweiten Frage, wie wahrscheinlich eine Vertragsbeendigung durch Roche nach den Erfolgen von Moderna ist, muss man die Zeitachse vor und nach Anfang 2028 trennen. Bis zum Vorliegen der Phase-2-Daten der Bauchspeicheldrüsenkrebs-Studie IMcode003 Anfang 2028 wird Roche den Vertrag mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht kündigen. Die Rekrutierung und die aufwendige Herstellung der patientenindividuellen Dosen sind bereits abgeschlossen und bezahlt. Da Modernas jüngste ESMO-Daten belegen, dass eine adjuvante mRNA-Therapie beim operierten Pankreaskarzinom nach 17 Monaten mehr als die Hälfte der Patienten rückfallfrei hält, wird Roche dieses bereits bezahlte Entwicklungsticket nicht kurz vor der Auswertung entwerten. Ab 2028 sieht die Lage jedoch völlig anders aus: Dass Roche den Vertrag danach verlängert oder gar neue gemeinsame Studien aufsetzt, ist äußerst unwahrscheinlich. Zwischen 2028 und 2030 verliert Roches eigener Antikörper Tecentriq seinen Patentschutz. Eine neu aufgesetzte Phase-3-Zulassungsstudie würde frühestens in den 2030er-Jahren ausgewertet – zu einem Zeitpunkt, an dem Tecentriq längst durch billige Biosimilars verdrängt worden ist. Für das Einzelmedikament BNT122, dessen Gewinne hälftig an BioNTech fließen müssten, rechnet sich dieser Aufwand für die Basler nicht mehr. Zudem hat Roche unter Konzernchef Thomas Schinecker sein Portfolio spürbar bereinigt und Ressourcen in andere Wachstumsfelder umgeleitet. Bezeichnend ist hierbei, dass Roche die Co-Finanzierung der Darmkrebs-Studie von vornherein verweigerte und die adjuvante Blasenkrebs-Studie IMcode004 im März 2026 eingestellt wurde. Erbringt IMcode003 Anfang 2028 keinen statistisch überragenden Durchbruch, wird Roche von seinem freien Kündigungsrecht gemäß Section 14.3.2 Gebrauch machen. Damit fallen alle Lizenzen und Rechte an der Plattform gemäß Section 14.5.1 sofort und vollständig an BioNTech zurück.

Was die dritte Frage nach BioNTechs verbleibenden Marktchancen angeht, lässt sich nicht bestreiten, dass Moderna im klassischen chirurgisch-adjuvanten Nischenmarkt der ersten Generation – namentlich beim Melanom sowie bei Nieren- und Blasenkrebs – vier bis fünf Jahre vorne liegt. Wer daraus jedoch schließt, das gesamte Feld sei für BioNTech verloren, übersieht die Struktur der Onkologiemärkte sowie Modernas erhebliche Abhängigkeiten. Modernas Onkologie-Pipeline konzentriert sich fast ausschließlich auf vier Indikationen und lässt riesige Milliardenmärkte wie Brustkrebs, Magenkrebs, Darmkrebs, Leberkrebs oder das kleinzellige Lungenkarzinom in späten Studienphasen völlig unberührt. Genau in diesen Indikationen baut BioNTech mit Pumitamig und seiner ADC-Flotte derzeit ein dichtes Netz an Phase-2- und Phase-3-Programmen auf. Hinzu kommt die strukturelle Verwundbarkeit von Moderna: Alle Phase-3-Programme des US-amerikanischen Unternehmens hängen von Mercks Blockbuster Keytruda ab, der ab 2028 seinen Patentschutz verliert. Sollte BioNTech in den kommenden zwei Jahren in den laufenden Phase-3-Studien mit BMS nachweisen können, dass Pumitamig durch die zweifache Blockade von PD-L1 und VEGF dem bisherigen Monopolisten Keytruda überlegen ist, würde BioNTech die Kontrolle über den künftigen Standard-Rückgratwirkstoff der Immuntherapie übernehmen. Dies würde ab 2028 den Weg für ein Dreifach-Konzept eröffnen, das Moderna aus eigener Kraft nicht abbilden kann. Während reine mRNA-Impfstoffe im metastasierten Stadium – auf das rund siebzig Prozent des Onkologie-Umsatzes entfallen – regelmäßig an der bestehenden Tumormasse scheitern, können BioNTechs ADCs diese Tumormassen gezielt abräumen. Pumitamig kann die immunologische Barriere aufbrechen und die von Arife entwickelte zweite mRNA-Generation kann schließlich als Erhaltungstherapie gegen Mikrometastasen verabreicht werden. Ergänzt um den FixVac-Kandidaten BNT116 beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom, der als Standardpräparat ohnehin frei von Roche-Bindungen ist und bereits in frühen Stadien klinisch erprobt wird, verliert BioNTech zwar das erste Rennen bei den adjuvanten Frühstadien an Moderna. Für die weitaus größere zweite Welle in den volumenstarken Krebsarten ab 2028 verschafft sich das Unternehmen jedoch die deutlich stärkere strategische Ausgangsposition.

Antworten
kaufladen:

Kurzzusammenfassung

 
29.10.26 12:36
Danke@ Dictus für deine super Beiträge. Diese Story ist super spannend und erstaunlich komplex.

Meine ganz ganz kurze Zusammenfassung aus Anlegersicht lautet: BNT ist ein doch stärker spekulativer Titel als bis kürzlich gemeinhin gedacht, es gibt aber eine gute Chance darauf, final richtig dick abzuräumen. Es sind aber dem Kostolany-Tugenden (einige Jahre warten) gefragt.

Antworten
kiesly:

Wow

 
29.10.26 13:02
wirklich großen Dank für die erhellenden Anmerkungen.
Jetzt kann ich wenigstens erahnen, wovon ich nichts weiß. Im Prinzip vertraue ich darauf, dass die Führungskräfte das Potential von BionTech aus Eigeninteresse nicht in den Sand setzen.
Wie ihr ran geht, ist nochmal ne ganz andre Hausnummer und letztendlich sehr löblich, dass ihr andere daran teilhaben lässt. Danke!
Antworten
kiesly:

Wow

 
29.10.26 13:04
Danke für eure Anmerkungen.
Jetzt habe ich wenigstens eine kleine Ahnung davon, wovon ich nichts weiß. Letztendlich vertraue ich darauf, dass die Führungskräfte das Potenzial von BioNTech aus Eigeninteresse, nicht in den Sand setzen. Was ihr macht, ist noch mal eine ganz andere Hausnummer.
Und dass ihr andere dran teilhaben lässt, ist sehr löblich. Danke!
Antworten
kiesly:

Doppelt

 
29.10.26 13:06
Gemoppelt!
Antworten
Magnesium:

Dictus

 
29.10.26 13:14
Danke für die detailierte Herleitung. Das macht für mich absolut Sinn.

Mein Kommentar zur Ausgründung war dahingehend gerichtet, dass diese neue Gesellschaft innerhalb der Exclusivity Period ebenfalls nicht helfen würde nach meinem Verständnis. Die 10 Jahre wäre auch meine Vermutung... es könnten aber auch 15 Jahre sein.
Antworten
Fabinio:

mRNA

4
29.10.26 17:59
Erstmal tolle Diskussion die hier stattfindet - Danke Dictus für den Input!
Interessant finde ich, dass anscheinend der überwiegende Großteil hier wegen der mRNA Technologie investiert ist. Mich haben die Abhängigkeiten von Roche auch überrascht und es ist plausibel, dass es mit ein Grund ist Arife zu gründen. Nichts desto trotz halte ich persönlich den individualisierten mRNA-Ansatz aktuell für stark überschätzt. Die Ergebnisse von Moderna sind ja nicht schlecht, aber auch nicht revolutionär. Völlig unterschätzt wird der logistische Aufwand und die Kosten für die Produktion. Wer dafür technologisch eine gute Lösung hat wird langfristig erfolgreich sein. Für die aktuellen Kosten finde ich die Wirksamkeit nicht ausreichend. Auch die westliche Welt zahlt nicht jeden Preis für ein Medikament. Außerdem ist das Melanom ein immunologisch sehr gut angreifbarer Tumor. Das heißt noch lange nicht dass dies genauso bei allen anderen Tumoren funktioniert. Die Kursreaktion auf die Melanom-Daten von Moderna ist meines Erachtens sehr stark übertrieben und für mich nicht nachvollziehbar. Man darf meiner Ansicht nach auch nicht davon ausgehen dass ein mRNA Erfolg von Biontech zu einer gleichen Kursreaktion führen würde. Aber sicherlich hat die Technologie langfristig großes Potential. Nur dauern die ganzen Studien in der Onkologie sehr lange, deswegen sehe ich dort die großen Erlöse in den nächsten Jahren für keine Pharmafirma. Im übrigen würde es etwas anders bei der Fixvac-Platform aussehen. Dort ist man nicht von Roche abhängig und kann sofort relativ kostengünstig produzieren.  

Die andere Neuigkeit der letzten Woche fand ich mindestens genauso schade. Man muss kein großer Pessimist sein, um davon auszugehen dass Trastuzumab-Pamirtecan (BNT323) nicht erfolgreich sein wird. Die interstitiellen Lungenschäden treten durch den stabileren Linker offensichtlich trotzdem etwa genauso häufig auf wie bei Trastuzumab-Deruxtecan (Enhertu) und man hat wahrscheinlich sogar eine geringere Wirksamkeit wegen des geringeren Bystander-Effekts. Damit ist die erste Zulassung wahrscheinlich erstmal vom Tisch und man muss auf Gotistobart hoffen.
Wie ich in meinen vorherigen Posts schon dargelegt habe, bin ich sehr überzeugt von den Novel-Novel-Kombinationen, perspektivisch auch novel-novel-novel-Kombinationen. Dort ist Biontech bekanntlich sehr gut aufgestellt. Die ersten Studienergebnisse zeigen beeindruckende Wirksamkeiten. Sollten diese in großen Phase III Studien bestätigt werden, ist das bezüglich Wirksamkeit bzw Senkung der Mortalität eine ganz andere Hausnummer als die Melanom-Daten von Moderna. Das hat aber in den nächsten Jahren wenig bis nichts mit mRNA zu tun und die Konkurrenz ist auch eine ganz andere als Moderna. Deswegen verstehe ich auch die ständigen Vergleiche mit der Firma nicht. Am Ende ist es auch immer eine Frage des Zeithorizonts. Für mich geht es um den Kurs 2030 und der wird meiner Ansicht nach dann für Biontech hauptsächlich durch Einnahmen von Pumitamig und Gotistobart und der Fantasie der Novel-Novel-Kombinationen bestimmt. Mal sehen wo dann Moderna steht…
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.

Seite: Übersicht ... 1330  1331  1332  1334  ZurückZurück WeiterWeiter

Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
Vontobel Werbung

Passende Knock-Outs auf DAX

Strategie Hebel
Steigender DAX-Kurs 5,00 10,00 15,00
Fallender DAX-Kurs 5,00 10,01 15,00
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier: DE000VG93V42 , DE000VY0CA23 , DE000VY21N13 , DE000VH2VA07 , DE000BD2X367 , DE000VK265J2 .Bitte informieren Sie sich vor Erwerb ausführlich über Funktionsweise und Risiken. Bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.

Neueste Beiträge aus dem BioNTech Aktie (ADR) Forum

Wertung Antworten Thema Verfasser letzter Verfasser letzter Beitrag
80 33.331 Biontech & MRNA: Revolution in der Pharmaindustrie 51Mio Dictus 31.10.26 15:45
71 57.815 Biotech-Star BioNTech aus Mainz moneywork4me caprikorn 06.05.26 16:01
  189 BNTX sellongoodnews sellongoodnews 03.09.25 09:51
5 791 Translate Bio - mRNA der Zukunft? Jack in the Box Trader13 20.05.25 17:15
  23 Einige User hier haben ein grundsätzliches Problem Norbert Nebenwerth Norbert Nebenwerth 07.01.24 16:06

--button_text--

Weitere Vorteile:

  • Kursalarme
  • Watchlists & Musterdepots
  • Börsenspiele & Community-Forum
  • Historische Kurse im CSV-Format
  • News & Themen abonnieren