Es geht um 32+ Milliarden Jahresumsatz. "Pumitamig 57/68% vs. Keytruda 48/62%" ist ein starkes Signal und numerisch beeindruckend, insbesondere die noch besseren 63,6/72,7% in der niedrigeren Dosis!
Breite PD-L1-Abdeckung, inkl. TPS <1% - warum das wichtig ist, auch im Vergleich zu Marktfuehrer Keytruda (Merck)?
PD-L1 ist ein Marker auf Tumorzellen, der anzeigt, wie gut sie grundsaetzlich auf Checkpoint-Inhibitoren ansprechen.
TPS <1% sind Patienten mit sehr niedriger PD-L1-Expression; diese sprechen auf reine PD-1/PD-L1-Therapie typischerweise am schlechtesten an und sind kommerziell relevant, weil sie einen grossen Anteil der Gesamtpopulation ausmachen, aber bisher nur begrenzt profitieren.
Wenn ein Wirkstoff wie BNT327 Pumitamig in allen TPS-Gruppen - also von <1% bis >=50% - hohe Ansprechraten zeigt, deutet das darauf hin, dass die Wirksamkeit weniger stark von PD-L1 als klassischem Praediktor abhaengt.
Bei Keytruda sieht man klar, dass die Wirksamkeit mit steigendem TPS zunimmt und TPS <1% die schwaechste Gruppe ist; Pumitamig koennte hier eine Luecke schliessen.
Kurz: Breite PD-L1-Abdeckung heisst, das Medikament wirkt nicht nur bei den "einfachen" Hoch-PD-L1-Patienten, sondern auch bei schwer behandelbaren Niedrig-PD-L1-Patienten - genau dort, wo Keytruda verwundbar ist.
DCR (Disease Control Rate)
DCR misst, wie viele Patienten insgesamt von der Therapie profitieren, nicht nur durch Tumorverkleinerung, sondern auch durch Stabilisierung.
Sie setzt sich aus kompletter Remission + partieller Remission + stabiler Erkrankung zusammen.
Eine DCR von 100% bedeutet: In der auswertbaren Kohorte gab es keinen Patienten mit "Progressive Disease" als bestes Ansprechen - alle hatten entweder Schrumpfen oder zumindest kein Fortschreiten der Erkrankung waehrend der Beobachtungszeit.
Das sagt noch nichts ueber die Dauer des Effekts, ist aber in fruehen Phasen ein starkes Signal.
ORR (Objective Response Rate)
ORR misst nur "harte Antworten", also komplettes oder partielles Ansprechen (Tumorverkleinerung ueber eine definierte Schwelle, z. B. >=30% nach RECIST).
Sie ignoriert stabile Erkrankung; damit ist ORR ein strengerer, aber auch "kurzfristiger" Parameter als PFS oder OS.
Hohe ORR in einer fruehen Studie zeigen, dass der Wirkstoff den Tumor aktiv und haeufig verkleinert, sagen aber allein noch nicht, ob die Patienten laenger leben oder wie lange der Effekt anhaelt.
In der Onkologie sind ORR-Steigerungen gegenueber einem etablierten Standard wichtig, werden regulatorisch aber in dieser Indikation typischerweise erst mit PFS/OS verknuepft.
Diese Phase-2-Daten aus ROSETTA-Lung-02 zeigen, dass Pumitamig in Kombination mit Chemotherapie haeufiger objektive Tumorantworten erzielt als die historischen Keytruda-plus-Chemo-Daten aus KEYNOTE-189 und -407, insbesondere in der niedrigeren Pumitamig-Dosierung, und das bei bisher beherrschbarer Nebenwirkungslast. Daraus laesst sich aber noch kein belastbarer endgueltiger Beweis fuer eine Ueberlegenheit gegenueber Keytruda ableiten, weil uns reife Daten zu progressionsfreiem (PFS) und Gesamtueberleben (OS) und eine unabhaengige Bildauswertung sowie eine groessere Patientenzahl fehlen. TPS <1% andererseits koennte weitere 40 Mrd. Umsatz p.a. bedeuten, also potenzielle Marktgroesse 70+ Milliarden US-Dollar alleine in USA und EU. Die Daten sind sehr gut, aber noch nicht zulassungsreif.
Quellen:
news.bms.com/news/corporate-financial/...3rMYYjx/default.aspx
www.biontech.com/de/de/home/mediaroom/...A-Lung-02-Trial.html
investors.biontech.de/static-files/...-4279-8bb0-9c25942be420
(siehe insb. Folie 17)
Breite PD-L1-Abdeckung, inkl. TPS <1% - warum das wichtig ist, auch im Vergleich zu Marktfuehrer Keytruda (Merck)?
PD-L1 ist ein Marker auf Tumorzellen, der anzeigt, wie gut sie grundsaetzlich auf Checkpoint-Inhibitoren ansprechen.
TPS <1% sind Patienten mit sehr niedriger PD-L1-Expression; diese sprechen auf reine PD-1/PD-L1-Therapie typischerweise am schlechtesten an und sind kommerziell relevant, weil sie einen grossen Anteil der Gesamtpopulation ausmachen, aber bisher nur begrenzt profitieren.
Wenn ein Wirkstoff wie BNT327 Pumitamig in allen TPS-Gruppen - also von <1% bis >=50% - hohe Ansprechraten zeigt, deutet das darauf hin, dass die Wirksamkeit weniger stark von PD-L1 als klassischem Praediktor abhaengt.
Bei Keytruda sieht man klar, dass die Wirksamkeit mit steigendem TPS zunimmt und TPS <1% die schwaechste Gruppe ist; Pumitamig koennte hier eine Luecke schliessen.
Kurz: Breite PD-L1-Abdeckung heisst, das Medikament wirkt nicht nur bei den "einfachen" Hoch-PD-L1-Patienten, sondern auch bei schwer behandelbaren Niedrig-PD-L1-Patienten - genau dort, wo Keytruda verwundbar ist.
DCR (Disease Control Rate)
DCR misst, wie viele Patienten insgesamt von der Therapie profitieren, nicht nur durch Tumorverkleinerung, sondern auch durch Stabilisierung.
Sie setzt sich aus kompletter Remission + partieller Remission + stabiler Erkrankung zusammen.
Eine DCR von 100% bedeutet: In der auswertbaren Kohorte gab es keinen Patienten mit "Progressive Disease" als bestes Ansprechen - alle hatten entweder Schrumpfen oder zumindest kein Fortschreiten der Erkrankung waehrend der Beobachtungszeit.
Das sagt noch nichts ueber die Dauer des Effekts, ist aber in fruehen Phasen ein starkes Signal.
ORR (Objective Response Rate)
ORR misst nur "harte Antworten", also komplettes oder partielles Ansprechen (Tumorverkleinerung ueber eine definierte Schwelle, z. B. >=30% nach RECIST).
Sie ignoriert stabile Erkrankung; damit ist ORR ein strengerer, aber auch "kurzfristiger" Parameter als PFS oder OS.
Hohe ORR in einer fruehen Studie zeigen, dass der Wirkstoff den Tumor aktiv und haeufig verkleinert, sagen aber allein noch nicht, ob die Patienten laenger leben oder wie lange der Effekt anhaelt.
In der Onkologie sind ORR-Steigerungen gegenueber einem etablierten Standard wichtig, werden regulatorisch aber in dieser Indikation typischerweise erst mit PFS/OS verknuepft.
Diese Phase-2-Daten aus ROSETTA-Lung-02 zeigen, dass Pumitamig in Kombination mit Chemotherapie haeufiger objektive Tumorantworten erzielt als die historischen Keytruda-plus-Chemo-Daten aus KEYNOTE-189 und -407, insbesondere in der niedrigeren Pumitamig-Dosierung, und das bei bisher beherrschbarer Nebenwirkungslast. Daraus laesst sich aber noch kein belastbarer endgueltiger Beweis fuer eine Ueberlegenheit gegenueber Keytruda ableiten, weil uns reife Daten zu progressionsfreiem (PFS) und Gesamtueberleben (OS) und eine unabhaengige Bildauswertung sowie eine groessere Patientenzahl fehlen. TPS <1% andererseits koennte weitere 40 Mrd. Umsatz p.a. bedeuten, also potenzielle Marktgroesse 70+ Milliarden US-Dollar alleine in USA und EU. Die Daten sind sehr gut, aber noch nicht zulassungsreif.
Quellen:
news.bms.com/news/corporate-financial/...3rMYYjx/default.aspx
www.biontech.com/de/de/home/mediaroom/...A-Lung-02-Trial.html
investors.biontech.de/static-files/...-4279-8bb0-9c25942be420
(siehe insb. Folie 17)