Sie sind in der falschen Kasse." Mit dieser Begründung lehnen Hamburger Ärzte Mitglieder einer Betriebskrankenkasse als Patienten ab oder behandeln sie schlechter. Folge einer umstrittenen Kampagne der Kassenärztlichen Vereinigung.
AP
Chipkarten: Run auf Billigkassen
Hamburg - Von einem Hamburger Hautarzt wird einem Patienten während der Behandlung nahe gelegt, die Kasse zu wechseln, denn er sei zurzeit bei der "schlechtesten Krankenkasse Deutschlands" versichert. Als eine Mutter beim Augenarzt um einen Termin für ihren Sohn bittet, ist das Gespräch mit der Praxishelferin schnell beendet. Denn die Familie ist bei einer Betriebskrankenkasse (BKK) versichert. Mitglieder dieser "Billigkasse" würden nicht mehr behandelt, heißt es. "Ich kann Ihnen keinen Termin geben."
Etwas mehr Glück hat eine Dame, die von einem Orthopäden behandelt werden möchte und mitteilt, BKK-Mitglied zu sein. Aber sie solle 30 Euro zahlen, sonst bekomme sie keinen Termin, heißt es von der Arzthelferin. Aber dafür müsse man "kaum warten, und die Behandlung sei sehr gut". Ein anderer Orthopäde verunsichert einen Patienten mit der Aussage: "An ihnen verdiene ich in diesen zwanzig Minuten ganze drei Euro - als Akademiker könnte ich wohl etwas anderes erwarten." Für diese Fälle hat die Hamburger Verbraucherzentrale eidesstattliche Erklärungen der Patienten.
In der Hansestadt werden Mitglieder von "Billigkassen" wie zum Beispiel der Betriebskrankenkasse Mobil Oil seit einiger Zeit in den Praxen immer wieder gegängelt oder vertröstet. Ursache ist die Kampagne "Billig wird teuer" der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg (KVH), die eine neue Verteilungsregelung der ärztlichen Honorare beschlossen hat und in den Arztpraxen Faltblätter auslegt, auf denen behauptet wird, "dass niedrige Kassenbeiträge die Gesundheit gefährden" können. Denn "wer weniger Beiträge zahlt und trotzdem die gleiche Leistung erhält, lässt sich auf Kosten anderer versorgen."
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Chipkarten: Run auf Billigkassen
Hamburg - Von einem Hamburger Hautarzt wird einem Patienten während der Behandlung nahe gelegt, die Kasse zu wechseln, denn er sei zurzeit bei der "schlechtesten Krankenkasse Deutschlands" versichert. Als eine Mutter beim Augenarzt um einen Termin für ihren Sohn bittet, ist das Gespräch mit der Praxishelferin schnell beendet. Denn die Familie ist bei einer Betriebskrankenkasse (BKK) versichert. Mitglieder dieser "Billigkasse" würden nicht mehr behandelt, heißt es. "Ich kann Ihnen keinen Termin geben."
Etwas mehr Glück hat eine Dame, die von einem Orthopäden behandelt werden möchte und mitteilt, BKK-Mitglied zu sein. Aber sie solle 30 Euro zahlen, sonst bekomme sie keinen Termin, heißt es von der Arzthelferin. Aber dafür müsse man "kaum warten, und die Behandlung sei sehr gut". Ein anderer Orthopäde verunsichert einen Patienten mit der Aussage: "An ihnen verdiene ich in diesen zwanzig Minuten ganze drei Euro - als Akademiker könnte ich wohl etwas anderes erwarten." Für diese Fälle hat die Hamburger Verbraucherzentrale eidesstattliche Erklärungen der Patienten.
In der Hansestadt werden Mitglieder von "Billigkassen" wie zum Beispiel der Betriebskrankenkasse Mobil Oil seit einiger Zeit in den Praxen immer wieder gegängelt oder vertröstet. Ursache ist die Kampagne "Billig wird teuer" der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg (KVH), die eine neue Verteilungsregelung der ärztlichen Honorare beschlossen hat und in den Arztpraxen Faltblätter auslegt, auf denen behauptet wird, "dass niedrige Kassenbeiträge die Gesundheit gefährden" können. Denn "wer weniger Beiträge zahlt und trotzdem die gleiche Leistung erhält, lässt sich auf Kosten anderer versorgen."