Bei Schwäche kaufen ....


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Bei Schwäche kaufen ....

 
19.10.01 00:21

Bei Schwäche kaufen
 
Die Liquidität entscheidet
 
Von Daniel A. Bernecker
Die Erholung der Märkte läuft gesitteter ab, als die Hysterie der Presse vermuten läßt. Dabei werden sich die Märkte in dem Umfang erholen, wie die seit März 2000 abgeflossene Liquidität wieder in die Aktienmärkte zurückfließt. Derzeit liegt die Liquidität auf einem 20jährigen Höchststand, wie sie an der untenstehenden Grafik erkennen können. So, wie sie seit März stieg, vollzogen die Märkte gemessen am weltweiten Aktien-Index den größten Rückgang der letzten 20 Jahre. Es fällt auf, daß der Terroranschlag hier kaum mehr als einen letzten Ausverkauf darstellt. Die entstandene Schere zwischen Liquidität und Aktienperformance wird sich nun schließen. Folglich:



Die Liquidität bestimmt die Tendenz, Afghanistan die zwischenzeitliche Volatilität. Mit jeder Meldung über Milzbrand oder Bombendrohung zucken die Märkte vielleicht zusammen, aber tendenzentscheidend ist dies nicht mehr. Ähnlich nimmt auch der echte Effekt für die Börsenbewertung der Unternehmen ab. Das gilt sowohl für die USA als auch für Europa. Wie ist das zu verstehen?

Das Geschäftsjahr 2001 ist für die meisten abgehakt. Wer jetzt noch warnt, kann immer auf die Terroranschläge verweisen und diese als Alibi melden. Darauf hat sich der Markt schon eingestellt. Es geht sogar so weit, daß Analysten in New York sagen, daß es für Unternehmen sogar logisch ist, möglichst viel jetzt abzuschreiben, um eine Bereinigung der Bilanz zu erreichen. Je niedriger das Ergebnis in diesem Jahr ausfällt, desto größer fällt der Gewinnsprung im kommenden Jahr aus, wenn die Einmaleffekte wegfallen. Daraus entsteht dann die neue Gewinndynamik, die an der Börse zu neuen Bewertungen führt. Das ist ganz clever gedacht und wird insbesondere für die Technologie-Unternehmen, die zum Teil noch hohe Goodwill-Abschreibungen vornehmen müssen, ein entscheidendes Thema sein.

Zinssenkungen werden Wirkung zeigen

Die Börsen orientieren sich also nicht mehr an den heutigen Zahlen, sondern an der Perspektive des ersten Halbjahres 2002. Die seit Anfang des Jahres vollzogenen Zinsschritte in den USA in der Größenordnung von 300 Basispunkten gewinnen erst jetzt beziehungsweise in den kommenden Monaten an Wirkung. Ohne den Terroranschlag wäre die Verbesserung der Konjunkturdaten bereits jetzt stärker ausgefallen. Durch den Terroranschlag mag es eine zwei- bis dreimonatige Bremswirkung geben, mehr aber nicht.

Anders als in Deutschland darf man nämlich nicht unterschätzen, wie stark die US-Unternehmen in den neun Monaten vor dem Terroranschlag auf die schwächer werdende Konjunktur reagierten. Die sinkende Kapazitätsauslastung der US-Wirtschaft, die mit 73 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit 1983 liegt, ist nichts anderes als der Beweis für die Vollbremsung in der Produktion, um auf die sinkende Nachfrage zu reagieren. Sie ist quasi von den Unternehmen gewollt. Wer nämlich die Produktion herunterfährt, baut gleichzeitig die Lagerbestände ab. Ebenfalls ein Phänomen, das in den letzten Monaten mehrfach kommentiert wurde. Die US-Unternehmen vollzogen also innerhalb von Monaten eine Anpassung ihrer Produktion, die bei "herkömmlichen" Rezessionen oft ein bis zwei Jahre dauert.


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terz:

Stabilisierung in Sicht

 
19.10.01 00:24
Stabilisierung in Sicht
 
In dem Moment, wo die Lagerbestände aber unten sind, werden die Kapazitäten wieder hochgefahren. Spätestens ab Dezember wird man dies in den Statistiken sehen. In dem Moment beschleunigt auch die Wirtschaft. Dies wird übrigens zur Folge haben, daß die amerikanische FED sehr viel schneller die Zinsen wieder anheben muß, als die meisten erwarten. Wer allerdings auf das lange Zinsende (30jährige Treasuries) schaut, erkennt, daß die Märkte überhaupt nicht mehr mit Zinssenkungen rechnen, sondern bereits eine Zinserhöhung wieder andeuten. Dasselbe gilt auch für die Aktien, denn:
Die Börse stellt sich auf diese Entwicklung bereits ein, die Zahlen von großen Adressen wie Intel und IBM sind dafür indikativ. Die Anpassung an die niedrigere Nachfrage ist vollzogen und wenngleich noch keine große Wachstumsdynamik erkennbar ist, gibt es eine Stabilisierung. Mehr braucht die Börse nicht, um eine Perspektive zu bilden. Stabilisierung heißt, Chance auf Wachstum. Dies wird in den Kursen nun vorweggenommen.

Hinzu kommt eine ganze Zahl von großen US-Titeln, die alles andere als Rezessions-Probleme haben. Dazu gehören sowohl Philip Morris wie auch Kraft Foods, die mit ihren Quartalsergebnissen nicht nur die Erwartungen trafen, sondern mit deutlichen Umsatz- und Gewinnzuwächsen prahlen können. Das gilt auch für Pharmakonzerne wie Pfizer, deren Wachstumsgrößen nicht für Wachstumsprobleme sprechen.

Europäische Zuseher

Die Europäer schauen dabei eigentlich nur zu und kauen an den Fingernägeln. So, wie sich die US-Börsen erholen, ziehen auch die europäischen Börsen mit, auch wenn von den europäischen Vorstandsetagen erschreckend wenig zu hören ist. Mithin bleiben die Europäer weitgehend Mitläufer, aber mit Sicherheit keine Trendführer. Entsprechend sind auch Ihre Dispositionen zu treffen. Die Ausnahme mag die Regel bestätigen, aber im großen und ganzen verdienen Sie mit Käufen von US-Titeln mehr. Diese Perspektive für die amerikanischen Kapitalmärkte spiegelt sich übrigens auch im Verlauf des US-Dollar. Er hat sowohl gegenüber dem Euro als auch gegenüber dem Yen bereits wieder nach oben gedreht, was eine klare Indikation für die steigende Zahl von Kapitalflüssen in die USA ist.

Fazit

Nutzen Sie die Schwächen der Märkte als Kaufgelegenheiten. Die alten Tiefststände vom September sehen wir nicht mehr, aber die Märkte rennen Ihnen auch nicht davon. Bitte also keine Panik. Aufgrund der hohen Liquidität, die in den Markt drängt, kann es auch mal sein, daß Märkte über mehrere Tage technisch überkauft sind, ohne zu reagieren. Keine Sorge, die Reaktionen kommen immer, wie derzeit am Dow oder auch am Dax zu sehen ist. In solchen Schwächen kaufen Sie.

Daniel A. Bernecker ist Herausgeber des Börsenbriefes "der aktionärsbrief".






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terz:

was haltet Ihr von Schröder ?

 
19.10.01 00:32
Schröder will Wirtschaftsforderungen nicht erfüllen

Berlin (Reuters) - Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat es abgelehnt, Forderungen der Wirtschaft nach vorgezogenen Steuererleichterungen nachzukommen. "Ich hab die Forderungen gehört, aber aus vielerlei Gründen sind sie so, wie sie gefordert sind, eben nicht erfüllbar", sagte Schröder am Donnerstagabend ANZEIGE
 
in Berlin. Möglich wäre das derzeit um den Preis, dass die Regierung von ihrer Politik der Haushaltskonsolidierung abginge. "Der Preis wäre zu hoch", sagte der Kanzler. Er würde der Europäischen Zentralbank die Möglichkeit nehmen, die Zinsen in einem "vernünftigen Rahmen" zu halten, wobei er allerdings der Auffassung sei, dass hier die "Spitze der Vernunft nicht unbedingt erreicht" sei. Außerdem würde ein Abgehen von der Konsolidierungspolitik dem Euro irreparablen Schaden in einer Zeit zufügen, wo es ganz besonders auf Vertrauen und Stabilität der Währung ankomme.


"Wenn es denn ginge, und wenn es bezahlbar wäre, könnte man ja über das eine oder andere, was das Schnellermachen angeht, reden", sagte Schröder bei einem Empfang der Vereinigung des Deutschen Maschinen- und Anlagebaus (VDMA) in Berlin. Das sei aber nicht der Fall. Der Preis einer solchen Politik wäre zu hoch. "Um diesen Preis darf nichts schneller gehen", erklärte er. Eine solche Politik "entkleide" der Europäischen Zentralbank der Möglichkeit, die Zinsen in einem vernünftigen Rahmen zu halten. Ich füge hinzu, die Spitze der Vernunft muss nicht unbedingt erreicht sein. Aber mehr darf man natürlich nicht sagen aus Respekt vor der Unabhängigkeit der Zentralbank", sagte der Kanzler. Jedenfalls müsse die EZB den Spielraum behalten, ein angemessenes Zinsniveau aufrechtzuerhalten.


Gäbe man die Konsolidierungspolitik auf, würde aber auch der Euro leiden. "Dann würden wir den Euro in unüberwindbare Schwierigkeiten bringen in einer Phase, wo Stabilität und Vertrauen in die Währung die Leitlinie politischer Entscheidung sein muss", sagte Schröder. Was die Regierung allerdings tun könne, sei, "die Branchentabelle bei Abschreibungen so zu verändern, wie sie das gewünscht haben", erklärte der Kanzler vor den Wirtschaftsvertretern. "Ich denke wir werden im November mit den Abstimmungen so weit sein, dass die neue Branchentabelle zu Beginn des nächsten Jahres in Kraft treten kann", ergänzte er. Der Sinn dessen sei, dass Investitionen in den Unternehmen nicht erschwert, sondern erleichtert würden. Schröder forderte die Wirtschaft erneut auf, nach den Anschlägen vom 11. September in den USA nicht in Resignation zu verfallen. Vielmehr komme es darauf an, jetzt zusammenzustehen und darum zu kämpfen, dass die Terroristen ihr Ziel nicht erreichten, Verunsicherung und Angst zu säen.






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