Bei Netzwerkaktien sind weitere Kursgewinne denkbar
Von Markus Klausen
www.faz.net/IN/INtemplates/faznet/inc/in/...2C7}&mode=picture" style="max-width:560px" >
5. Dez. 2001 Das Interesse an Netzwerkaktien speziell einiger Glasfaserwerte erreichte im März 2000 den Höhepunkt. Getrieben von massiven Investitionen der Netzwerkbetreiber in ihre veralteten Netzwerke um der rasant gestiegenen Nachfrage nach Bandbreite gerecht werden zu können entstand ein regelrechter Wettlauf um den Einsatz neuester Technologien aus den Laboren der Komponentenanbieter.
Im Verlauf des vergangenen Jahres und vor allem in diesem Jahr wurden die Investitionszurückhaltung der Netzwerkbetreiber durch den Wirtschaftsabschwung und die entstandenen Überkapazitäten zum Verhängnis der Netzwerkbranche. Mit dem Rückgang der Umsätze brachen auch die entsprechenden Aktien zum Teil drastisch ein.
Indikatoren deuten Trendwende an
Da nun immer mehr Indikatoren darauf hindeuten, dass die Wirtschaft den Boden gefunden haben könnte, ist die Ausgangsposition für das Jahr 2002 alles andere als schlecht. Am Dienstag hatten sowohl Cisco Systems als auch Stratos Lightwave nachbörslich eine Stabilisierung der zuletzt dramatischen Lage angedeutet. Die Ergebniszahlen von Stratos lagen leicht unter den Erwartungen. In der vergangenen Woche hatte sich schon Finisar leicht optimistisch geäußert.
Neueste Marktanalysen von Synergy Research und der Dell'Oro Group bestätigen den sich abzeichnenden Trend. In der Analyse von Synergy bezieht man sich auf den Gesamtmarkt für Telekommunikationsausrüstungen. Demnach ist der Umsatz in Nordamerika vom zweiten auf das dritte Quartal um 10,7 Prozent eingebrochen. Im ersten Quartal wies der Markt noch einen Rückgang von 21 Prozent aus.
Den größten Marktanteil konnte hier Lucent, gefolgt von Cisco, Nortel, Siemens und Motorola auf sich vereinen, wobei Cisco im dritten Quartal an Nortel vorbei ziehen konnte. Auch im Routermarkt konnte sich Cisco verbessern. Hier stieg der Marktanteil des Unternehmens bei den Highspeed-Internet-Kernroutern um fünf auf 65 Prozent. Konkurrent Juniper musste dagegen erneut Anteile abgeben und verzeichnete im dritten Quartal einen Anteil von 32 Prozent. Newcomer Avici halbierte dagegen seinen Anteil auf nur noch zwei Prozent.
Anleger zeigen sich optimistisch
Grund genug, um in die gescholtenen Anteilsscheine der Unternehmen einzusteigen, so das seit Ende August vermeintliche Credo der Anlegerschar. Wie in alten Zeiten stiegen die Aktienkurse einiger Unternehmen massiv in die Höhe. Während der Nasdaq Composite Index seit dem Tief im September um 44,2 Prozent und der Dow Jones um rund 24 Prozent zugelegt hat, stieg der Amex Networking Index im vergleichbaren Zeitraum um 77 Prozent. In den vergangenen zwölf Monaten hatte er 95 Prozent an Wert verloren. Angst und Euphorie sind nach wie vor der Nährboden für solche Kurssprünge, insbesondere im Netzwerkmarkt.
Analysten äußern sich nach dem äußerst brisant ausgefallenem Crash im Netzwerkmarkt demnach auch vorsichtiger als noch vor einem Jahr. Hinzu kommt, dass der Trend der amerikanischen Wirtschaft nur äußerst vage prognostiziert werden kann. Die Analysten von Standard & Poor's sehen den Gesamtmarkt in den nächsten sechs Monaten noch unter Druck, langfristig ist die Grundhaltung wegen des Internetausbaus und denkbarer Produkt-Neuentwicklungen positiv. Charlie Reinhard, Aktienstratege bei Lehman Brothers, rechnet dagegen mit einem früheren Aufschwung der Technologiewerte. Hintergrund seiner Meinung ist ein erhoffter ökonomischer Aufschwung in Amerika, der primär bei Aktien wie Cisco zu Kursgewinnen führen könnte.
Zurückhaltung könnte sinnvoll sein
Dennoch ist es schwer, zum jetzigen Zeitpunkt Aussagen über die künftige Kursentwicklung der Aktien zu machen. Insbesondere auf kurzfristiger Basis. Um sicher zu gehen, sollten Anleger die Ergebnisse des laufenden Quartals abwarten und die Konjunkturentwicklung im Auge behalten. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass schwindelerregende Bewertungen, wie sie in der Zeit vor dem Crash die Regel waren, auch in Zukunft das Geschäft prägen könnten.
www.faz.net/IN/INtemplates/faznet/inc/in/...753}&mode=picture" style="max-width:560px" >
Der Chart zeigt die Entwicklung des Networking Index seit Anfang 1999
Text: @makl
Bildmaterial: dpa
Von Markus Klausen
5. Dez. 2001 Das Interesse an Netzwerkaktien speziell einiger Glasfaserwerte erreichte im März 2000 den Höhepunkt. Getrieben von massiven Investitionen der Netzwerkbetreiber in ihre veralteten Netzwerke um der rasant gestiegenen Nachfrage nach Bandbreite gerecht werden zu können entstand ein regelrechter Wettlauf um den Einsatz neuester Technologien aus den Laboren der Komponentenanbieter.
Im Verlauf des vergangenen Jahres und vor allem in diesem Jahr wurden die Investitionszurückhaltung der Netzwerkbetreiber durch den Wirtschaftsabschwung und die entstandenen Überkapazitäten zum Verhängnis der Netzwerkbranche. Mit dem Rückgang der Umsätze brachen auch die entsprechenden Aktien zum Teil drastisch ein.
Indikatoren deuten Trendwende an
Da nun immer mehr Indikatoren darauf hindeuten, dass die Wirtschaft den Boden gefunden haben könnte, ist die Ausgangsposition für das Jahr 2002 alles andere als schlecht. Am Dienstag hatten sowohl Cisco Systems als auch Stratos Lightwave nachbörslich eine Stabilisierung der zuletzt dramatischen Lage angedeutet. Die Ergebniszahlen von Stratos lagen leicht unter den Erwartungen. In der vergangenen Woche hatte sich schon Finisar leicht optimistisch geäußert.
Neueste Marktanalysen von Synergy Research und der Dell'Oro Group bestätigen den sich abzeichnenden Trend. In der Analyse von Synergy bezieht man sich auf den Gesamtmarkt für Telekommunikationsausrüstungen. Demnach ist der Umsatz in Nordamerika vom zweiten auf das dritte Quartal um 10,7 Prozent eingebrochen. Im ersten Quartal wies der Markt noch einen Rückgang von 21 Prozent aus.
Den größten Marktanteil konnte hier Lucent, gefolgt von Cisco, Nortel, Siemens und Motorola auf sich vereinen, wobei Cisco im dritten Quartal an Nortel vorbei ziehen konnte. Auch im Routermarkt konnte sich Cisco verbessern. Hier stieg der Marktanteil des Unternehmens bei den Highspeed-Internet-Kernroutern um fünf auf 65 Prozent. Konkurrent Juniper musste dagegen erneut Anteile abgeben und verzeichnete im dritten Quartal einen Anteil von 32 Prozent. Newcomer Avici halbierte dagegen seinen Anteil auf nur noch zwei Prozent.
Anleger zeigen sich optimistisch
Grund genug, um in die gescholtenen Anteilsscheine der Unternehmen einzusteigen, so das seit Ende August vermeintliche Credo der Anlegerschar. Wie in alten Zeiten stiegen die Aktienkurse einiger Unternehmen massiv in die Höhe. Während der Nasdaq Composite Index seit dem Tief im September um 44,2 Prozent und der Dow Jones um rund 24 Prozent zugelegt hat, stieg der Amex Networking Index im vergleichbaren Zeitraum um 77 Prozent. In den vergangenen zwölf Monaten hatte er 95 Prozent an Wert verloren. Angst und Euphorie sind nach wie vor der Nährboden für solche Kurssprünge, insbesondere im Netzwerkmarkt.
Analysten äußern sich nach dem äußerst brisant ausgefallenem Crash im Netzwerkmarkt demnach auch vorsichtiger als noch vor einem Jahr. Hinzu kommt, dass der Trend der amerikanischen Wirtschaft nur äußerst vage prognostiziert werden kann. Die Analysten von Standard & Poor's sehen den Gesamtmarkt in den nächsten sechs Monaten noch unter Druck, langfristig ist die Grundhaltung wegen des Internetausbaus und denkbarer Produkt-Neuentwicklungen positiv. Charlie Reinhard, Aktienstratege bei Lehman Brothers, rechnet dagegen mit einem früheren Aufschwung der Technologiewerte. Hintergrund seiner Meinung ist ein erhoffter ökonomischer Aufschwung in Amerika, der primär bei Aktien wie Cisco zu Kursgewinnen führen könnte.
Zurückhaltung könnte sinnvoll sein
Dennoch ist es schwer, zum jetzigen Zeitpunkt Aussagen über die künftige Kursentwicklung der Aktien zu machen. Insbesondere auf kurzfristiger Basis. Um sicher zu gehen, sollten Anleger die Ergebnisse des laufenden Quartals abwarten und die Konjunkturentwicklung im Auge behalten. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass schwindelerregende Bewertungen, wie sie in der Zeit vor dem Crash die Regel waren, auch in Zukunft das Geschäft prägen könnten.
Der Chart zeigt die Entwicklung des Networking Index seit Anfang 1999
Text: @makl
Bildmaterial: dpa