Begreift Ihr den ernst der Lage?


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Publizist:

Begreift Ihr den ernst der Lage?

 
22.09.01 19:17
Ein Grund zur Freude wird der Anschlag auf das WTC für die Vereinigten Staaten sicherlich nicht gewesen sein: Trümmer, Tote und mehr Kondolenten, als sich eine Nation wünschen kann. Auf NBC und CNN Dauerreport, denn mit so tief runtergelassenen Hosen hat man Uncle Sam ja schon seit langem nicht mehr gesehen. Und ein Übeltäter, auf den man die Schuld schieben könnte, ist auch weit entfernt.

Sicher, es gibt Verdächtige, aber kann Amerika es sich leisten, einfach irgendein arabisches Land dem Erdboden gleich zu machen, nur weil dessen Einwohner feiern, daß Supermacht und Topfeindbild auch einmal zu Fühlen bekommen, wie es so ist, wehrlos am Boden zu liegen? Denn gegen anstürmende Tiefflieger hilft George W. Bush auch kein Raketenabwehrsystem.

Aber die Wut der Nation ist groß und Rache ist das, was sich der Amerikaner von der Straße im Moment wohl am meisten wünscht. Selbst wenn er wollte, George hätte keine Chance sich der aufgewühlten Menge zu wiedersetzen. Jüngste Umfragen bestätigen: Der Amerikaner will Blut sehen.

Und die Auswahl an Ländern ist groß und George weiß gar nicht wo er anfangen soll und - noch viel problematischer - inwiefern ein solcher Angriff zu rechtfertigen ist. Im Zweifelsfall tauchen halt plötzlich irgendwelche dubios geparkten Automobile auf, in denen irgendwelches dubioses Beweismaterial gefunden wird, oder irgendwer fischt aus den Trümmern des WTC das letztendlich belastende Faktum..

Auf diese Weise eröffnet sich Amerika nun eine völlig neue Art der Kriegsführung. Es besitzt quasi einen Blankoscheck, die freie Wahl, wem es denn nun den "Schwarzen Peter" zuschieben will. Mit ein wenig Arbeit ist in Nullkommanix genug belastendes Material geschaffen um Irak, Iran oder Afghanistan ein für allemal von der Landkarte blasen zu dürfen - und das auch noch mit dem Gefühl, 'das Richtige' getan zu haben.

Am einfachsten wäre natürlich der Sturm auf Afghanistan. Es ist bergig, resourcenarm, niemand mag seine Einwohner, mit der restlichen arabischen Welt steht es auch nicht gerade gut und - ein wenig Glück vorrausgesetzt - können seine Verbündeten Pakistan und Iran gleich noch mit hochgenommen werden. Rußland, das ja auch schon eine Niederlage gegen jenes wehrhafte Bergvölkchen einstecken durfte, wäre sicherlich begeistert. Nicht ohne Grund sicherte Putin George erst vor kurzem volle Untertstützung beim 'Kampf gegen den internationalen Terrorismus' zu, wie solche Vergeltungsmaßnahmen neurdings ja genannt werden.

Hauptangriffsziele: Wahrscheinlich zivile Bauwerke (sofern im abenteuerlichen Afghanistan noch vorhanden) und deren größtenteils unschuldige Bewohner - die Anstifter tauchen dann letztendlich unter und die "schuldigen" Attentäter wird's wohl auch kaum erwischen: Man war ja klug genug, diese Sache selber in die Hand zu nehmen...

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DarkKnight:

Und? Im Westen nichts Neues, wuerde ich mal

 
22.09.01 20:00
sagen ... das gibt Wachstum: mehrere Wolkenkratzer werden noch eingerissen, dt. Versicherer bezahlen ... Hunderte von Milliarden werden alleine in NY ausgegeben in den naechsten Yahren, super. Die paar Toten sind ohnehin "Kollateralschaden".
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Timchen:

Ich glaube, vor uns sind jetzt erst mal ein paar

 
22.09.01 20:10
andere dran den Ernst der Lage zu begreifen. Seit zehn Tagen tun die
sich aber recht schwer damit. Sie werden wohl verdammt viel Glück
brauchen.

Timchen
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DarkKnight:

In USA gab es keine Berichterstattung ueber

 
22.09.01 20:19
die Anteilnahme des Rests der Welt an der Trauer ... nur einige Berichte, daß die Attentaeter in Dtld. ein gemuetliches Leben hatten. Nebenbei bemerkt, Schurken in Us-Movies haben immer einen dt. Akzent. Wuerde mal sagen, die Masse der Amis ist z. Zt. in alle Richtungen manipulierbar. Und bei uns gibts wirklich was zu zerbomben. Was meint Ihr, warum der Außenminister so besorgt war letzten Sonntag?
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Kicky:

10 Jahre Krieg gegen Terrorismus USA+Great Britain

 
22.09.01 22:29
'US, UK planning 10-year war against terrorism'
AFP
London, September 22

Britain and the US are planning a 10-year "war on terrorism" -- Operation Noble Eagle -- involving a new military and diplomatic strategy after the devastating strikes in America, The Times has reported.
Washington and London have rejected the idea of a "short term fix" in the form of a mass invasion of Afghanistan for harbouring prime suspect Osama bin Laden, the paper said, quoting unnamed defence sources.
One source told The Times that rather than lining up tanks and troops the new approach, aiming to eliminate terrorist networks around the world, would be more subtle and wide-ranging.
US and British planners were working on the basis that military strikes would take place only as part of a wider counter-terrorist campaign involving international diplomatic, economic and political action, the paper added.
But a spokeswoman for Britain's defence ministry said: "Our position hasn't changed. We still stand shoulder to shoulder with America and we have offered assistance along with other allies.
"It is still not clear what that assistance will be. Even with the deployments... from America, there are no UK deployments and no military operations taking place."
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Kicky:

Der Ernst der Lage

 
22.09.01 22:33
The United States Army began moving troops to within striking distance of Afghanistan as a massive deployment of warplanes, ships, equipment and personnel entered its second day.
Army Secretary Mr Thomas White, the US army's top civilian official, said the Army was "ready to conduct sustained land combat operations" in the Persian Gulf region.
He said the deployment of special operations forces, light infantry and other troops was the first step in a broader military campaign that would unfold in coming weeks, adding that American casualties were likely.
"This is not a police activity. We have treated [combating terrorism] as a police activity in the past," said Mr White, the army's top civilian official. "This is war. In the conduct of this campaign, there will most likely be casualties. That is the nature of war."
He said the campaign would eventually involve other countries known to harbour or shelter terrorists. Analysts speculated these might include Iraq, Sudan and Libya.
Russia, meanwhile, is pouring troops, tanks, and military equipment onto the border with Afghanistan. In addition to 10,000 border guards under Russian command on the ex-Soviet state of Tajikistan's border with Afghanistan, Moscow has sent tanks and several thousand crack troops to the border zone over the past week. But even as the military deployments progressed, the US was struggling to articulate this new kind of war against a shadowy, elusive enemy.
"What we're engaged in is something that is very, very different from World War II, Korea, Vietnam, the Gulf War, Kosovo, Bosnia, the kinds of things that people think of when they use the word 'war' or 'campaign' or 'conflict'," Defence Secretary Mr Donald Rumsfeld told reporters at the Pentagon.

www.smh.com.au/news/0109/22/world/world11.html
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DarkKnight:

Der Weg zum neuen Mittelalter, bereits skizziert

 
22.09.01 22:39
von Umberto Eco, nachzulesen in "Ueber Gott und die Welt, Essays und Glossen", 1985, dtv-Verlag
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