Bankenskandal weitet sich aus


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ottifant:

Bankenskandal weitet sich aus

 
23.08.02 20:41

Berlin: Der Skandal um die finanziell angeschlagene Bankgesellschaft Berlin weitet sich aus. Die Bank will zwei Wirtschaftsprüfungsfirmen auf Schadenersatz verklagen. Sie sollen schon vor fünf Jahren über drohende Verluste bei den Immobiliengeschäften der Bank informiert gewesen sein. Sie hätten diese Informationen aber unterschlagen. Inwieweit die Bank-Vorstände oder Berliner Politiker in die Sache verwickelt sind, ist noch unklar. Der Regierende Bürgermeister Wowereit gab zu, er habe von Ungereimtheiten gewusst. Die Berliner Bankgesellschaft konnte nur mit einer Landes-Bürgschaft über 21 Milliarden Euro vor dem Konkurs gerettet werden. Der damalige Regierende Bürgermeister Diepgen ist deshalb zurückgetreten.
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Elan:

otti

 
23.08.02 20:44

somit hätten wir dann doch einen ausgeweiteten Bankenskandal, richtig?


Bankenskandal weitet sich aus 760904
Die_Quadratur_des_Kreises

 
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ottifant:

Eine Bank in München, eine in Berlin

 
23.08.02 20:47
welche Stadt ist als nächstes dran???
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Elan:

ich tippe ganz klar auf Frankfurt a.M

 
23.08.02 20:53




Bankenskandal weitet sich aus 760908
Die_Quadratur_des_Kreises

 
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ottifant:

köln Düsseldorf Hamburg

 
23.08.02 21:02
 
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Slater:

in Frankfurt gibt's Banken, nee echt? o.T.

 
23.08.02 21:03
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Steffi aus G.:

Das ist eine wenig froehliche Konstellation.

 
23.08.02 21:47
Die Bank, die ueber Jahre hinweg die Verantwortlichen, die Aufsichtsraete und die Pruefer getaeuscht und alles verschleiert hat, will nun klagen. Das ist nicht nett, schon gar kein froehliches Arbeiten.

mfg
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Karlchen_I:

Der eigentliche Bankenskandal ist was anderes.....

 
23.08.02 22:29
Der besteht darin, dass man die Bankgesellschaft Berlin nicht in die Insolvenz geschickt hat - denn dort hätte sie hingehört. Aus der Insolvenz heraus hätte viele - wenngleich nicht alle - Arbeitsplätze besagter krimineller Vereinigung erhalten werden können - etwa ein Großteil der Arbeitsplätze bei der Berliner Sparkasse.

Aber nee: Man hat mit aller Gewalt die Insolvenz verhindert. Zunächst wurden ging das Land Berlin mit 4 Mrd. Kapitalerhöhung in die Klitsche, und dann gab es vom Land eine Bürgschaft von mehr als 20 Mrd. Dabei ist Berlin pleite.

Aber die Bankgesellschaft sollte gehalten werden. Eine Insolvenz hätte ja auch Kreise gezogen, denn der Blitz in Berlin hätte zu einem heftigen Donnern in Frankfurt geführt. Und das wollte man im Wahljahr vermeiden. Stattdessen erschien es oppurtun zu sein, die Stadt Berlin - und deren Bevölkerung - auszuplündern.

Gedankt sei SPD, CDU, Grünen, FDP und nicht zuletzt der PDS.
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Kicky:

BDO hat doch nicht manipuliert

 
24.08.02 00:51
"Welt": Andersen-Gutachten widerlegt Vorwürfe gegen Bank Berlin
Berlin (vwd) - Der Vorwurf gefälschter Bilanz-Testate bei der Bankgesellschaft Berlin AG könnte sich nach einem Zeitungsbericht als haltlos erweisen. Nach Informationen der Tageszeitung "Die Welt (Samstagausgabe) wurde das Gutachten des Wirtschaftsprüfers Achim Walther das bereits im Juli 1997 auf die Risiken im Fondsgeschäft der Bankgesellschaft hinwies, entgegen anders lautenden Medienberichten nicht unterdrückt. Im Gegenteil habe die BGB-Immobilientochter IBG noch 1997 ein Folgegutachten bei der Unternehmensberatung Arthur Andersen in Auftrag gegeben, das die Vorwürfe Walthers klären sollte.

Das Gegengutachten von Arthur Andersen zweifelt die Aussagen der Walther-Studie in fast allen Punkten an, schreibt die Zeitung, der das Gutachten vollständig vorliegen soll. Das ARD-Magazin "Kontraste" und das "Handelsblatt" hatten berichtet, dass Walthers Studie nach der Vorlage bei der IBG "in der Schublade verschwunden" sei. Die Wirtschaftsprüferfirma BDO habe die Bilanzen der IBG trotz Kenntnis des Gutachtens uneingeschränkt testiert und sich damit möglicherweise strafbar gemacht.

Das Gegengutachten von Arthur Andersen vom 24. September 1997 setze sich jedoch auf 42 Seiten ausführlich mit den von Walther vorgebrachten Kritikpunkten auseinander. In der überwiegenden Mehrzahl kommen die Prüfer von Arthur Andersen zum dem Schluss, dass die Vorwürfe Walthers "unbegründet", "nicht haltbar", oder "nicht nachvollziehbar" seien. Durch das Arthur-Andersen-Gutachten dürfte der Vorwurf gegen die BDO, wesentliche Informationen im Bilanz-Testat vorsätzlich unterschlagen zu haben, deutlich relativiert werden, schätzt die Zeitung.
vwd/12/23.8.2002/nas/bb

im Übrigen teile ich deine Meinung karlchen,ist ein Riesenskandal das Ganze und es kann mir als in der Stadtplanung Tätiggewesenem keiner erzählen,dass das nicht lange vorher erkennbar war,dass diese Garantien für die Investmentfonds alles andere als wirtschaftlich waren,geradezu fahrlässig.Nach meiner Meinung sollten die Verantwortlichen persönlich haftbar gemacht werden.Bereits 1993 war deutlich,dass hier heftig an der Realität vorbei geplant wurde.
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Elan:

wie leichtglaubig

 
24.08.02 01:24




Bankenskandal weitet sich aus 761006
Die_Quadratur_des_Kreises

 
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Steffi aus G.:

Hinterher sind alle schlauer. Kein Mensch blickt

 
24.08.02 15:33
durch beim Baugeschaeft. Die Umgestaltung des Potsdamer Platzes hat zehnmal mehr gekostet als veranschlagt. Das hat eine Insolvenzlawine ausgeloest. Wissen konnte das keiner vorher. Beispiel ICE-Trasse, die durch Berge fuehrt. Wieviel kostet ein Tunnelbau? Bei weichem Gestein 100 Tage oder eine Milliarde, bei hartem Gestein 1000 Tage oder 10 Milliarden. So einfach oder kompliziert ist das.

Froehlich muss man den Tag beginnen und beenden. Sonst war es ein verlorener Tag.
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hjw2:

Wer die Lottozahlen selbst bestimmen kann

 
27.08.02 23:27
Initiative Bankenskandal fordert sofortige Entlassung zweier Top-Manager der Bankgesellschaft

Von Karin Nölte


Lotto spielen und dann die Gewinnzahlen bestimmen – ein Traum, den sich mancher Manager der Bankgesellschaft Berlin (BGB) erfüllt hat. So jedenfalls sind jüngste Erkenntnisse der Bürgerinitiative Berliner Bankenskandal zu interpretieren. Die Initiative fordert die sofortige Entlassung der beiden Top-Banker Klaus Hansen und Norbert Pawlowski.
Hansen sei Großanleger jener Immobilienfonds, deren Garantieabsicherung durch das Land Berlin in Höhe von 21,6 Milliarden Euro er von Seiten der BGB selbst unterschrieben habe, so der Vorwurf der Initiative. Nach ihren Recherchen sei Hansen am Fonds LBB 13 maßgeblich beteiligt. Als Vorstand des BGB-Immobiliendienstleisters IBAG, der die größten Rechnungen an Berlin stellen werde, habe er die Detailvereinbarung mit dem Land Berlin unterzeichnet – gleichzeitig sei er begünstigter Anleger aus der Risikoabsicherung. Zuvor noch sei er sogar am Konzept zur Risikoübernahme beteiligt gewesen, das die BGB entwickelt habe und vom Senat übernommen worden sei. Schon 1999 habe Hansen im Auftrag des damaligen BGB-Vorstandschefs Wolfgang Rupf die Risikopotenziale der Bank mit ermittelt. Im Firmenkundengeschäft sei er damals für die Risikobeurteilung sowie für Kunden zuständig gewesen, die Objekte in die heute anrüchigen Fonds verlagern wollten. Sowohl diese Kunden als auch die Anleger wurden von den Risiken befreit – sie seien die Hauptgewinner der Risikoübernahme durch Berlin.

Pawlowski, ebenfalls sowohl Fondsanleger als auch Unterzeichner der Detailvereinbarung, heute oberster Controller des Bankenkonzerns, habe Anfang 2001 das Cayman-Islands-Geschäft eingefädelt. Dabei sollte der profitable Teil der Immobilientochter IBG ins Geldwäscheparadies verkauft werden. Der Deal platzte, als sich herausstellte, dass die BGB den Verkauf mit eigenen Krediten finanzieren wollte – als In-sich-Geschäft. Jemandem, der der BGB schweren Schaden zufügte, weiter das Controlling zu überlassen, spreche jeder ernsthaften Aufklärung Hohn.
Die Initiative hält weiter für fraglich, dass eine Rechtsanwaltskanzlei für den BGB-Vorstandsvorsitzenden Hans-Jörg Vetter das Fehlverhalten früherer Manager aufklären soll, die zugleich die Bank vor dem Landgericht vertrete. Kleinaktionäre klagen dort gegen die Bank, respektive ihre Manager.
Der rot-grüne Senat habe noch im Sommer 2001, als der Skandal um die Bank längst ruchbar war, mit einem Ergebnisabführungsvertrag zwischen IBAG und BGB die Haftungskette mit den verlustbringenden Bankentöchtern festgezurrt, moniert die Initiative. Und der jetzige Senat habe dem Abgeordnetenhaus eine Detailvereinbarung vorgelegt, die von Bankern, ihren Berater und Anwälten entwickelt worden sei. »Wen wundert es noch, dass die Risikoübernahme ein Fass ohne Boden für den Landeshaushalt ist?«
Die Initiative fordert vom Abgeordnetenhaus und vom Senat, eine unabhängige Expertenkommission alle Grundlagen und Vorgänge zur Risikoübernahme im Interesse des Landes überprüfen zu lassen und das Vertragswerk entsprechend zu ändern. Alle Personen sollten auf mögliche Interessenkollisionen überprüft werden, die an der Risikoverlagerung von der Bank aufs Land beteiligt waren, sowie jene, die an der Aufklärung, am Controlling und am Verkauf der Bank beteiligt sind.
Mehr als ein Dutzend Personalentscheidungen sind in der BGB im Zusammenhang mit dem Bankenskandal getroffen worden. Der Senat, bestätigte der Sprecher der Finanzverwaltung, Claus Guggenberger, habe über den Aufsichtsrat der BGB Einfluss auf solche Entscheidungen. Finanzsenator Thilo Sarrazin ist Aufsichtsratsmitglied.

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hjw2:

schnell vergessen ?

 
07.09.02 22:24


www.jungewelt.de/2002/07-17/018.php
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flexo:

Immer schön den Finger in die Wähler-Wunde legen

 
08.09.02 00:33
vielleicht geht dem ein oder anderen mal ein Licht auf.
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hjw2:

Verantwortung

 
22.12.02 07:11
Verantwortung
Ausschuss zum Berliner Bankenskandal

Von Velten Schäfer

Berlin ächzt unter dem Sparhammer, besonders im Sozialbereich. Gleichzeitig werden öffentliche Gelder in dreistelliger Millionenhöhe für Private bereitgehalten. Denn das Land hat sich vor Jahren bei der Gründung der »Bankgesellschaft« auf Jahrzehnte zu voller Garantie für riskante Immobilienspekulationen verpflichtet. Seit Monaten versucht ein Untersuchungsausschuss, diesen Vorgang aufzuklären. Das Zwischenresultat liegt jetzt vor und fällt erwartungsgemäß aus: Problembewusstsein? Fehlanzeige. Niemand sieht sich in Verantwortung, und von Risiken will keiner gewusst haben. Nicht in der Politik, und im Konzern sowieso nicht. Stattdessen behindert dieser die Ermittlungen so gut er nur kann.
Den ganzen Zeitraum über tönte von der Kanzel der Nichtverantwortlichen stets die gleiche Predigt: Das Lob der Verantwortung nämlich, der »Eigenverantwortung«. Wer staatliche Leistungen empfängt, sei dem Schmarotzer nahe, sei nie erwachsen geworden. Und daran hat sich nichts geändert. Das Resultat der eigenen Unverantwortlichkeit scheint manchen darin noch zu bestärken.
Berlin wäre so gerne eine vorbildliche Stadt. Aber führend ist es nur in einem: Dem praktischen Beweis, dass Verantwortung etwas für die Kleinen ist.

(ND 21.12.02)


 
 
 
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