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Auslaufmodell Online-Broker

 
29.07.01 20:50
Auslaufmodell Online-Broker
               Von Günter Heismann, Frankfurt

               Die deutschen Online-Broker schreiben dieses Jahr voraussichtlich blutrote
               Zahlen. Die Unternehmen leiden nicht nur unter der Börsen-Baisse.

               Auf Grund der anhaltenden Krise könnten selbst die Marktführer Comdirekt, Consors und
               Direkt Anlage Bank (DAB) auf Dauer ihre Selbstständigkeit verlieren. Zu diesem
               Ergebnis kommen Analysten der Frankfurter BHF-Bank in einer aktuellen Studie. Das
               Umfeld sieht für die Discount Broker unverändert schlecht aus. Der Neue Markt, an dem
               ihre Kunden zumeist handeln, ist im zweiten Quartal abermals kräftig eingebrochen.

               Die Aktienexperten der BHF schätzen, dass die Quickborner Comdirekt dieses Jahr einen
               Verlust vor Steuern von 73,1 Mio. Euro machen wird. Das entspricht rund 40 Prozent der
               operativen Erträge von 185,2 Mio. Euro. Bei der Nürnberger Consors beträgt das Minus
               voraussichtlich 77,7 Mio. Euro oder ein Drittel des Umsatzes. Für die Münchner DAB

               errechneten die Wertpapierexperten einen Fehlbetrag von 90,4 Mio. Euro vor Steuern;
               das wären mehr als die Hälfte der erwarteten Erträge von 176,4 Mio. Euro.

               Auch für 2002 sehen die Analysten bei allen drei Direct Brokern keine Gewinne voraus.
               Die horrenden Verluste haben ihre Logik. Zwar können alle Unternehmen fortlaufend
               neue Kunden gewinnen. Doch die haben wohl weithin das Interesse an der Börse
               verloren. Bei der DAB sinkt die Zahl der Transaktionen pro Kunde dieses Jahr gegenüber
               2000 voraussichtlich um rund 38 Prozent, bei Consors um 53 Prozent und bei Comdirekt
               um 56 Prozent. In etwa dem gleichen Maße versiegen die Provisionseinnahmen pro
               Kunde.

               Konkurrenz der Etablierten

               Mit scharfer Kostenkontrolle und Personalabbau versuchen die Online-Broker
               gegenzusteuern. Comdirekt streicht dieses Jahr rund 100 Stellen. Consors lässt 140
               befristete Arbeitsverträge auslaufen. DAB bietet den Mitarbeitern an, ihren
               Arbeitsvertrag vorzeitig aufzulösen.

               Die Probleme gehen allerdings tiefer als die derzeitige Börsen-Baisse. Die Online-Broker
               haben ihren Stamm-Markt, die transaktionsfreudigen Heavy Trader, weitgehend
               ausgeschöpft. Gleichzeitig eröffnen immer mehr Banken und Sparkassen
               Internetportale. Angesichts der wachsenden Konkurrenz buhlen die Discount Broker
               zunehmend um Kunden ohne Erfahrung mit Aktien oder dem Internet. Damit aber
               geraten sie in Konkurrenz zu ihren Eigentümern, den klassischen Banken.

               Ein Ausweg könnte sein, dass die Banken ihre Internettöchter eng an die Zügel nehmen
               und in eine Multikanalstrategie einbinden. Dabei kümmern sich die Online-Broker vor
               allem um Kunden, die nur das Webangebot nutzen. Klienten mit intensivem
               Beratungsbedarf verweisen sie an die Muttergesellschaften mit ihren weitgespannten
               Filialnetzen. So könnte die HypoVereinsbank mit ihrer Tochter DAB verfahren und die
               Commerzbank mit der Comdirekt.

               Etwas anders sieht die Situation bei Consors aus. Deren Mehrheitseigner, die
               Schmidt-Bank aus Hof, ist ein regionales Institut, sodass es nur begrenzt Konkurrenz
               zwischen Tochter und Mutter gibt. Die recht kleine Privatbank wird aber nicht endlos
               zuschauen, wie ihre Internettochter Verlust macht. Trotz aller Dementis sind sich die
               BHF-Analysten sicher, dass die Schmidt-Bank ihre Anteile an Consors - eventuell
               schrittweise - verkaufen wird. Ein Interessent sei der weltgrößte Discount Broker Charles
               Schwab.


               © 2001 Financial Times Deutschland
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1Mio.€:

Interessant Gruss o.T.

 
29.07.01 20:53
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SchwarzerLor.:

Kein Ende der Online-Broker

 
30.07.01 08:45
Ich halte die Totengesänge für etwas voreilig. Natürlich leiden diese Unternehmen am meisten unter der Baisse, aber die zeiten werden auch mal wieder besser. Und es ist wie mit vielen Dingen: Es braucht seine Zeit, bis eine neue Generation versteht, daß es mehr auf der Welt gibt als nur die inkompetenten, teuren Berater bei den Sparkassen und Volksbanken mit ihren unfreundlichen Öffnungszeiten. Ich kann für den Wertpapierbereich nach wie vor Consors wärmstens empfehlen.
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cap blaubär:

alle Banken haben sich onlinbrokerisiert

 
30.07.01 09:02
soll heißen Privatkunden werden an den PC gedeut und die noch Schnäppchenpreise der Onliner verschwinden in die Geschichtsbücher und in die Weißtdunochabteilung der Boards
blaubärgrüsse
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Go2Bed:

Solche Artikel liebe ich!

 
30.07.01 09:36
Kaum läuft es an der Börse mal nicht so pralle, schon kommen irgendwelche Schnarchnasen aus der Ecke gekrochen und sprechen von "Auslaufmodell xy". Machen die Direktbanken bald pleite, weil es am Neuen Markt auch mal rückwärts geht? Wohl kaum, oder bleibt die Börse ab morgen zu? Und wer hat sich erst von seiner Kreissparkasse vergraulen lassen, um jetzt online dorthin zurückzukehren? Wie wär's denn mal mit folgender Überschrift: "Auslaufmodell Analyst - ein Beruf, den die Welt nicht braucht!"
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mob1:

Heute im Handelsblatt :

 
30.07.01 10:18
Schlechtes Marktumfeld erhöht Druck auf Direct-Broker in Europa
Onlinebroker stehen vor Ausleseprozess
von PHILLIP OTTO

Die Online-Broker geraten wegen des trüben Marktumfeldes und der schlechten Ergebnisse im zweiten Quartal zunehmend unter Druck. Experten rechnen damit, dass die Konsolidierung noch im Laufe des Jahres abgeschlossen ist. Allerdings muss nicht immer der ganze Betrieb übernommen werden, interessant sind vor allem die Kunden.

FRANKFURT/M. Die Marktbereinigung bei Onlinebrokern ist in vollem Gange. Nach dem herausragenden Jahr 2000, als die Anbieter die Nachfrage kaum noch befriedigen konnten, ist das Zähneknirschen gegenwärtig groß. Das schlechte Marktumfeld hat den Unternehmen das Ergebnis in den ersten beiden Quartalen gründlich verhagelt. Sinkende Transaktionszahlen lasten auf den Erträgen und große IT- und Personalapparate treiben die Kosten in die Höhe. Da die Kosten den veränderten Marktbedingungen nicht so rasch angepasst werden können wie die Erträge sinken, werden vor allem zusätzliche Ertragspotenziale gesucht. Der Einstieg von Consors in das Beratungsgeschäft ist ein Beispiel. Ziel ist es bei all diesen Massnahmen, die Abhängigkeit des Geschäfts vom Börsenumfeld zu verringern.

Andere Möglichkeiten liegen in Zusammenschlüssen, um mehr Größe zu erlangen. „Das Größenspiel hat einen Riesenreiz“, räumt Consors-Chef Karl-Matthäus Schmidt ein. Dadurch können über schnelles Volumenwachstum die Fixkosten gesenkt werden. Auch der Chef der DAB Bank, Matthias Kröner, erwartet, dass das zweite Quartal die Konsolidierung in Europa beschleunigen werde. In seinen Augen wackelt sogar die weitverbreitete Annahme, dass 5 bis 6 große Online-Broker sich den Markt in Europa teilen werden.

Experten rechnen damit, dass die Konsolidierung bis Jahresende weitestgehend abgeschlossen ist. „Ich erwarte, dass sich im laufenden Jahr noch einiges tut“, sagt zum Beispiel Unternehmensberater Hans-Paul Bürkner von der Boston Consulting Group. Consors-Chef Schmidt sieht ebenfalls wachsenden Konsolidierungsdruck, allerdings weniger in Deutschland als vielmehr im europäischen Ausland. Allein in Frankreich gebe es noch über 50 Broker, so Schmidt. Diesen Prozess betrachte Consors sehr aufmerksam, wobei der Vorstandschef Zukäufe in Ländern, wo Consors schon präsent ist, ausschloss. Hier seien nur Abkommen zur Übernahme von Kunden denkbar. Kröner will im europäischen Konsolidierungsprozess eine aktive Rolle spielen, kündigte er an. Mit der Akquisition des französischen Online-Brokers Selftrade im vergangenen Jahr hat die DAB bereits ein gute Ausgangsposition auf den europäischen Kernmärkten Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien.

Deutscher Markt ist weitestgehend ausgereizt
Allerdings sagt der DAB-Chef: „Wer sich im künftigen Wettbewerb behaupten will, muss auf seinem Heimatmarkt die Nummer eins sein. Und das mit einem ordentlichen Abstand zur Nummer zwei.“ Am deutschen Markt bieten sich jedoch nur noch wenige Konsolidierungsmöglichkeiten. Die drei großen Online-Broker Comdirect, Consors und DAB dominieren den Markt. Konkurrenten wie der Sparkassenbroker Pulsiv oder maxblue von der Deutschen Bank stecken noch in den Kinderschuhen. Kleinere Anbieter wie Systracom sind vom Markt verschwunden.

Aufgrund dieser oligopolistischen Strukturen ist es auch für ausländische Anbieter sehr schwierig, sich auf dem deutschen Markt zu behaupten. Anbieter wie Fimatex oder EQ Online haben sich weitestgehend zurückgezogen oder das Geschäft auf ein Minimum reduziert.

Mangel an klaren Strategien
Analysten von der BHF-Bank haben nun Marktgerüchte aufgegriffen und rechnen ihrer neuesten Studie zufolge damit, dass die DAB Bank und die Comdirect angesichts der defizitären Lage von den Müttern Commerzbank und Hypo-Vereinsbank enger in den Konzernvertrieb eingebunden werden. Dies dürfte jedoch eher für Comdirect als für die DAB zutreffen. Die Direct-Brokerage-Tochter der Commerzbank stellt mit ihren mehr als 600 000 zwar ein reizvolles Übernahmeobjekt dar, wirkt aber seit geraumer Zeit nach außen konzeptlos. Es fehlen klare Strategien, wie die schwierige Marktlage überstanden werden soll. Zudem wirft Fragen auf, warum sich Comdirect kurzfristig dazu entschlossen hat, keine vorläufigen Zahlen für das zweite Quartal mehr zu veröffentlichen.

Äußerungen aus der Hypo-Vereinsbank deuten dagegen darauf hin, dass von einer Eingliederung der DAB keine Rede ist, auch wenn man mit der Ergebnisentwicklung alles andere als zufrieden ist. Consors-Chef Schmidt ist einer Konsolidierung nicht abgeneigt, sieht aber Perspektiven für den Weg alleine: „Wir rechnen damit, im nächsten Jahr wieder eine schwarze Null zu schreiben“, sagte er.

Allerdings fehlt sowohl Comdirect, als auch Consors und der DAB die kritische Masse, um Schwächeperioden einfach auszusitzen. Großes Vorbild ist hier nach wie der amerikansiche Online-Broker Charles Schwab, der es verstanden hat, neben dem Internetgeschäft auch den stationären Vertrieb zu etablieren.

*Ich denke  C.M.Schmidt hat noch einiges vor für die Zukunft,
die Schmidtbank im Rücken und 'ne gute Basis in Deutschland,
ist nicht unbedingt die Firma, die von Schwab übernommen
werden will.

Gruesse
MOB
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