AUF EINEN BLICK: US-Berichtssaison

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AUF EINEN BLICK: US-Berichtssaison Happy End

AUF EINEN BLICK: US-Berichtssaison

 
#1
Amazon lässt Investoren wieder hoffen. Merck trifft die Erwartungen. Microsoft, Sun und IBM hatten zuvor für einen Dämpfer gesorgt: Die jüngsten Quartalszahlen und die Reaktion der Börse im Überblick.

New York – Der Online-Händler Amazon.com  hat im vierten Quartal - zum ersten Mal überhaupt - einen Nettogewinn von fünf Millionen Dollar erwirtschaftet und damit die auf Grund des Rekord-Weihnachtsgeschäfts optimistischen Erwartungen noch übertroffen. Amazon teilte am Dienstag vor US-Börsenbeginn mit, der Nettogewinn nach Kosten für Übernahmen, Aufwendungen für Aktienoptionen und Zinsen liege bei einem Cent je Aktie und löste damit Euphorie bei den Anlegern aus.

Auch der Netzwerk-Ausrüster Lucent Technologies  hat am Dienstag die Erwartungen leicht übertroffen. Der Konzern erwirtschaftete im ersten Quartal einen Verlust je Aktie von 23 Cents oder 799 Millionen Dollar. Im Vorjahresquartal waren es noch 42 Cents oder 1,43 Milliarden Dollar. Analysten hatten einen geringfügig höheren Quartalsverlust erwartet. Lucent gab außerdem einen positiven Ausblick.

Der Pharmakonzern Merck präsentierte Zahlen, die im Rahmen der Erwartungen lagen. Im vierten Quartal 2001 steigerte das Unternehmen den Gewinn je Aktie (EPS) von 75 US-Cent auf 81 Cent. Das EPS-Wachstum im zweiten Halbjahr werde etwas höher als in der ersten Jahreshälfte ausfallen.
 
Gerichtskosten bei Microsoft

Nach dem positiven Ausblick von Compaq und Apple schien die Berichtssaison gut anzulaufen, doch Microsoft und IBM hatten anschließend die Stimmung vermiest. Hohe Gerichtskosten haben die Bilanz des amerikanischen Software-Herstellers Microsoft  verhagelt. Am Donnerstag nach Börsenschluss hat das Unternehmen für das zweite Quartal seines Geschäftsjahres einen Gewinnrückgang ausgewiesen.

Der Nettogewinn sei um 13 Prozent auf 2,28 Milliarden Dollar oder 41 Cent je Aktie gefallen, hieß es. Mitverantwortlich für den Ergebniseinbruch seien Kosten in Höhe von 660 Millionen Dollar für Gerichtsprozesse. Einig waren sich Analysten darin, dass der Umsatz angesichts der trüben Konjunkturlage überraschend stark gestiegen sei.

Umsatz bei IBM um elf Prozent gesunken

Auch der weltweit größte Computerhersteller IBM  hat im vierten Quartal 2001 ein um 13 Prozent niedrigeres Ergebnis verbucht. IBM teilte mit, die Umsätze aus dem Dienstleistungsgeschäft und den Personalrechner- und Halbleiter- Bereichen seien niedriger gewesen als erwartet. "Wir glauben, dass unser Geschäft im Laufe dieses Jahres stärker werden wird", sagte IBM-Chef Louis Gerstner. Der Nettogewinn in dem am 31. Dezember abgeschlossenen Quartal fiel auf 2,33 Milliarden Dollar oder 1,33 Dollar je Aktie.

Nortel-Chef bittet um Entschuldigung

"Mir persönlich tut das, was geschehen ist, sehr leid, und ich bitte Aktionäre und Mitarbeiter um Entschuldigung", sagte Nortel-Chef  Frank Dunn während einer Analystenkonferenz. Der kanadische Netzwerkausrüster rechnet nach einem traumatischen Jahr mit einem weiteren Rückgang der Einnahmen. Im ersten Quartal 2001 werde der Umsatz um zehn Prozent fallen, teilte Nortel, einer der größten Telekommunikationsausrüster der Welt, mit.

Sun goes down

Der US-Konzern Sun Microsystems  hat für das zweite Geschäftsquartal einen Umsatzeinbruch um 40 Prozent auf 3,1 Milliarden US-Dollar gemeldet. Der Verlust pro Aktie lag bei drei Cent: Einige Marktbeobachter hatten mit einem Verlust von vier US-Cent pro Aktie gerechnet. Im Vorjahresquartal hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 16 Cent erwirtschaftet.

General Electric optimistisch

Vor den Zahlen von IBM, Microsoft und Nortel hatte sich die Situation an der Börse in New York entspannt: General Electric  , der nach Marktkapitalisierung weltgrößte Konzern konnte im vierten Quartal bei stagnierenden Umsätzen seinen Gewinn deutlich steigern. Vor allem der positive Ausblick überzeugte die Börse.

Die Citigroup  hat im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres Umsatz und Gewinn je Aktie gesteigert und damit leicht über den Analystenerwartungen gelegen. Auch im Gesamtjahr sei ein deutlicher Zuwachs erzielt worden, teilte das Unternehmen am Donnerstag in New York mit.

Compaq und Apple entlasten

Compaq  und Apple  hatten am Mittwoch nach Börsenschluss ihre Zahlen vorgelegt und Technologiewerten am Donnerstag deutlich Auftrieb verliehen. Sie ließen auf eine Erholung im Computersektor hoffen. Apple meldete einen Quartalsgewinn von 38 Millionen Dollar. Compaq hatte trotz eines Gewinneinbruches die Erwartungen der Analysten übertroffen.

Das Internet-Portal Yahoo  schreibt auf Grund des sehr schwachen Werbemarktes erneut Verluste. Für das laufende Jahr ist Yahoo jedoch optimistisch.

Das Bankhaus JP Morgan Chase  ist auf Grund des Enron-Debakels und der Argentinien-Krise im abgelaufenen Quartal tief in die Verlustzone gerutscht.

General Motors mit Gewinneinbruch

Der weltweit größte Autobauer General Motors  hat im vierten Quartal seines Geschäftsjahres einen Rückgang des Ergebnisses um fast die Hälfte verbucht, dabei aber noch leicht über den Analystenerwartungen gelegen. Gleichzeitig bekräftigte das Unternehmen am Mittwoch in Detroit die Gewinnziele für das Jahr 2002

Im Durchschnitt rund 22 Prozent weniger verdient

Ungeachtet eines starken Weihnachtsgeschäfts dürften die Gewinne im vierten Quartal erneut deutlich gesunken sein. Nach vorläufigen Berechnungen der Analystenbeobachter First Call dürften die im Standardwerte-Index S&P 500 zusammengefassten Unternehmen durchschnittlich rund 22 Prozent weniger verdient haben als ein Jahr zuvor.

Fed bremst Hoffnungen auf raschen Aufschwung

Die Rede von US-Notenbank-Chef Alan Greenspan am vergangenen Freitag, in der er vor weiterhin bestehenden konjunkturellen Risiken warnte, hatte die Gemüter an der Wall Street gedämpft. Im Konjunktur-Bericht "Beige Book" betonte die Notenbank, mit dem erhofften Konjunkturaufschwung könne es noch etwas länger dauern.  


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