ARD: Fiedmann - Interview


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klecks1:

ARD: Fiedmann - Interview

 
30.05.02 20:39
würggggg
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klecks1:

Mölle

 
30.05.02 20:41
Neue, schwere Vorwürfe: Alle gegen Möllemann

„Durchgeknallt“, „skandalös“, „verstörend“
Langsam wird es eng für FDP-Vize Jürgen Möllemann (56). Die Kritik an seinem Verhalten nimmt weiter zu, die Attacken werden schärfer. Neue Angriffe kommen jetzt von Verteidigungsminister Scharping, jüdischen Organisationen, Wahlforschern und den Liberalen selbst.

Morgen trifft sich der FDP-Bundesvorstand zu einer Sondersitzung. Hauptthema: Jürgen Möllemann und seine umstrittenen Äußerungen. Dann dürfte es für den FDP-Vize richtig ungemütlich werden

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klecks1:

Friedman(n), der Gute, Mölle der Böse

 
30.05.02 20:44
MÖLLEMANN-STREIT

Auf die Gurke folgt ein Durchgeknallt

Angeblich hatte FDP-Chef Guido Westerwelle Israel Singer vom Jüdischen Weltkongress als Vermittler zwischen den Streithähnen Friedman und Möllemann vorgesehen. Doch Singer attackiert jetzt die FDP. Nebenbei revanchierte sich Bundesverteidigungsminister Scharping an Möllemann, der ihn als Gurke beschimpft hatte.


Hamburg - Die Angriffe Möllemanns auf Michel Friedman, den stellvertretenden Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, seien skandalös, sagte Singer der "Bild"-Zeitung. Die FDP müsse sich eindeutig von ihrem Partei-Vize Jürgen Möllemann distanzieren, verlangte das Vorstandsmitglied des Jüdischen Weltkongresses. Singer dementierte Berichte, wonach er sich bereit erklärt habe, zwischen dem Zentralrat der Juden in Deutschland und der FDP zu vermitteln.
Wenig zu vermitteln gibt es auch zwischen Scharping (SPD) und Möllemann. In der ARD-Sendung "Gabi Bauer" bezeichnete Scharping Möllemann im Zusammenhang mit dem Antisemitismus-Streit als "durchgeknallt". Möllemann hatte Scharping zuvor eine "Gurke" in "Schröders Pfeifentruppe" genannt. Nach Einschätzung Scharpings ist die FDP weder eine antisemitische noch eine rechtspopulistische Partei. Die Freien Demokraten müssten mit Möllemann aber einiges klären. Eine Koalition von SPD und FDP nach der Bundestagswahl im September hielt Scharping für unwahrscheinlich.


Auch prominente FDP-Vertreter haben ihre Kritik an Möllemann verschärft. FDP-Fraktionschef Wolfgang Gerhardt erklärte, die von Möllemann eröffnete Diskussion müsse "endlich ein Ende finden". In einem Aufruf, der auch von den FDP-Vorsitzenden von Hessen und Niedersachsen, Ruth Wagner und Walter Hirche, unterzeichnet wurde, heißt es: "Das Ansehen der FDP, das wir insbesondere durch jahrzehntelange verlässliche Außenpolitik und innenpolitische Berechenbarkeit aufgebaut haben, darf nicht länger in dieser Art und Weise zerstört werden."

An diesem Freitag trifft sich der FDP-Bundesvorstand zu einer Sondersitzung in Berlin - der Streit zwischen Möllemann und dem Zentralrat der Juden in Deutschland dürfte das Hauptthema sein.

Spiegel: Möllemanns Schreiben genügt nicht

Möllemann selbst räumte am Mittwoch in einem Schreiben an Zentralrats-Präsident Paul Spiegel zwar ein, er habe Fehler gemacht. Entspannt wurde der Streit dadurch aber nicht, da dies dem Zentralrat und auch prominenten Freien Demokraten nicht ausreicht. In einem von mehreren Zeitungen zitierten Antwort-Schreiben an Möllemann schrieb Spiegel, dass er weiterhin keine Grundlage für ein Gespräch mit der FDP erkennen könne: "Mein eigentliches Befremden liegt aber darin begründet, dass ich in ihrer Klarstellung, wie Sie es selbst nennen, weder den Tenor einer Entschuldigung noch das Wort selbst finden kann." Spiegel bekräftigte: "Wir erwarten nach wie vor eine persönliche Entschuldigung von ihm bei Michel Friedman und mir."

Ist die FDP noch koalitionsfähig?

Trotz des Antisemitismus-Streits bleiben die Freidemokraten für die Union ein möglicher Koalitionspartner nach den Bundestagswahlen. "Unsere Zusammenarbeit hängt beileibe nicht allein von Möllemann ab", sagte der Chef der Unionsfraktion, Friedrich Merz (CDU).

Der SPD-Vorsitzende, Bundeskanzler Gerhard Schröder, wird am Sonntag beim Bundesparteitag seine Haltung zur FDP darlegen, kündigte Regierungssprecher Uwe Karsten-Heye an. Fraktionschef Peter Struck sagte der "Berliner Zeitung": Parteichef Guido Westerwelle "muss die gesamten Aktionen Möllemanns verurteilen und Konsequenzen ziehen. Für mich gehört dazu, dass Karsli nicht Mitglied der FDP-Fraktion in Nordrhein-Westfalen bleiben darf".

Nach Ansicht der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen schadet der Streit über Möllemann der FDP. "Der Vorwurf des Antisemitismus verschreckt das breite Publikum", sagte der Vorstand der Forschungsgruppe, Matthias Jung. Die Debatte habe den positiven Eindruck nach dem Bundesparteitag Anfang Mai wieder zunichte gemacht.



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kingpin2:

mölli ist einfach cool!!! sagt die warheit o.T.

 
30.05.02 20:47
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Rheumax:

Die Zentralratten werden ihn trotzdem kleinkriegen

 
31.05.02 09:00
Leider. Die ertragen es nicht, dass ein Politiker gegen einen von ihnen das Maul aufmacht.
Mit der Hetzjagd auf Möllemann erleben wir jetzt, wie das aussieht, wenn eine Lobby die Medien beherrscht.
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coppara:

soises Rheumax...und nicht anders! Grüne Stern o.T.

 
31.05.02 09:03
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ribald:

Ihr habt den Kern der Auseinandersetzung

 
31.05.02 09:11
nicht begriffen.
Wie immer, blanke Emotionen.
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Rheumax:

Bin doch schon froh, wenns nicht zu viele schwarze

 
31.05.02 09:13
Sterne werden.
Die gibt es hier mitunter für weniger als einen falschen Plural :-)
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Rheumax:

Lieber Ribald,

 
31.05.02 09:22
nicht immer ist einem nach sachlicher Analyse. Damit hab ich mich zu diesem Thema schon des Öfteren versucht.
Man sollte auch mal Emotionen zeigen dürfen.
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webeagle:

Es reicht , Friedmann und Singer !

 
31.05.02 09:24
Wir haben die Schnauze voll von eurem dummen Gelaber !
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blindfish:

grün für rheumax...

 
31.05.02 09:27
 
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flexo:

Eine Kampagne erst einmal ins rollen

 
31.05.02 09:31
gebracht lässt sich so einfach nicht mehr stoppen. Spätestens bei Beckmann wurde ersichtlich das es sich um eine Kampagne handelt. Da Herr Beckmann bzw. seine Firma sicher auch in Zukunft Talksshows an die Öffentlich-Rechtlichen verkaufen will, mußte er wohl solche asozialen Fragen (in der Regel inclusive einer miesen Unterstellung - die beim Zuschauer hängenbleibt) stellen. Hätte ich dort gesessen - ich wäre gegangen.
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ribald:

Also auch

 
31.05.02 09:34
bei Euch

"dumpfe, antisemitische Gefühle?"

Als Vertreter der älteren Generation, der sich viel mit Nationalsozialismus
und Judentum beschäftigt hat, bekomme ich für die Zukunft
Deutschlands Angst.
Rechtsradikale sind bald wieder die Mehrheit?
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flexo:

Du fährst die gleich Tour wie die Medien -

 
31.05.02 09:40
ich schätze Herrn Friedmann schon immer für seine offensive Art. In dieser Hinsicht teile ich auch nicht die Ansicht von J.W. Möllemann. Auch Herr Friedmann hat das Recht seine Meinung zu äussern.
Und aus diesem Grund schon allein freue ich mich, das die Sensibilität für Meinungsfreiheit in Deutschland ausgeprägter ist als in den 30er und 40er Jahren.
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Dr.UdoBroem.:

Du sagst es bo äh ribald.

 
31.05.02 09:43
Wenn jetzt schon wieder vom Zentralrat der Juden als "Zentralratten" gesprochen wird, ohne dass es Proteste hagelt,der Autor sogar noch Zuspruch erhält, wird mir auch Angst und Bange.

Auch wenn wir sonst ja eher selten einer Meinung waren...


Gruß Doc Broemme
ARD: Fiedmann - Interview 680068
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chreil:

Yep, Doc!

 
31.05.02 09:48
 
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Tatanka-Yotan.:

@ribald

 
31.05.02 09:54
Wenn Du dich sehr mit dem Nationalsozialismus beschäftigt hast wird Dir aufgefallen sein, daß die nicht nur Juden umgebracht haben, sondern auch Sinti und Roma, Schwule, Christen, Serben, Russen ,Kommunisten ...
Nur daß DIE keine Lobby haben! Deutschland führte mnunter Krieg gegen Serben, obwohl die Nazis über 1 Mio Serben umgeracht haben. D. ist ja auch gegen die Benes Dekrete obwohl sie genau wissen, welches Leid den Tschechen angetan wurde.
Da wird es wohl auch möglich sein die Menschenrechtsverletzungen Israels anzuprangern und genau das wollte ja Möllemann eigentlich tun und nun ist er ein Antisemit! Alle die mit Israel solidarisch sind wie Fischer unterstützen also Menschenrewchtsverletzungen bzw Kriegsverbrechen. Das ist also die Lehre
aus unserer Vergangenheit. So kanns ja nun auch nicht sein.
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Rheumax:

Ach Herr Doktor?

 
31.05.02 09:55
Hat schon mal jemand so von diesen Herren gesprochen?
Oder könnte is nicht einfach so sein, dass viele Leute es satt haben, wie sich die Vertretung einer Minderheit hier aufführt?
Die keine Kritik an sich gelten lässt.
Diese Erfahrung macht Herr Möllemann gerade.
Und ich finde diese Hetzjagd unfair.
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ribald:

"Bis es der Letzte begreift

 
31.05.02 09:55
DER SPIEGEL 46/2000 - 13. November 2000
URL: www.spiegel.de/spiegel/0,1518,103245,00.html


"Bis es der Letzte begreift "

Das antisemitische Hetzblatt "Der Stürmer" war mehr als ein abseitiges Machwerk der NS-Presse. Die Propaganda hatte Wirkung bei jungen Soldaten, wie ein SPIEGEL-TV-Film zeigt.

Hass bis zum bitteren Ende: "Purimfest 1946" waren seine letzten Worte, eine Anspielung auf das jüdische Versöhnungsfest, "die Bolschewisten werden euch einmal hängen". Dann starb Julius Streicher am Galgen, vom Nürnberger Kriegsverbrechertribunal zum Tode verurteilt.

Vergeblich hatte seine Verteidigung argumentiert, Streicher habe "nur" eine Zeitschrift, den "Stürmer", herausgegeben, ein Tatbestand, für den doch eigentlich die Pressefreiheit zu gelten habe. Die Richter ließen sich nicht blenden. Was das antisemitische Hetzblatt von 1923 bis 1945 betrieben hatte, war in ihren Augen nichts anderes als Anstiftung zum Mord.

Ein SPIEGEL-TV-Film von Michael Kloft zeigt, wie Recht die Richter hatten*. Das von Intellektuellen, ja von Teilen der Nazi-Elite verachtete Organ hatte mit seiner üblen Mischung aus sexuellen Obsessionen - geile Juden gieren nach arischem Frauenfleisch - und Hirngespinsten von einer zionistischen Weltverschwörung Wirkung vor allem bei jungen Menschen, die im NS-System aufwuchsen.

Kloft entdeckte im Nürnberger Stadtarchiv Fotos, die junge Soldaten an der Ost-

front von Judenermordungen gemacht und wie Trophäen an das Streicher-Blatt geschickt hatten. Ein aus dem Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz stammendes Propagandafoto zeigt Einheimische, die Juden im eroberten Osten vor einem "Stürmer-Kasten" verhöhnen mussten - der Fotograf hatte es so arrangiert.

Die Aufnahmen stützen die Beobachtungen, die Hitlers geheime Dienste während des Krieges von der Ostfront meldeten: dass jüngere Soldaten eher als ältere bereit waren, an Judenexekutionen teilzunehmen.

Der israelische Historiker Saul Friedländer, der gerade am zweiten Teil seines Standardwerks "Das Dritte Reich und die Juden" arbeitet, erklärt im Film, woran das lag: "Die Jüngeren waren bereits sozialisiert im Dritten Reich. Von der Volksschule bis zu den Berufs- und Hochschulen waren sie Tag für Tag der Propaganda ausgesetzt. Sie lasen den ,Stürmer' oder bekamen ihn als Hausarbeit mit. Dann wurden sie 1939 Soldaten."

Die Saat des Julius Streicher war aufgegangen. Autor Kloft spürte Filmbilder aus dem beschaulichen Bodensee-Ort Meersburg von 1935 auf, auf denen sich Spruchbänder wie Sentenzen aus dem "Stürmer" lesen: "Ein Jud und eine Laus sind wie eine Pest im Haus."

Streicher, ein nur 1,65 Meter großer Glatzkopf, meist mit Reitpeitsche und Uniform in der Öffentlichkeit zu sehen und umgeben vom Odium des Skandals - "von der Sorte, die Ärger in Parks macht", so eine Zeitzeugin -, wirkte äußerlich wie eine bizarre und leicht lächerliche Figur, die im Übrigen nie im Zentrum der NS-Macht stand.

Sein Antisemitismus aber, wie sich Streichers ehemaliger Adjutant Alois Kälsch in Klofts Film erinnert, war von kaltblütiger Konsequenz: "Er sagte mir wörtlich: Merken Sie sich eines, steter Tropfen höhlt den Stein, die Juden sind unser Unglück. Das muss den Menschen täglich gesagt werden, damit es der Letzte und Einfachste begreift. Mich interessieren keine akademischen Abhandlungen über die Judenfrage."

Darüber hinaus erfüllte Streichers Hetze eine wohl kalkulierte Funktion: Der "Stürmer" mobilisierte je nach Bedarf die niederen Instinkte, die der Nazi-Obrigkeit die Gelegenheit gaben, als Regulatoren aufzutreten: Die Nürnberger Rassengesetze von 1935 konnten sich so als kanalisierende Antwort auf einen Druck von unten, auf eine angebliche Empörung des Volks darstellen lassen, "Reichskristallnacht" und der staatliche Diebstahl an jüdischem Eigentum ("Arisierung") ebenso. Die auf die systematische Vernichtung der Juden hinauslaufende Teufelei der Herren Hitler, Himmler & Co. benutzte Streicher und sein Wochenblatt bewusst als Kettenhund, der kläffen durfte, dem man aber auch, wenn es außenpolitische Interessen geboten - wie im Fall der Olympischen Spiele von 1936 -, vorübergehend einen Maulkorb anlegte.

Streicher spielte den Mann fürs Grobe instinktsicher. Seine Biografie ähnelt der vieler Nazi-Bonzen. 1885 im schwäbischen Fleinhausen in der Nähe von Augsburg als neuntes Kind eines Volksschullehrers geboren und aufgewachsen in streng katholischem Milieu, schlug er ebenfalls die Lehrerlaufbahn ein. Der Erste Weltkrieg und der Zusammenbruch des Kaiserreichs radikalisierten Streicher. Nach einigem Suchen in der völkischen Szene stieß er, wie sich Streichers Adjutant erinnert, 1922 auf Hitler und war sofort begeistert: "Ich kann nur Ihr Helfer sein."

Der blieb er sein Leben lang. Mit seinem Führer beteiligte er sich 1923 an dessen gescheitertem Putsch in München und flog aus dem Schuldienst. 1924 wurde er von der Hitler-Partei mit einem Mandat im Bayerischen Landtag belohnt. Noch vor der Machtergreifung 1933 brachte es Streicher zum Gauleiter in Franken, hatte aber später wegen seiner skandalumwitterten Lebensweise und der Behauptung, Görings Tochter Edda sei nur auf Grund künstlicher Befruchtung gezeugt worden, mächtige Gegner im NS-Apparat. Mit Kriegsausbruch wurde Streicher kaltgestellt, den guten Draht zu Hitler verlor der alte Kämpfer trotz gelegentlicher Kräche nie.

Der Diktator wusste, welche wahren Stärken sein Helfer hatte: die Verunglimpfung der Juden. Vom ersten Erscheinen des 1923 gegründeten Blattes an attackierte der "Stürmer" jüdische Politiker und tischte haltlose, sexuellen Neid ansprechende Storys von jüdischen Kapitalisten auf, die blonde Dienstmädchen zu Liebesdiensten zwingen würden. Mehr als zwanzig Anklagen und wiederholte Verurteilungen konnten Streicher nicht bremsen. Bis 1933 hatte der "Frankenführer" sein Blatt zu einer perfekten Denunziationsmaschine ausgebaut: Recherchiert wurde grundsätzlich nicht. Um die antisemitischen Lügenmärchen vom Ritualmord zu belegen, unterhielt der "Stürmer" ein Archiv mit jüdischen Schriften. Später kamen von den Nazis requirierte Kultgegenstände hinzu, die auf diese tragische Weise gerettet wurden, weil das Archiv den Krieg überstand.

Nachrichtenzuträger waren die Leser, die Fälle von Rassenschande meldeten. Ungeprüft kamen diese Berichte in eine Rubrik, die von 1933 an den Namen "Pranger" trug. In den Hochzeiten des "Stürmer", Mitte der dreißiger Jahre, sollen bei einer geschätzten Auflage von 800 000 Exemplaren bis zu 700 Leserzuschriften täglich eingegangen sein.

Wohl entscheidend für die Wirkung des Hetzorgans waren die Zeichnungen von Fips, die Karikaturen zu nennen das ehrenwerte Genre wohl verhöhnen würde. Philipp Rupprecht hieß der Mann, der den Hass mit dem Stift schürte: die Juden als unrasierte, langnasige, vor Geilheit und Geldgier triefende finstere Gesellen.

So abstrus diese Machwerke auch waren, sie prägten die Ikonografie der Nazi-Propaganda. Die "Stürmer-Juden" waren das Vorbild für judenfeindliche Filme und für das in den Schulen eingesetzte Propagandamaterial.

Kloft präsentiert auch das 1936 im "Stürmer"-Verlag erschienene und über 100 000mal verkaufte Kinderbuch "Trau keinem Fuchs auf grüner Heid und keinem Jud bei seinem Eid" - eine Anleitung zum Rassenhass für die Sechs- bis Neunjährigen. Da heißt es: "Nun wird es endlich schön, denn alle Juden müssen gehn / die großen und kleinen, da hilft kein Schreien und Weinen / und auch nicht Zorn und Wut, fort mit der Judenbrut." Der Tod ist ein Holpervers aus Deutschland.

NIKOLAUS VON FESTENBERG






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ribald:

@ tatanka-yotanka

 
31.05.02 10:02
Die berechtigte Kritik am israelischen Vorgehen stellt niemand,
auch nicht Friedmann und Spiegel, in Abrede.
Ich habe entsprechende klare Aussagen von beiden gelesen und im TV gehört.
Wo informiert Ihr Euch bloss?

Es geht um Äusserungen von Karsli und seine Integration in die FDP.
Die machte Möllemann zum Anlass für Äusserungen, die er inzwischen wieder öffentlich bedauert hat.
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Dr.UdoBroem.:

Eine letzte Anmerkung, Rheumax.

 
31.05.02 10:08
Wenn du auch nur ein kleines bisschen Geschichtsbewusstsein hättest, wüsstest du, dass schon einmal Juden mit Ratten verglichen wurden. Und der Sprachgebrauch ist immer nur ein Vorbote späteren Handelns. Was man mit Ratten macht, sollte auch dir klar sein.

Mich kotzt das hier nur noch an, wenn man bei politischen und gesellschaftlichen Themen nicht mal Grundschulniveau voraussetzen kann und immer bei Adam und Eva anfangen muss.

Gruß Doc Broemme

ARD: Fiedmann - Interview 680106
Antworten
flexo:

Die Frage ist berechtigt:

 
31.05.02 10:09
Wo informiert ihr euch bloß? Ich bin Spiegel-Abonnent und kann jedenfalls bestätigen das man auch den SPIEGEL nicht aufnehmen und verdauen kann. Man kann ihn als "Fakten-Quelle" nutzen aber doch nicht seine Meinung aus den Medien HERAUSKOPIEREN.
"Bis es der letzte begreift" ist die Beschreibung über einen Teil der Judenverfolgung in Deutschland - das hat doch mit Möllemann nicht zu tun.
Antworten
Rheumax:

Zur Möllemann-Jagd:

 
31.05.02 10:09
Hatte gestern abend mal kurz NDR eingeschaltet.
In der Sendung ging es zunächst um einen Blödmann, dann um einen Hampelmann.
Schließlich um einen Möllemann. Ich fand das überhaupt nicht lustig.
Diese Schmutzkampagne geht jetzt wirklich zu weit. Und das von allen Seiten.
Danach, von wo diese Kampagne gesteuert wird, werde ich hier nicht fragen.
Sonst trifft mich "der Aufstand der Anständigen".
Antworten
verdi:

Doc,wundert Dich das,wenn noch vor ein paar Tagen

 
31.05.02 10:11
der Oberagitator ohne Bestrafung übelste antisemitische Parolen und Judenwitze
verbreitet!

Wir brauchen wieder einen Sündenbock(wegen der Börsenverluste??)!!!!

Und der Oberagitator hat sie ja durchgezählt,was noch übriggeblieben ist:Mit den paar werden wir doch noch fertigwerden!!

:-(((
Antworten
R.A.P.:

Soweit ich informiert bin

 
31.05.02 10:13
ist in Russland dasselbe getan worden, wie in Nazideutschland.

Wieso höre ich da nichts von "Wiedergutmachung", etc..
Immerhin waren das auch Millionen Getöteter.
( Habe mich ´nal vorsichtig ausgedrückt )


Habe fertig

...böse, böse, böse...
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