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".... Angeblich ist nun sogar jeder vierte Unfall in Deutschland auf Ablenkung hinzuführen, sei es Telefonieren, SMS schreiben oder am Navi rumtippen. ..."
Ja, das wird ein dickes Problem, wenn alsbald jede Menge Menschen mit Carplay und dergleichen mit ihrem Auto schwätzen, statt auf die Straße und den Verkehr zu achten. M.E. geht das nicht, solange das Auto nicht autonom fahren kann. Das wird viel Blut kosten, wenn Autofahrer sich auf der Autobahn mit ihrer Musikauswahl, Messages und aktuellen Börsenkursen beschäftigen.
Wie haben wir das traditionell gemacht? Wir wussten natürlich immer, wann wir wo welchen Termin haben. (Das war schon zu Postkutschenzeiten so). Den Ort haben wir dann am Tag davor oder spätesten vor Abfahrt ins Navi eingegeben. Oder wir wussten einfach auswendig, wie man da hin kommt. Dann sind wir losgefahren, hatten irgendeinen Radiosender an oder haben uns - so vorhanden - mit unserem Beifahrer unterhalten. Je nach Geschmack fuhren wir 120 oder 220. Jedenfalls haben wir vor allem auf den Verkehr geachtet und fuhren perfekt aufmerksam, erkannten jeden noch rechts fahrenden Merzedes-Fahrer schon von weitem an den Dingen auf seiner Hutablage und vor allem seinem Fahrverhalten. Und waren selbstverständlich gewappnet, dass der gleich einfach blind überholt und uns vor die Karre fährt. Kein Problem. Nie. Weil wir ja auf andere Fahrer achten, und nicht auf irgendwelche blöde Apps auf unserem Display, eingehende Messages oder gar den jeweils laufenden Musikmix. Oder (um das das zur Spitze zu treiben) gar auf unseren Herzschlag. oder momentanen Kalorienverbrauch.
Wir haben uns einfach auf das Wesentliche konzentriert: Selbst gut durch den Verkehr zu kommen und dabei niemanden sonst zu verletzen. Sehr einfach, naheliegend und vernünftig.
Klar haben wir immer schon kurz während der Fahrt mit jemand telefoniert, der uns anrief. Standardantwort: "Ja, ich fahre gerade, rufe dich später zurück". So einfach. Oder wir haben unseren Meeting-Partner kurz angerufen, um ihm zu sagen, dass wir im Stau stehen und zu spät kommen. Mehr als das aber nicht, weil wir uns ja schließlich auf den Verkehr zu konzentrieren hatten.
Niemals wären wir auf die Idee gekommen, während der Fahrt mit unserem Auto wegen seines momentanen Energieverbrauchs oder gar der momentanen Musikmischung zu reden. Das sind ja vollkommen uninteressante Themen. Überhaupt wäre es uns niemals in den Sinn gekommen, mit irgendeiner Maschine irgendwas zu reden. Weil die immer dümmer als Bohnenstroh waren. Das ist inzwischen natürlich outdated. Es wird so langsam schick, was mit Maschinen zu reden. Ich gebe zu, alle meine bisherigen Erfahrungen damit waren enttäuschend, sind aber nicht aktuell. Vielleicht verstehen Siri und Konsorten inzwischen ja tatsächlicih, wenn ich sage: "Hey, mir gehts Scheiße, ich habe die ganze Nacht vor Angst vor dem Meeting in zwei Stunden nicht geschlafen. Meine Thesen sind nicht überzeugend. Was mach ich jetzt?" Jedem menschlichen Beifahrer wird bei 200 auf der Autobahn was tröstendes, aufbauendes dazu einfallen. Aber Siri oder meinem Auto? Ganz bestimmt nicht. Wozu sollte ich also mit meinem Auto reden?
"Siri, wo ist die günstigste Tankstelle in der Nähe" wäre zum Beispiel eine Anwendung
Ja, klar, aber das Beispiel ist natürlich sehr einfach. Früher war mir vollkommen wurscht, was Benzin kostet und habe einfach immer getankt kurz bevor das Benzin aus war. Völlig unabhängig vom Preis. Inzwischen habe ich eine App, die mich alle paar Wochen oder Tage zu einer billigen Tankstelle führen könnte. Meistens ist mir das wurscht, weil mich Pfennigbeträge nicht interessieren.
Und was genau hat das jetzt mit Siri zu tun? Mein Argument war, dass man sich bislang mit Maschinen nicht vernünftig unterhalten kann. Was ohne Zweifel richtig ist..Dein Argument scheint zu sein, dass man diesen Maschinen sehr wohl volkommen triviale Fragen von der Art "Tankstelle" stellen kann, die man eigentlich gar nicht hat.
Und worin besteht jetzt der Fortschrittt? Siri und Konsorten aller Art sind m.E. nutzlos, weil sie zwar ein paar nicht-existente Probleme von der Art "Tankstelle" via Sprache lösen könnten, falls das jemand wollte. Diese Art Probleme hat aber längst niemand mehr. Tatsächlich können sie gar kein Problem lösen. (Abgesehen von Spezialproblemen wie Minensuchern oder Behinderten natürlich).
Klar, im Zusammenhang mit Wearables wird Sprach-Ein/Ausgabe extrem wichtig. Weil es auf Grund des Formfaktors ja gar keine andere vernünftige Möglichkeit gibt. Bin schwer gespannt, wie man in Zukunft mit den Dingern interagieren wird. Den linken Arn an den Mund halten und Dinge wie "Show Emal" sagen, wäre ja wohl extrem albern. Oder sich die Watch ans Ohr halten, um sich Messages vorlesen zu lassen. Das kann es ja nicht sein. Die Frage ist, was dann?
"Wo bin ich hier - im Komödienstadl?"
Nun mach dich mal nicht ein.
Versuche lieber - idealerweise besser als ich - zu erklären, wie die Welt in Zukunft funktionieren wird,
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