Immerhin bietet die IW Bank (= italienische Bank) 3% Tagesgeldzinsen und 4% für eine Festgeldanlage von nur 1 (!) Jahr Laufzeit.
Andere italienische Institute bieten sogar noch bessere Konditionen.
Und bei den Spaniern finde ich (inzwischen) ähnliche Angebote.
Wenn das auf dem gegenwärtigen Niveau von Tages- und Festgeld in Kerneuropa nicht nach Panik in der Peripherie riecht, dann weiß ich es auch nicht besser.
Stützt in meinen Augen zumindest die These von No Panic nach dem einfallenden Kartenhaus.
2009 haben sich diverse Institute ebenfalls mit Tages- und Festgeldangeboten förmlich überboten.
Was danach folgte, ist allgemein bekannt.
Und wenn jetzt die Peripherie mit solchen Angeboten anfängt, na dann Prost Mahlzeit.
Zeugt zumindest nicht von Souveränität.
Also ich selber bin auch wirklich nicht sehr optimistisch im Momement. Aus der Richtung kam meine Kritik nicht. Ich bin nur einfach diese krassen Vereinfachungen leid (#2117), da sie per se zu nichts führen können.
So wie ich das verstehe (muss auch nicht stimmen und viel ist aus dem Economist abgeleitet, der hat das glaube ich schon vor fast 2 Jahren so beschrieben), hat Griechenland krasse strukturelle und politische Probleme vor allem aber ist und war es einfach richtig pleite (im Sinne von hoffnungslos überschuldet). Und das sind Spanien (vor allem Spanien), Italien und Portugal nun mal nicht, oder sollten es zumendest nicht sein. Selbstverständlich haben die Länder ihren eigenen Probleme wie Immobilienblase, Reformbedarf, Berlusconi-Folgen, hohe Staatsverschuldung usw, diese sollten aber eigentlich lösbar sein.
Ich versteh aber schon, Pleite ist man auch, wenn kein Vertrauen da ist und man kein Geld mehr bekommt, dann nützt auch die geringe Verschuldung nichts und da kommt man dem Problem sicher näher.
Eigentlich ist es aber doch eine politisch- demokratische Krise. Die momentanen Regierungen können den Euro nicht fallen lassen, dass muss man sich einfach bewusst machen. Das ist mit deren Selbstverständniss absolut unvereinbar. Man kann den Euroaustieg also für richtig halten und fordern, sollte sich aber klar sein, dass das im Moment politisch absolut unrealistisch ist. Gleichzeitig haben weder die EU noch die Regierungen die demokratische Legitimation (oder den Wunsch) die notwendigen Schritte für einen stabileren Euro und EU Wirtschaftsraum einzuleiten (eine Mischung aus Haushaltskonsolidierungen, Reformdruck, Eurobonds in irgendeiner Form, stärkere Integration, ...).
Da sehe ich keinen Ausweg. Ich denke, dass teilweise weiter gewurschtelt wird, einige Maßnahmen werden sicher ohne echte demokratische Mehrheiten eingeführt und damit alles für eine nächste, vielleicht diesmal noch ausgeprägter politische, Krise vorbereitet (und dann werden die die ausgangs kritisierten Vereinfachung doppelt zurück kommen).
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