Anthrax verseucht Börsestimmung kaum
Nur wenige Wochen nach den Attentaten auf das World Trade Center haben die internationalen Börsen großteils wieder jenes Niveau erreicht, das sie vor den Anschlägen hatten. „Sie haben sich von ihrem Tief relativ schnell erholt“, bringt Börsenspezialistin Monika Rosen von der Bank Austria die jüngste Entwicklung auf einen Nenner. Für die Expertin „bemerkenswert“ war die „ruhige Reaktion“ der Märkte auf die Milzbrand-Attacken in den USA. „Ich hätte mir gedacht, dass die Kurse fallen werden.“ Denn während sich die Militäroperation in Afghanistan weit weg abspielt und auch auf den Ölpreis keine Auswirkung hat, sind die Anthrax-Erreger direkt in den Finanzzentren aufgetaucht.
G. Artner (Erste Bank): „Anthrax trifft Unternehmen nicht.“
„Anthrax wird überraschenderweise vom Markt richtig gesehen, da es nicht die Unternehmen trifft“, stimmt RZB-Analyst Kurt Schappelwein überein. Dass die Kurse nun wieder steigen, sei vor allem auf die positive Erwartungshaltung der Anleger zurückzuführen, die von einem Wirtschaftswachstum Mitte nächsten Jahres ausgehen. „Zwar ist noch mit Einbrüchen zwischen 10 und 15 Prozent zu rechnen, aber die Zeichen stehen auf Erholung.“
Für Erste-Bank-Aktienanalyst Günther Artner werden einige Quartalszahlen negative Auswirkungen der aktuellen Lage zeigen. „Sie können aber den Markt nicht überraschen.“
Wie schon bisher antizipieren die Börsen auch in diesem Fall die Entwicklung der Unternehmen und der Volkswirtschaften ein halbes Jahr voraus, sind sich die Experten einig. „Jedoch müssen die Unternehmensdaten im nächsten Jahr auch wirklich anziehen, um die positive Stimmung zu halten“, meint Rosen.
M. Rosen (Bank Austria): "Langfristig sind IT-Werte wieder ein Thema.“
Thomas Steinemann, Chefstratege der Schweizer Vontobel-Bank-Gruppe, erwartet ebenfalls keinen nachhaltigen Durchhänger. Er geht davon aus, dass es zu keiner militärischen Eskalation kommt und dass sich die Wirtschaft nach einer kurzen Rezession Mitte 2002 stabilisieren wird.
Steinemann kann aber auch mit einem pessimistischen Szenario aufwarten. „Kommt es zu einer militärischen Eskalation und in Folge zu einer globalen Rezession, wird sich die Konjunktur erst 2003 erholen.“ Eine Situation wie in den dreißiger Jahren wäre die Folge. Ein solches Worst-Case-Szenario wird aber von keinem der Börsenspezialisten mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartet.
Der Analyst rät privaten Anlegern zu Investitionen in IT-Werte. In Frage kommen aber nur ausgewählte Unternehmen wie Microsoft oder Bellsouth. Auch Artner empfiehlt, nicht mehr in defensive Werte, sondern in „derzeit relativ billige“ IT- oder Telekom-Aktien zu investieren. Bei defensiven Werten neigen die Experten übereinstimmend zu Energie- und Pharmatiteln.
Nur wenige Wochen nach den Attentaten auf das World Trade Center haben die internationalen Börsen großteils wieder jenes Niveau erreicht, das sie vor den Anschlägen hatten. „Sie haben sich von ihrem Tief relativ schnell erholt“, bringt Börsenspezialistin Monika Rosen von der Bank Austria die jüngste Entwicklung auf einen Nenner. Für die Expertin „bemerkenswert“ war die „ruhige Reaktion“ der Märkte auf die Milzbrand-Attacken in den USA. „Ich hätte mir gedacht, dass die Kurse fallen werden.“ Denn während sich die Militäroperation in Afghanistan weit weg abspielt und auch auf den Ölpreis keine Auswirkung hat, sind die Anthrax-Erreger direkt in den Finanzzentren aufgetaucht.
G. Artner (Erste Bank): „Anthrax trifft Unternehmen nicht.“
„Anthrax wird überraschenderweise vom Markt richtig gesehen, da es nicht die Unternehmen trifft“, stimmt RZB-Analyst Kurt Schappelwein überein. Dass die Kurse nun wieder steigen, sei vor allem auf die positive Erwartungshaltung der Anleger zurückzuführen, die von einem Wirtschaftswachstum Mitte nächsten Jahres ausgehen. „Zwar ist noch mit Einbrüchen zwischen 10 und 15 Prozent zu rechnen, aber die Zeichen stehen auf Erholung.“
Für Erste-Bank-Aktienanalyst Günther Artner werden einige Quartalszahlen negative Auswirkungen der aktuellen Lage zeigen. „Sie können aber den Markt nicht überraschen.“
Wie schon bisher antizipieren die Börsen auch in diesem Fall die Entwicklung der Unternehmen und der Volkswirtschaften ein halbes Jahr voraus, sind sich die Experten einig. „Jedoch müssen die Unternehmensdaten im nächsten Jahr auch wirklich anziehen, um die positive Stimmung zu halten“, meint Rosen.
M. Rosen (Bank Austria): "Langfristig sind IT-Werte wieder ein Thema.“
Thomas Steinemann, Chefstratege der Schweizer Vontobel-Bank-Gruppe, erwartet ebenfalls keinen nachhaltigen Durchhänger. Er geht davon aus, dass es zu keiner militärischen Eskalation kommt und dass sich die Wirtschaft nach einer kurzen Rezession Mitte 2002 stabilisieren wird.
Steinemann kann aber auch mit einem pessimistischen Szenario aufwarten. „Kommt es zu einer militärischen Eskalation und in Folge zu einer globalen Rezession, wird sich die Konjunktur erst 2003 erholen.“ Eine Situation wie in den dreißiger Jahren wäre die Folge. Ein solches Worst-Case-Szenario wird aber von keinem der Börsenspezialisten mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartet.
Der Analyst rät privaten Anlegern zu Investitionen in IT-Werte. In Frage kommen aber nur ausgewählte Unternehmen wie Microsoft oder Bellsouth. Auch Artner empfiehlt, nicht mehr in defensive Werte, sondern in „derzeit relativ billige“ IT- oder Telekom-Aktien zu investieren. Bei defensiven Werten neigen die Experten übereinstimmend zu Energie- und Pharmatiteln.