Anleihe von Maharishi bietet Traumzinsen


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Anleihe von Maharishi bietet Traumzinsen

 
18.01.06 08:25
Anleihe von Maharishi bietet Traumzinsen 2338381
Einst Beatles-Guru: Maharishi Mahesh Yogi
Hochzinsanleihen
Einfach transzendental: Anleihe von Maharishi bietet „Traumzinsen”
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17. Januar 2006 Die Leute, die den Beatles transzendentale Meditation nahegebracht haben, bieten nun etwas an, das die Investmentchance des Lebens sein könnte - oder ein Anlaß zur Ernüchterung. Die Stiftung Maharishi Global Financing vermarktet die „World Peace Bonds for Poverty Removal” (Weltfriedenspapiere zur Beseitigung der Armut in der Welt).
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Die Anleihe kommt auf ein Volumen von zehn Billionen Dollar, das ist mehr als das Bruttoinlandsprodukt des Euroraums. Die dreijährige Anleihe, die in Dollar und Euro erhältlich aufgelegt wird, ist mit einer Verzinsung von bis zu 15 Prozent pro Jahr ausgestattet. Das ist doppelt so viel wie entsprechende Uruguay-Anleihen bieten. Zum Vergleich: Dreijährige amerikanische Staatsanleihen haben eine Verzinsung von 4,3 Prozent, deutsche Bundesanleihen von 2,9 Prozent.

Zu schön, um wahr zu sein!?

„Ein Zinssatz von zehn bis 15 Prozent ist fast unmöglich zu garantieren. Auch das Volumen von zehn Billionen Dollar erscheint unmöglich”, sagte Werner van Bastelaar, Sprecher der niederländischen Wertpapieraufsicht AFM in Amsterdam. „Ein Investor, der sein Geld in diese Papiere stecken will, sollte sich wirklich fragen, ob das nicht zu schön ist, um wahr zu sein.

„Was will die Stiftung nun mit dem Geld machen und wo sollen die spektakulären Erträge herkommen? Mit dem Geld sollen zwei Milliarden Hektar „ungenutztes Land mit landwirtschaftlichem Potential in 100 Ländern” entwickelt werden, heißt es in der Anzeige vom 5. Januar in der International Herald Tribune, in der für die Anleihe geworben wird. Das entspricht etwa einem Achtel der Erdoberfläche, ohne Wasser.

Geld verdienen mit Bio-Nutzpflanzen

Ein Anruf bei Benjamin Feldman, der die Stiftung aus dem niederländischen Vlodrop leitet, soll Klarheit bringen, wie diese gigantischen Renditen erzielt werden sollen. „Wir bauen Bio-Nutzpflanzen an, für die eine große und wachsende Nachfrage besteht und die für den Export bestimmt sind”, erläutert Feldman.
Auf die Frage, wie die Landwirtschaft, die von schlechten Ernten, Schädlingen, Unwettern und ähnlichem geplagt wird, ein sicherer Ort für Pensionsgelder sein soll, antwortet er. Das Projekt „umfaßt verschiedene Gebiete eines Landes und verschiedene Länder. Selbst wenn es irgendwo eine Katastrophe gibt, wird sie nicht überall gleichzeitig auftreten.” Außerdem wolle die Stiftung sich gegen Ernteausfälle versichern.

In der gegenwärtigen Niedrigzinsphase sind 15 Prozent schon verlockend. Im Prospekt heißt es: Die Mindestanlage beträgt 50.000 Euro, die mit zehn Prozent pro Jahr verzinst wird, bei Anlagen von 500.000 Euro bis 950.000 Euro gibt es zwölf Prozent und 15 Prozent für die Investoren, die über eine Million in die Papiere stecken. Aber die Zinsen werden nicht jährlich gezahlt, sondern kumuliert. Nach drei Jahren sind dann in der Silber- Klasse aus den 50.000 Euro 65.550 Euro geworden, in der Gold-Klasse aus den 500.000 Euro 702.464 Euro oder in der Diamant- Klasse aus der einen Million Euro 1.520.875 Euro.

Zurückhaltung bei Branchenkennern

Aber ist es möglich mit einem Agrarprojekt mit Bio-Produkten aus einer Million Euro 1,5 Million Euro zu machen? „Das ist unmöglich”, sagt John Austin, der Bio-Shiitake-Pilze für Mull Mushrooms auf der schottischen Insel Isle of Mull anbaut. „Ich würde nicht darauf zählen, daß es überhaupt einen Gewinn abwirft.”

Auf der Suche nach weiteren Informationen über Feldman fördert die Recherche im Internet bei Mahirishi Global Financing eine Biografie von Feldman zutage. Er ist schon eine interessante Person. Feldman wurde in Mexiko geboren und lehrt seit 1973 transzendentale Meditation. Im Jahr 2000 wurde er Finanzminister des so genannten Global Country of World Peace. 2002 führte sein Institut eine eigene Währung ein, den Raam, der in Roermond in den Niederlanden und in Maharishi Vedic City in Iowa Verwendung findet.

Van Bastelaar von der niederländischen Finanzaufsicht erklärt, seine Behörde wäre zwar durch die Anzeige aufmerksam geworden. Aber Wertpapiere mit einer Mindestanlage von 50.000 Euro seien von vielen Vorschriften des niederländischen Rechts, das Witwen und Waisen schützen soll, ausgenommen. „Bei 50.000 Euro können wir nichts machen”, erklärt er. Allerdings werde die Aufsichtsbehörde das Ergebnis der Emission verfolgen, erläutert er.

Wie läuft die Emission denn? „Wir haben bereits Anlagezusagen von mehreren Hundert Millionen Dollar erhalten”, berichtet Feldman. Er wollte jedoch die Namen der Investoren nicht preisgeben. Daher sollte man sich vielleicht der Meinung von van Bastellar anschließen. Eine Rendite von 15 Prozent über drei Jahre ist einfach zu schön um wahr zu sein. Also weiter Lotto spielen.


Text: Bloomberg
Bildmaterial: picture-alliance / dpa
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