Für die Halter der Anleihe ist die Partie noch offen:
1. Nicht gänzlich auszuschließen ist eine Rettung von Praktiker sprichwörtlich in letzter Minute. In diesem Fall ist zwar auch mit einem haircut zu rechnen, aber die recovery rate sollte beachtlich sein.
2. Im Falle einer Zerschlagung von Praktiker wird es juristisch spannend. Auch in diesem Fall dürften die Halter der Anleihe wohl nicht gänzlich leer ausgehen, aber die recovery rate wäre wohl geringer. Problematisch ist insbesondere die Frage, was überhaupt in die Insolvenzmasse fällt. Die Herausnahme der Filetstücke aus Praktiker und die Übertragung auf Max Bahr mit gleichzeitiger Verwendung als Besicherung für privilegierte Gläubiger (insbesondere Banken), so wie dies in letzter Zeit geschehen ist, wird dann wohl einer genauen Überprüfung zu unterziehen sein.
3. Sollten die Gläubiger der unbesicherten Anleihe (wieder einmal) leer (oder annähernd leer) ausgehen, dann muss man sich fragen, wer überhaupt noch deutsche Mittelstandsanleihen kaufen soll. Dann sind diese Anleihen nicht mehr als Massengeldnichtungsinstrumente für den Mittelstand.
Mir liegt immer noch der Pfleiderer-Fall auf der Seele. Wie es dort zugegangen ist - ohne dass irgendjemand eingegriffen hätte - lässt sich unter den einschlägigen threads nachlesen, siehe bspw.:
http://www.ariva.de/forum/Pfleiderer-Wandelanleihe-wertlos-469241