Angriff der digitalen Schauspieler
Der weltweit erste „fotorealistische“ Digital-Spielfilm bringt den Hollywoodstars das Fürchten bei. Der Science-Fiction-Streifen „Final Fantasy – Die Macht in Dir“ löste schon vor seiner US-Premiere am Mittwoch heftige Debatten über die Zukunft des Kinos und des Schauspielerberufs aus. Alle Figuren des Films sind vollständig am Computer erzeugt und erscheinen lebensecht.
Die virtuelle Heldin, die schöne Dr. Aki Ross, wirkt wie ein Mensch aus Fleisch und Blut. Geradezu „unheimlich“ fanden US-Kritiker die Blickkontakte mit ihr und den anderen „Darstellern“, die im Gegensatz zu den meisten sonstigen Trickfiguren den Eindruck von echter Intelligenz vermittelten. „Die Augen sind das wichtigste“, sagte Regisseur Andy Jones. „Wir haben darauf geachtet, dass sie sich so bewegen, als würden die Charaktere selbst denken und eigene Gefühle haben.“
Superstar mit Zukunftsangst
„Ich bin sehr beunruhigt,“ sagte der zweifache Oscar-Preisträger Tom Hanks. Computer-Experten weisen zwar darauf hin, dass es noch viele Jahrzehnte dauern werde, bis Produzenten auf Superstars weitgehend verzichten könnten. Doch so manchem treibt die Vorstellung den Angstschweiß auf die Stirn. Nachdem das Gesicht, der Körper und charakteristische Bewegungen eines Menschen dreidimensional eingescannt sind, können Hochleistungscomputer ihn auf der Leinwand lebensecht agieren lassen. „Das kommt auf uns zu,“ warnte Hanks. „Und ich weiß nicht, was wir dagegen unternehmen können.“
Ein Witzbold unter den Hollywood-Reportern forderte die Schauspielergewerkschaft SAG auf, sich nun Gedanken über die Eintreibung von Beiträgen unter den digitalen Kollegen zu machen. Er schlug „1000 Megabit pro Monat“ vor.
Für Spielberg ein „Nullthema“
Hollywood-Regisseur Steven Spielberg hält das ganze zwar für ein „Null-Thema“. Doch mit seinem neuen Film „A.I.“, in dem künstlich erzeugte Intelligenz über die menschliche triumphiert, verbreitet er nicht gerade zuversichtliche Botschaften.
Für so manchen Produzenten muss die Vorstellung vom Schauspieler als Cybersklaven verlockend sein: Stars aus Pixeln, die keine Gagen verlangen und nicht zickig sind. In den Filmstudios wird dies natürlich schon thematisiert. Unter der Regie von Andrew Niccol, der die „Truman Show“ drehte, entsteht gerade der Film „Simone“. Al Pacino spielt einen Produzenten, dessen bislang kaum bekannte Hauptdarstellerin alles hinschmeißt. Pacino lässt sie kurzerhand am Computer nach- und in den Filn einbauen. Simone wird zum gefeierten Star, doch die Produzenten haben ein Problem: Wer soll nun die Autogramme geben?
Abnabelung von Hollywood
Die Vorreiter einer Welt mit computergenerierten Filmstars haben sich gar nicht erst in Hollywood niedergelassen. Die hoch bezahlten Informatiker der Filmabteilung der Videospiel-Firma Square Productions tüfteln im sonnigen Pearl Harbor, mitten in der gemütlichen Down Town von Honolulu, an den neuen Kino-Menschen. Dort entstand unter der strengen Kontrolle des Spielerfinders Hironobu Sakaguchi die Kinoversion von „Final Fantasy“.
10.07.01, 10:35 Uhr
(Quelle: dpa)
Der weltweit erste „fotorealistische“ Digital-Spielfilm bringt den Hollywoodstars das Fürchten bei. Der Science-Fiction-Streifen „Final Fantasy – Die Macht in Dir“ löste schon vor seiner US-Premiere am Mittwoch heftige Debatten über die Zukunft des Kinos und des Schauspielerberufs aus. Alle Figuren des Films sind vollständig am Computer erzeugt und erscheinen lebensecht.
Die virtuelle Heldin, die schöne Dr. Aki Ross, wirkt wie ein Mensch aus Fleisch und Blut. Geradezu „unheimlich“ fanden US-Kritiker die Blickkontakte mit ihr und den anderen „Darstellern“, die im Gegensatz zu den meisten sonstigen Trickfiguren den Eindruck von echter Intelligenz vermittelten. „Die Augen sind das wichtigste“, sagte Regisseur Andy Jones. „Wir haben darauf geachtet, dass sie sich so bewegen, als würden die Charaktere selbst denken und eigene Gefühle haben.“
Superstar mit Zukunftsangst
„Ich bin sehr beunruhigt,“ sagte der zweifache Oscar-Preisträger Tom Hanks. Computer-Experten weisen zwar darauf hin, dass es noch viele Jahrzehnte dauern werde, bis Produzenten auf Superstars weitgehend verzichten könnten. Doch so manchem treibt die Vorstellung den Angstschweiß auf die Stirn. Nachdem das Gesicht, der Körper und charakteristische Bewegungen eines Menschen dreidimensional eingescannt sind, können Hochleistungscomputer ihn auf der Leinwand lebensecht agieren lassen. „Das kommt auf uns zu,“ warnte Hanks. „Und ich weiß nicht, was wir dagegen unternehmen können.“
Ein Witzbold unter den Hollywood-Reportern forderte die Schauspielergewerkschaft SAG auf, sich nun Gedanken über die Eintreibung von Beiträgen unter den digitalen Kollegen zu machen. Er schlug „1000 Megabit pro Monat“ vor.
Für Spielberg ein „Nullthema“
Hollywood-Regisseur Steven Spielberg hält das ganze zwar für ein „Null-Thema“. Doch mit seinem neuen Film „A.I.“, in dem künstlich erzeugte Intelligenz über die menschliche triumphiert, verbreitet er nicht gerade zuversichtliche Botschaften.
Für so manchen Produzenten muss die Vorstellung vom Schauspieler als Cybersklaven verlockend sein: Stars aus Pixeln, die keine Gagen verlangen und nicht zickig sind. In den Filmstudios wird dies natürlich schon thematisiert. Unter der Regie von Andrew Niccol, der die „Truman Show“ drehte, entsteht gerade der Film „Simone“. Al Pacino spielt einen Produzenten, dessen bislang kaum bekannte Hauptdarstellerin alles hinschmeißt. Pacino lässt sie kurzerhand am Computer nach- und in den Filn einbauen. Simone wird zum gefeierten Star, doch die Produzenten haben ein Problem: Wer soll nun die Autogramme geben?
Abnabelung von Hollywood
Die Vorreiter einer Welt mit computergenerierten Filmstars haben sich gar nicht erst in Hollywood niedergelassen. Die hoch bezahlten Informatiker der Filmabteilung der Videospiel-Firma Square Productions tüfteln im sonnigen Pearl Harbor, mitten in der gemütlichen Down Town von Honolulu, an den neuen Kino-Menschen. Dort entstand unter der strengen Kontrolle des Spielerfinders Hironobu Sakaguchi die Kinoversion von „Final Fantasy“.
10.07.01, 10:35 Uhr
(Quelle: dpa)