An unsere Sozialromantiker


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kalle4712:

An unsere Sozialromantiker

 
13.10.02 12:37
In vielen Threads "fetzen" sich die Arivaner regelmäßig. Häufig geht es dabei um das Sozialsystem in Deutschland und um die Solidarität, die seitens der Gesellschaft und der Politik immer wieder gefordert wird.

Dabei werden regelmäßig diejenigen mit Worten regelrecht massakriert, die die Solidarität zwar bejahen, ihr aber nicht grundsätzlich zustimmen wollen/können, sondern AUCH den Leistungsgedanken stärker gewichten wollen.

Ich selbst bin für Hilfe zur Selbsthilfe. Diejenigen, die diese Unterstützung/Solidarität nicht zur Selbsthilfe nutzen, dürfen m.E. nicht auf Dauer auf hohem Niveau unterstützt werden. Denn dies würde unser System auf Dauer kaputtmachen, so dass selbst diese Hilfe zur Selbsthilfe dann von der Gesellschaft nicht mehr finanzierbar sein wird.

Leider bin ich einer derjenigen, der - trotz Entgegenkommens gegenüber den "totalen" Solidaristen - immer wieder angefeindet wird. Daher habe ich mir vorgenommen, mich zukünftig an diesen Diskussionen deutlich weniger zu beteiligen. Ein paar Gedanken, die ich bereits in einem anderen Thread einmal ähnlich geäußert habe, möchte ich aber an dieser Stelle quasi final nochmal vorbringen, da sie meine Grundeinstellung ziemlich gut treffen und - wie ich meine - auch einige Missverständnisse beseitigen können.

Also:
Ich arbeite hart, bin aber trotzdem für das Solidaritätsprinzip. Aber ich erwarte, dass ich mich in dem System wiederfinde, also dass mein hartes Arbeiten sich für mich auszahlt. Mit anderen Worten: Ich möchte (trotz Solidarität mit Schwächeren) meine PERSÖNLICHEN Ziele erreichen und nicht die Ziele anderer Leute.

Nochmal: Ich akzeptiere durchaus, dass ich die weniger Leistungsfähigen mit unterstützen muss. Aber wütend werde ich, wenn die Leistungsfähigen (und WILLIGEN!) in unangemessen hoher Weise zur Solidarität herangezogen werden, so dass sie ihre persönlichen Ziele trotz Rackerei kaum noch erreichen können. DARUM GEHT ES MIR! Das System darf nicht von ZU vielen Faulenzern und Drückebergern ausgenutzt werden - denn wenn Leistung sich nicht mehr lohnt, dann kann unser System nicht auf Dauer funktionieren. Es geht dabei nicht um einzelne Belastungen, sondern darum, dass die Politik auf die Summe der Belastungen immer wieder was drauf setzen will, ohne die bereits existierenden Solidaritätsleistungen mit in die Überlegungen einzubeziehen.

Was mich also insgesamt stört: Solidarität wird immer von denjenigen eingefordert, die BRUTTO viel verdienen. Es wird dabei außer acht gelassen, welche Solidarität sie bereits erbringen. Im Prinzip könnte man ihnen 100% Steuern und Abgaben aufhalsen und trotzdem weitere Solidarität von ihnen einfordern, weil sie ja so gut verdienen.

Noch ein Gedanke: Diejenigen, die dem angeblichen solidarischen System bei den Rücken stärken, sind nach meiner Erfahrung Leute, die noch nicht voll im Berufsleben stehen und daher Theoretiker sind (z.B. Studenten). Viele meiner ehemaligen Studienkollegen waren im Studium auch auf diesem (m.E. kommunistischen) Trip. Seit sie aber ihren Lebensunterhalt voll selbst verdienen und die vollen Steuern und Abgaben entrichten und z.T. eine Familie ernähren müssen, hat sich dies geändert: Nun sind sie das extreme Gegenteil und entsprechend auch noch egoistischer als viele andere. Ist zwar komisch, wundert mich aber nicht. Denn unsere Gesellschaft scheint auf dem Weg in den Kommunismus zu sein - offiziell wird der Gemeinsinn/die Solidarität gelebt, in Wirklichkeit aber wird die Gesellschaft/werden die Menschen aber immer egoistischer, und das Klima wird kälter.

Kohl hatte übrigens recht: Eine reine Freizeitgesellschaft kann nicht funktionieren. Und darum warum auch alle so erbost, als er vor einer kollektiven Spaßgesellschaft warnte: Er hat erkannt, auf welchem Trip die Gesellschaft bereits damals war - er hat davor gewarnt, und man hat es ihm übelgenommen, dass er die Wahrheit ausgesprochen hat.

Ich befürchte, dass das dicke Ende in Deutschland erst noch kommen wird.

Gruß an alle
Kalle

P.S.: Man sollte in die Sozialdebatten mal die vorhandene Freizeit als Wert mit einbringen. Und dann sind viele angeblich Arme plötzlich sehr reich. Denn in sachen materieller Grundbedürfnisse ist man in Deutschland sozial abgesichert. Die privaten Gestaltungsmöglichkeiten, die durch freie Zeit entstehen, haben vor allem aber die Leute, die nicht arbeiten gehen: Sie können ihr Leben viel flexibler gestalten.
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vega2000:

Hä ?

 
13.10.02 12:49
Ehrlich gesagt verstehe ich nicht was du uns mit deinem Beitrag sagen willst ! Ich gebe dir aber einen Tipp: Such dir mal einen anderen Steuerberater, dann klappt es auch mit der Steuerbelastung.
An unsere Sozialromantiker 814781
Antworten
hjw2:

kalle, kein problem

 
13.10.02 13:00

"........P.S.: Man sollte in die Sozialdebatten mal die vorhandene Freizeit als Wert mit einbringen. Und dann sind viele angeblich Arme plötzlich sehr reich. Denn in sachen materieller Grundbedürfnisse ist man in Deutschland sozial abgesichert. Die privaten Gestaltungsmöglichkeiten, die durch freie Zeit entstehen, haben vor allem aber die Leute, die nicht arbeiten gehen: Sie können ihr Leben viel flexibler gestalten."

nichts hindert dich daran
reich zu sein.......

schmeiss deinen job und beziehe stütze.

mfg
hjw
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