Stand der Dinge:
Babcock-Krisengipfel
Noch keine Lösung
Ohne Ergebnis ist das Krisengespräch zur Rettung des angeschlagenen Maschinenbaukonzerns Babcock Borsig in der Düsseldorfer Staatskanzlei am Mittwoch kurz vor Mitternacht zu Ende gegangen. "Das Unternehmen hängt am seidenen Faden", sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) nach dem Ende der Beratungen. Trotz Bürgschafts-Zusagen des Bundes und des Landes hätten die Banken offenbar zu wenig Vertrauen in eine mögliche Sanierung.
Damit lief die letzte Frist für das Unternehmen ab, eine Einigung mit den Gläubigerbanken zu finden. Im Falle eines Scheiterns droht die Insolvenz. Im Falle eines Erfolgs wartet ein Schuldenberg.
Der Anlagenbauer benötigt kurzfristig 200 Mio. Euro, um Rechnungen zu begleichen und die Juni-Gehälter der rund 22.000 Mitarbeiter zu zahlen, Die Frist dafür endet am heutigen Mittwoch. Am Dienstag hat der Nordrhein-Westfälische Ministerpräsident Wolfgang Clement den rund 1.500 Mitarbeitern die Hilfe der Landesregierung zur Rettung des Konzerns zugesagt. Das Land habe bereits 35 Mio. Euro bereitgestellt. Weitere Maßnahmen hingen jedoch davon ab, dass sich die Banken auf einen Sanierungsplan einigten.
Damit könnte erneut der Staat wie schon bei der vorläufigen Holzmannrettung einem Unternehmen unter die Arme greifen. Clement schloss sich jedoch den Mitarbeitern und Gewerkschaftsvertretern an und warf dem Babcock-Management Versagen vor. "Das Management hat schwere und schwerste Fehler begangen", so Clement.
Mangelhafte Möglichkeiten?
Eine Zustimmung der Banken zu einem Sanierungsplan scheint vielen Beobachtern fast unwahrscheinlich. Neben dem Lohnverzicht will der Konzern insbesondere durch den Verkauf von Unternehmensteilen und Entlassungen an liquide Mittel kommen um den kurzfristigen Verbindlichkeiten nachzukommen. Damit wäre aber nur ein erster Schritt getan. Auch ein hoher Schuldenstand belastet das Unternehmen.
Zuvor hatten die Arbeitnehmer versucht, mit einem Beitrag von 50 Mio. Euro eine Rettung des Unternehmens zu unterstützen. Eine entsprechende Vereinbarung sei allerdings hinfällig, sollte das Unternehmen einen Insolvenzantrag stellen müssen. Der Betrag soll durch eine unbezahlte Verringerung der Wochenarbeitszeit auf 34 Stunden sowie den Verzicht auf Tariferhöhungen bis Ende 2003 erbracht werde. Die Banken hatten die Einsparungen in besagter Höhe zur Bedingung für Hilfestellungen ihrerseits gemacht.
Als Hoffnungsschimmer am Horizont gilt seit Dienstagabend der Verkauf des US-Geschäfts, dessen Aktivitäten in der Babcock Borsig Capital Holding gebündelt sind. Interessent ist nach Informationen der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung " aus Bankenkreisen Dauergesprächspartner One Equity Partner (OEP). Zudem berichtet der "Platow-Brief" ohne Angabe von Quellen, Babcock lägen Kaufangebote in Höhe von 350 Mio. Euro vor. Nach Abzug der Verpflichtungen der Holding gegenüber der Muttergesellschaft könnten davon angeblich 200 Mio. Euro in den Kassen von Babcock verbleiben.
Eine weitere heiß diskutierte Option zum Schuldenabbau ist der Verkauf der restlichen 25 Prozent plus eine Aktie an der lukrativen Howaldt-Werft (HDW). Dem stehen aber wiederum Bedenken der Bundesregierung gegenüber. Ein zusätzlicher Belastungsfaktor, ein Votum der Babcock-Aktionäre im August gegen den Verkauf der HDW, scheint seit Dienstag aus dem Weg geräumt zu sein. Babcock muss seine Aktionäre laut Gerichtsbeschluss nicht um ihre Zustimung zum Verkauf bitten.
aus n-tv online
Babcock-Krisengipfel
Noch keine Lösung
Ohne Ergebnis ist das Krisengespräch zur Rettung des angeschlagenen Maschinenbaukonzerns Babcock Borsig in der Düsseldorfer Staatskanzlei am Mittwoch kurz vor Mitternacht zu Ende gegangen. "Das Unternehmen hängt am seidenen Faden", sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) nach dem Ende der Beratungen. Trotz Bürgschafts-Zusagen des Bundes und des Landes hätten die Banken offenbar zu wenig Vertrauen in eine mögliche Sanierung.
Damit lief die letzte Frist für das Unternehmen ab, eine Einigung mit den Gläubigerbanken zu finden. Im Falle eines Scheiterns droht die Insolvenz. Im Falle eines Erfolgs wartet ein Schuldenberg.
Der Anlagenbauer benötigt kurzfristig 200 Mio. Euro, um Rechnungen zu begleichen und die Juni-Gehälter der rund 22.000 Mitarbeiter zu zahlen, Die Frist dafür endet am heutigen Mittwoch. Am Dienstag hat der Nordrhein-Westfälische Ministerpräsident Wolfgang Clement den rund 1.500 Mitarbeitern die Hilfe der Landesregierung zur Rettung des Konzerns zugesagt. Das Land habe bereits 35 Mio. Euro bereitgestellt. Weitere Maßnahmen hingen jedoch davon ab, dass sich die Banken auf einen Sanierungsplan einigten.
Damit könnte erneut der Staat wie schon bei der vorläufigen Holzmannrettung einem Unternehmen unter die Arme greifen. Clement schloss sich jedoch den Mitarbeitern und Gewerkschaftsvertretern an und warf dem Babcock-Management Versagen vor. "Das Management hat schwere und schwerste Fehler begangen", so Clement.
Mangelhafte Möglichkeiten?
Eine Zustimmung der Banken zu einem Sanierungsplan scheint vielen Beobachtern fast unwahrscheinlich. Neben dem Lohnverzicht will der Konzern insbesondere durch den Verkauf von Unternehmensteilen und Entlassungen an liquide Mittel kommen um den kurzfristigen Verbindlichkeiten nachzukommen. Damit wäre aber nur ein erster Schritt getan. Auch ein hoher Schuldenstand belastet das Unternehmen.
Zuvor hatten die Arbeitnehmer versucht, mit einem Beitrag von 50 Mio. Euro eine Rettung des Unternehmens zu unterstützen. Eine entsprechende Vereinbarung sei allerdings hinfällig, sollte das Unternehmen einen Insolvenzantrag stellen müssen. Der Betrag soll durch eine unbezahlte Verringerung der Wochenarbeitszeit auf 34 Stunden sowie den Verzicht auf Tariferhöhungen bis Ende 2003 erbracht werde. Die Banken hatten die Einsparungen in besagter Höhe zur Bedingung für Hilfestellungen ihrerseits gemacht.
Als Hoffnungsschimmer am Horizont gilt seit Dienstagabend der Verkauf des US-Geschäfts, dessen Aktivitäten in der Babcock Borsig Capital Holding gebündelt sind. Interessent ist nach Informationen der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung " aus Bankenkreisen Dauergesprächspartner One Equity Partner (OEP). Zudem berichtet der "Platow-Brief" ohne Angabe von Quellen, Babcock lägen Kaufangebote in Höhe von 350 Mio. Euro vor. Nach Abzug der Verpflichtungen der Holding gegenüber der Muttergesellschaft könnten davon angeblich 200 Mio. Euro in den Kassen von Babcock verbleiben.
Eine weitere heiß diskutierte Option zum Schuldenabbau ist der Verkauf der restlichen 25 Prozent plus eine Aktie an der lukrativen Howaldt-Werft (HDW). Dem stehen aber wiederum Bedenken der Bundesregierung gegenüber. Ein zusätzlicher Belastungsfaktor, ein Votum der Babcock-Aktionäre im August gegen den Verkauf der HDW, scheint seit Dienstag aus dem Weg geräumt zu sein. Babcock muss seine Aktionäre laut Gerichtsbeschluss nicht um ihre Zustimung zum Verkauf bitten.
aus n-tv online