Zu spät, zu teuer? Qualcomm wagt den KI-Einstieg gegen Nvidia, AMD und Broadcom

Julian Schick Julian Schick
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Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.

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Das Qualcomm-Stadion in San Diego, USA.
© wellesenterprises / iStock Editorial / Getty Images Plus / Getty Images
Qualcomms Aktie preist bereits KI-Milliarden ein, die der Konzern noch gar nicht verdient hat. Auf dem Kapitalmarkttag am Mittwoch muss das Unternehmen erklären, wie es diesen Vorsprung aufholen will.
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Zehn Milliarden Dollar (Dollarkurs) – so viel Umsatz mit Rechenzentrum-KI schreibt der Markt Qualcomm bereits in den Büchern, bevor das Unternehmen auch nur einen Dollar davon verdient hat. Zu diesem Schluss kommt die Bank of America in ihrer Vorschau auf den Investor Day des Chipkonzerns am Mittwoch. Doch die Analysten mahnen: Was der Kurs einpreist, übersteigt das, was Qualcomm realistischerweise liefern kann.

Der Chiphersteller aus San Diego will bei der Veranstaltung erstmals detailliert darlegen, wie er sich im boomenden Markt für KI-Beschleuniger positioniert. Der Plan dahinter ist klar: Qualcomm soll bis zum Ende des Jahrzehnts mehr als die Hälfte seiner Erlöse außerhalb des Smartphone-Markts erzielen, nämlich in Rechenzentren, der Automobilindustrie und sogenanntem Edge-AI.

Konkret erwartet die Bank of America Aussagen zu einem laufenden Vertrag mit dem saudischen KI-Vorhaben HUMAIN über 200 Megawatt Rechenkapazität sowie Details zu einem bereits angekündigten, aber noch namentlich unbekannten Hyperscaler-Kunden. Darüber hinaus dürfte Qualcomm seinen Dragonfly-Chippfad vorstellen, mit den KI-Beschleunigern AI200 für 2026 und AI250 für 2027.

Die Analysten bezeichnen Qualcomm dabei offen als Nachzügler: Das Unternehmen versuche seinen Einstieg in den Rechenzentrumsmarkt, der bereits von schlagkräftigen Schwergewichten besetzt sei. Nvidia, Broadcom, AMD, Marvell, Arm und verbesserte Intel-Chips sowie maßgeschneiderte Lösungen von Amazon und Google machten den Markt zur Gedrängeschlacht. Die Bank of America hält an ihrer Verkaufsempfehlung fest, begründet mit dem hohen Ausführungsrisiko in diesem Umfeld. Gleichzeitig hob sie das Kursziel von 165 auf 195 US-Dollar an, da man die Bewertung auf ein späteres Geschäftsjahr verschoben hat.

Werte aus dem Artikel:
Qualcomm Aktie 176,78 € -1,64%

Das eigentliche Problem: Qualcomms Aktie handelt bereits so, als sei der Durchbruch im Rechenzentrumsgeschäft vollbracht. Die Szenarioanalyse der Bank of America zeigt, dass der aktuelle Kurs rund zehn Milliarden Dollar KI-Umsatz im Jahr 2028 bei zwanzigprozentigen Gewinnmargen vorwegnimmt. Intern rechnen die Analysten aber lediglich mit rund 2,5 Milliarden US-Dollar. Selbst im optimistischen Szenario mit den HUMAIN-Aufträgen und weiteren Großkunden sei die Bewertungslücke erheblich.


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