hier ein Bericht, der mir gerade zufällig auf dem Smartphone vorgeschlagen wurde:
Ken Griffin und Citadel – der heimliche Pate der Wall Street geht in Deckung
Die Kursturbulenzen bei Gamestop und Co. haben den Selfmade-Multimilliardär ins Rampenlicht gezerrt. Nun tut der Gründer eines erfolgreichen Hedge-Funds und des berüchtigten Wertpapierhändlers Citadel Securities einmal mehr das, was ihn offensichtlich erfolgreich macht – er zieht angesichts regulatorischer Risiken die Strippen und holt externe Kapitalgeber ins Boot.
220 Central Park South – wer sich nahe New Yorks Milliardärs-Allee für 240 Millionen Dollar das so ziemlich teuerste Penthouse der USA mit phänomenalem Blick aus knapp 300 Metern Höhe auf den Big Apple und seine Parklandschaft leisten kann, hat es geschafft. So wie Ken Griffin. Der Amerikaner scheint es sich leisten zu können, zumal die Immobilie nur eines von vielen prestigeträchtigen Objekten in mehreren Städten ist und zumal der Mann trotz allem finanziell noch flüssig genug ist, um nebenbei teure Kunstwerke zu kaufen oder um mit zig Millionen zu verhindern, dass eine rare Kopie der amerikanischen Verfassung im Rahmen einer Auktion in die Hände der Kryptomafia gerät.
Ken Griffin schwimmt also offensichtlich nicht nur im Geld, sondern er scheint auch ein ziemlich patriotischer Landsmann mit beachtlichem wirtschafts- und finanzpolitischem Einfluss sowie mit erheblichen Eigeninteressen zu sein. Immerhin lässt sich auf diese Weise in Ansätzen erklären, wieso die Aktienkurse an der Wall Street Anfang des Jahres 2020 zunächst massiv fielen, nachdem Griffin während einer Live-Veranstaltung des Economic Club of New York die anwesende Elite des Finanzzentrums vor den wirtschaftlichen Folgen der damals noch schwer einzuschätzenden Corona-Pandemie gewarnt hatte.
Einfluss auf Präsident Donald Trump
Auf der anderen Seite dürften seine Wahlkampfspenden und seine direkten Ratschläge auch dazu beigetragen haben, dass der damalige Präsident Donald Trump in die Spendierhosen stieg und Unmengen Stimulus-Checks breit an die Konsumenten streute. Dieses enorme Hilfsprogramm milderte rasch die konjunkturellen Sorgen unter Investoren und beendete zusammen mit dem ultrabilligen Geld der Zentralbanken die Kurstalfahrt an den Börsen ziemlich schnell. In den darauffolgenden Monaten kam es dann sogar zu einem unheimlichen Rally an den internationalen Finanzmärkten. Ken Griffin scheint mit beidem gerechnet zu haben.
Wer also ist der Mann? Wie ist er zu dem geworden, was er ist? Und wie kommt es, dass er in der Vergangenheit allgemein kaum bekannt war und dass er in den vergangenen Monaten nur kurz in die Schlagzeilen geraten ist - weil er aufgrund der unglaublichen Kurskapriolen bei Meme-Aktien wie Gamestop dem gehypten Billig-Broker Robinhood in einer kritischen Phase zum eigenen Vorteil den Stecker gezogen haben soll? Und welche Rolle spielt er bei den Kursturbulenzen, vor denen in diesen Tagen selbst die Wertpapiere grosser Unternehmen wie Google, Meta oder Amazon nicht verschont werden?
Tatsächlich war der heute 53-Jährige schon immer von den Finanzmärkten und vom Unternehmertum fasziniert. Schon als 11-jähriger Schüler hatte er in einer Arbeit beschrieben, wie er den Aktienmarkt studieren und analysieren wollte. Etwas später im Studium dann überzeugte er sein Umfeld davon, auf dem Studentenwohnheim eine Satellitenschüssel zu installieren, um aktuelle Wertpapier-Kursdaten abrufen zu können. Sobald es so weit war, nutzte er seine zwischenzeitlich angeeigneten mathematischen und programmiertechnischen Fähigkeiten, um systematisch und aggressiv mit Wertpapieren zu handeln.
Ken Griffin und Citadel – der heimliche Pate der Wall Street geht in Deckung
Die Kursturbulenzen bei Gamestop und Co. haben den Selfmade-Multimilliardär ins Rampenlicht gezerrt. Nun tut der Gründer eines erfolgreichen Hedge-Funds und des berüchtigten Wertpapierhändlers Citadel Securities einmal mehr das, was ihn offensichtlich erfolgreich macht – er zieht angesichts regulatorischer Risiken die Strippen und holt externe Kapitalgeber ins Boot.
Christof Leisinger, New York
08.02.2022, 05.30 Uhr
Ken Griffin, der Gründer und Chef von Citadel, spricht während einer Konferenz des Milken Institute in Beverly Hills.
Ken Griffin, der Gründer und Chef von Citadel, spricht während einer Konferenz des Milken Institute in Beverly Hills.
Mike Blake / Reuters
220 Central Park South – wer sich nahe New Yorks Milliardärs-Allee für 240 Millionen Dollar das so ziemlich teuerste Penthouse der USA mit phänomenalem Blick aus knapp 300 Metern Höhe auf den Big Apple und seine Parklandschaft leisten kann, hat es geschafft. So wie Ken Griffin. Der Amerikaner scheint es sich leisten zu können, zumal die Immobilie nur eines von vielen prestigeträchtigen Objekten in mehreren Städten ist und zumal der Mann trotz allem finanziell noch flüssig genug ist, um nebenbei teure Kunstwerke zu kaufen oder um mit zig Millionen zu verhindern, dass eine rare Kopie der amerikanischen Verfassung im Rahmen einer Auktion in die Hände der Kryptomafia gerät.
Ken Griffin schwimmt also offensichtlich nicht nur im Geld, sondern er scheint auch ein ziemlich patriotischer Landsmann mit beachtlichem wirtschafts- und finanzpolitischem Einfluss sowie mit erheblichen Eigeninteressen zu sein. Immerhin lässt sich auf diese Weise in Ansätzen erklären, wieso die Aktienkurse an der Wall Street Anfang des Jahres 2020 zunächst massiv fielen, nachdem Griffin während einer Live-Veranstaltung des Economic Club of New York die anwesende Elite des Finanzzentrums vor den wirtschaftlichen Folgen der damals noch schwer einzuschätzenden Corona-Pandemie gewarnt hatte.
Einfluss auf Präsident Donald Trump
Auf der anderen Seite dürften seine Wahlkampfspenden und seine direkten Ratschläge auch dazu beigetragen haben, dass der damalige Präsident Donald Trump in die Spendierhosen stieg und Unmengen Stimulus-Checks breit an die Konsumenten streute. Dieses enorme Hilfsprogramm milderte rasch die konjunkturellen Sorgen unter Investoren und beendete zusammen mit dem ultrabilligen Geld der Zentralbanken die Kurstalfahrt an den Börsen ziemlich schnell. In den darauffolgenden Monaten kam es dann sogar zu einem unheimlichen Rally an den internationalen Finanzmärkten. Ken Griffin scheint mit beidem gerechnet zu haben.
Wer also ist der Mann? Wie ist er zu dem geworden, was er ist? Und wie kommt es, dass er in der Vergangenheit allgemein kaum bekannt war und dass er in den vergangenen Monaten nur kurz in die Schlagzeilen geraten ist - weil er aufgrund der unglaublichen Kurskapriolen bei Meme-Aktien wie Gamestop dem gehypten Billig-Broker Robinhood in einer kritischen Phase zum eigenen Vorteil den Stecker gezogen haben soll? Und welche Rolle spielt er bei den Kursturbulenzen, vor denen in diesen Tagen selbst die Wertpapiere grosser Unternehmen wie Google, Meta oder Amazon nicht verschont werden?
Tatsächlich war der heute 53-Jährige schon immer von den Finanzmärkten und vom Unternehmertum fasziniert. Schon als 11-jähriger Schüler hatte er in einer Arbeit beschrieben, wie er den Aktienmarkt studieren und analysieren wollte. Etwas später im Studium dann überzeugte er sein Umfeld davon, auf dem Studentenwohnheim eine Satellitenschüssel zu installieren, um aktuelle Wertpapier-Kursdaten abrufen zu können. Sobald es so weit war, nutzte er seine zwischenzeitlich angeeigneten mathematischen und programmiertechnischen Fähigkeiten, um systematisch und aggressiv mit Wertpapieren zu handeln.
Bewährung am Schwarzen Montag
Selbst am Schwarzen Montag des Jahres 1987, als die Kurse an der Wall Street plötzlich abstürzten, war er so erfolgreich, dass er daraufhin einen eigenen Hedge-Fund ins Leben rufen konnte. «Griffin ist im Hedge-Fund-Bereich das, was pickelige Dotcom-Milliardäre in Zeiten der Internet-Bubble waren – der Wunderknabe, der Nerd, der autodidaktische Universalgelehrte oder gar der Elon Musk der Finanzwelt», hiess es in Fachmagazinen wie etwa dem «Institut