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Auszug:
Nicht mehr als ein Marketing-Gag
Doch so faszinierend das Projekt Bitcoin auch sein mag, so sehr ist es zum Scheitern verurteilt. Denn der Blick in die Wirtschaftsgeschichte zeigt auch, dass ein bestimmter Stoff nur dann zu Geld werden kann, wenn sehr viele Menschen ihn als Zahlungsmittel akzeptieren und sein Wert möglichst stabil ist. Damit eine Währung stabil ist, sollte hinter ihr eine Instanz stehen, die ihren Wert garantiert - so wie in der heutigen Finanzwelt die Notenbanken.
All diese Voraussetzungen, die aus einem Zahlencode eine echte Währung machen könnten, sind beim Bitcoin nicht gegeben. Denn der größte Teil des digitalen Geldes befindet sich in der Hand von ein paar Dutzend Händlern, die dadurch binnen kurzer Zeit sehr reich geworden sind, während andere Bitcoin-Spekulanten ihr ganzes Vermögen verloren haben. Einzelne Unternehmen wie der Elektroautohersteller Tesla akzeptieren den Bitcoin zwar als Zahlungsmittel, doch das ist nicht mehr als ein Marketing-Gag. Auch zur Wertaufbewahrung, dem zweiten Zweck jeder Währung, taugt der Bitcoin nicht. Denn sein Börsenkurs schwankt genauso irre wie einst die Zockeraktien der New Economy.