Jeder trifft Entscheidungen, die er für optimal hält, und tut dies hier meist auch kund. Einige erweisen sich als richtig, andere als falsch. Meine zugegeben eher Bauch-getriebene Entscheidung, nach dem Carter-Downgrade auszusteigen, war wohl ein Fehler. O.k. Na und? Für mich hängt nicht alles Glück in der Welt davon ab, ob ich in Alstom investiert bin und Alstom steigt. Ebenso bin ich nicht hämisch oder schadenfroh, wenn ich NICHT in Alstom investiert bin und Alstom fällt.
Oft schon im Leben habe ich aus falschen Gründen, sozusagen "versehentlich", die richtigen Entscheidungen getroffen. Seit vorgestern fällt Alstom wieder - um täglich einen Cent. Wenn das so weiter geht, sind wir nächste Woche wieder bei meinem Ausstiegspunkt. Z. Z. laufen offenbar Gewinnmitnahmen, nachdem der Kurs schon ganz gut angezogen hatte. Beispiele sind Athenagoras (Einstieg 0,44 E) und Fuzzi (Einstieg 0,41 E). Das hat nichts mit Alstom zu tun - die Zahlen waren gut - , sondern damit, dass der Kurs nach Erreichen der 0,60 E zumindest vorübergehend in den Rückwärtsgang umgeschaltet hat. Das hat also psychologische Gründe. Solange es bei diesen psychologischen Gründen bleibt, würde ich bei tieferem Kurs wieder einsteigen. Als Zur-Zeit-Nichtinvestierter habe ich den Luxus, weitere Rückgänge oder gar Abstürze wie nach dem Carter-DB-Downgrade gelassen aus der Beobachterperspektive verfolgen zu können. Dabei kann ich jederzeit erwägen, ob dieser Rückgang begründet ist (in dem Fall weiter beobachten) oder nur auf einer Psycho-Panik beruht (in dem Fall einsteigen). Ich kann, wenn es sich aufdrängt, auch teurer wieder einsteigen, falls sich irgendwelche Sensationen ergeben.
So unkomfortabel, lieber Kante, wie Du weißmachen willst, ist diese Beobachter-Position gar nicht. Sie öffnet die Augen für die Realität und befreit von der Scheuklappen-Mentalität eines "manisch" Investierten, der nur noch das Rosige auf dieser Welt sehen will. Oder hören, wie Du. Tut mir leid, dass Du dies vermutlich nicht gerne hören magst.